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BECKENRIED: Keine Sommerferien für die Iffelenbauer

In Hinblick auf das Samichlaus-Jubiläum wird fleissig an Iffelen gebaut. Auch im Hochsommer, denn die Herstellung der Kunstwerke ist ein längeres Projekt.
Kurs für Iffelenbauer in Beckenried: Lydia Wyrsch mit einem Teil ihrer Iffel. (Bild Andrea Waser)

Kurs für Iffelenbauer in Beckenried: Lydia Wyrsch mit einem Teil ihrer Iffel. (Bild Andrea Waser)

Andrea Waser

In Beckenried werden Sterne, Engel, Weihnachtskrippen, Samichläuse und weitere Sujets aus Karton gestanzt und mit Drachenpapier hinterlegt. Trotz hochsommerlicher Temperaturen entstehen hier Iffelen. Der strenge Zeitplan der Beckenrieder Iffelenbauer duldet keine grosse Sommerpause. Anstoss für dieses eifrige Werken gibt das Jubiläum «80 Jahre Samichlais». Beckenried kennt den Brauch, dass der Samichlaus am Wochenende des grossen Einzuges alle Haushalte besucht. Und das wohlgemerkt ohne Anmeldung und kostenlos. Organisiert und durchgeführt werden diese Hausbesuche vom Turnverein Beckenried.

Im Hinblick auf das Jubiläum beschloss Anita Baumann-Gander, einen Kurs im Iffelenbau zu organisieren. Unterstützung fand sie im Samichlais-Komitee und im OK Samichlais-Märcht. Mit Scherenschnittkünstler Paul Waser war auch ein Kursleiter gefunden.

250 Stunden Arbeit

Der Bau einer Iffel geschieht nicht einfach so von heute auf Morgen. «Von der ersten Skizze bis zum Anzünden der Kerzen in der fertigen Iffel müssen ungefähr 250 Arbeitsstunden aufgewendet werden», erklärt Kursleiter Paul Waser. Um für die Anfertigung der 1,20 Meter grossen Iffeln genügend Zeit zu haben, fand bereits im Januar ein Infoabend statt. Das Interesse war gross und das Publikum gemischt: von der Kindergärtnerin über die Hausfrau, vom Handwerker, Pensionär, Ehepaar bis zur Schülerin. Es zeigte sich, dass die meisten der Kursbesucher schon länger mit dem Gedanken gespielt hatten, selber einmal eine Iffel anzufertigen.

Zu den Kursteilnehmern gehören auch Sandra und Erwin Gander: «Meinen Mann und mich faszinierten die Iffeln und das Samichlausbrauchtum in Beckenried schon immer. Das bevorstehende Jubiläum war ein guter Grund, uns endlich an den Bau eines solchen Kunstwerks zu wagen. Diese Aufgabe als Ehepaar zu meistern, ist für uns eine zusätzliche Herausforderung.» Auch Patricia Waser, mit vierzehn Jahren die jüngste Kursteilnehmerin, ist mit viel Herzblut dabei: «Es gibt mehr Arbeit als ich gedacht habe. Ich bin froh, dass mir meine Mutter hilft.»

Zahlreiche Arbeitsschritte

Der Bau der Iffeln erfolgt zu Hause. Parallel dazu vermittelt Paul Waser an fünf Kurstagen das nötige Know-how und erklärt fortlaufend die nächsten Arbeitsschritte. Die Arbeiten an den Iffeln sind vielseitig. Beim Skizzieren des Sujets ist gutes Vorstellungsvermögen und Zeichentalent gefragt. Etwas lauter wird es beim Ausstanzen mit Meissel und Hammer. Dabei ist es mitunter nicht vermeidbar, dass auch Nachbarn akustisch die Entstehung einer Iffel miterleben. Das zum Teil mehrmalige Überkleben der ausgestanzten Sujets mit Drachenpapier erfordert Geduld und eine ruhige Hand.

Die Motivation über ein ganzes Jahr aufrechtzuerhalten, ist nicht einfach. Besonders jetzt im Sommer, der Zeit der gemütlichen Grillabende und Aktivitäten im und am Wasser. Mit Hilfe der vom Kursleiter festgelegten Etappenziele sind trotzdem alle auf Kurs. Während der Sommerferien sollte mit dem Ausstanzen der zweiten Iffelenseite begonnen werden. Hitzefrei gibt es leider nicht. Kühle Schattenplätze als Arbeitsort dürften deshalb auch bei den Iffelenbauern sehr gefragt sein!

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