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BECKENRIED: Landrat Pierre Nemitz will sich nicht verbiegen

Pierre Nemitz holte mit seiner eigenen Wahlliste einen Sitz im Nidwaldner Landrat. Er will unabhängig politisieren und sich nicht in eine Schublade stecken lassen.
Martin Uebelhart
Pierre Nemitz in seinem antiken Lagerraum. (Bild: Corinne Glanzmann (Beckenried, 6. März 2018))

Pierre Nemitz in seinem antiken Lagerraum. (Bild: Corinne Glanzmann (Beckenried, 6. März 2018))

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch

«Ich hatte keine Erwartung, nur eine Vorstellung», sagt Pierre ­Nemitz auf die Frage, ob ihn ­seine Wahl in den Nidwaldner Landrat überrascht hat. Es gelang dem 47-Jährigen, mit seiner Liste «Unabhängiges Politisieren» für die Gemeinde Beckenried in den Landrat einzuziehen. «Als ich das erste Resultat gesehen habe, war mir klar, dass ich es offenbar geschafft hatte», sagt Pierre Nemitz am Tag nach der Wahl nach einer eher kurzen Nacht. «Auf Einladung des neu gewählten liberalen Landrats Urs Christen wurde im ‹Schäfli› etwas gefeiert.»

Seine Wahl sei für ihn auch eine Anerkennung, in der Gemeinde, in der er seit 20 Jahren mit seiner Familie lebt, angekommen zu sein. Sich selber treu zu bleiben und sich nicht verbiegen zu lassen, ist für ihn wichtig: «Ich will unabhängig von einer Partei sein und trotzdem gemeinsam etwas erreichen können.»

Dass er dieses Wahlergebnis in Beckenried erreichte, darauf ist er «ä biz stouz». Es zeige auch auf, das man in der heutigen Zeit neue Wege gehen könne und auch müsse. Das unabhängige Politisieren lasse einem auch die Möglichkeit, sich nicht schubladisieren zu lassen. «Es geht mir um die Sache, und es ist für mich nicht zentral, aus welchem Teil des politischen Spektrums eine Idee kommt», hält er fest. Es sei wertvoll und interessant, wie breit gefächert das Landratsteam sei, das von Beckenried nach Stans gehe und gemeinsam neue Herausforderungen anpacken könne. Und er spricht von einer Vision für Nidwalden. Er sieht den Kanton in einer Vorreiterrolle. Was er anstossen oder erreichen möchte, da lässt er sich noch nicht zu tief in die Karten blicken.

Seit über 20 Jahren ist er Unternehmer

Pierre Nemitz sitzt am 27. Juni bei der konstituierenden Sitzung des Landrats nicht völlig ohne politische Erfahrung das erste Mal im Saal. Anfang der 90er-Jahre war er an einer früheren Neugründung der Jungen CVP beteiligt, amtete auch als Präsident. Zudem war er Delegierter der CVP Nidwalden bei der Schweizer Mutterpartei.

Aufgrund anderer Prioritäten hat er seine damalige Politikkarriere nicht weiterverfolgt. «Ich hatte einen eigenen Betrieb mit Angestellten und Lernenden und wurde Vater», sagt er. Seit über 20 Jahren ist er Unternehmer. Seit 1997 lebt der gebürtige Stanser – «Ich bin ein Kniribuäb» – in Beckenried. Von Beruf Hafner/Ofenbauer führt er sein eigenes Geschäft, das «Ofähuis».

Pierre Nemitz ist verheiratet und hat zwei Töchter im Alter von 16 und 21 Jahren. In der Freizeit hält er sich gerne in der Natur auf, fährt «fürs Leben gerne Velo». Das ganze Jahr über schwimmt er im See, und im Winter fährt er Ski auf der Klewenalp. Es sei halt schon «s scheenschtä Dorf am scheenschtä See», meinte er.

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