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Beckenried: Lehrperson soll Schüler geschlagen haben

Die Schule Beckenried sieht sich mit happigen Vorwürfen konfrontiert. Die Lehrperson selber beteuert ihre Unschuld.

Matthias Piazza
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Das Primarschulhaus in Beckenried

Das Primarschulhaus in Beckenried

Bild: Corinne Glanzmann (3. November 2010)

Die Schulkommission hat eine Untersuchung im Zusammenhang mit einer ihrer Lehrpersonen eingeleitet. Dieser wird vorgeworfen, gegenüber Schülern tätlich geworden zu sein, wie die Schulkommission Beckenried am Dienstag in einer Medienmitteilung schrieb. «Eltern konfrontierten uns mit dem Vorwurf der Tätlichkeit», sagt Rolf Amstad, Gemeinderat Ressort Bildung und Präsident der Schulkommission, auf Anfrage. Amstad:

«Die Lehrperson stritt sämtliche Tätlichkeiten ab und sprach von haltlosen Vorwürfen. Sie unterstütze darum die Aufklärung».

In diesem Sinne gelte vorderhand auch die Unschuldsvermutung.

«Saubere Aufklärung ist ein grosses Anliegen»

Amstad sagt jedoch auch: «Aber eine saubere Aufklärung ist uns natürlich ein grosses Anliegen. Wir werden darum in den nächsten Tagen und Wochen mit sämtlichen Schülern, Lehrern und Eltern reden, welche etwas zu den Vorwürfen sagen und damit zur Aufklärung beitragen könnten.» Fragen nach einer Beurlaubung der angeschuldigten Lehrperson würden sich wegen der am Montag begonnenen sechs Wochen Schulferien vorderhand nicht stellen. Auch sei das Schuljahr in der vergangenen Woche normal beendet worden.

Eltern berichten von Ohrfeigen

Im Onlineportal PilatusToday ist die Rede, dass in den 15 Jahren, in denen diese Lehrerin schon an der Schule Beckenried unterrichtet, viele Kinder unter ihren schulischen Methoden gelitten hätten. Dort berichten Eltern von Ohrfeigen, die ihre Kinder von der Lehrerin kassiert hätten oder von Schlägen mit dem Lineal auf die Finger. Und auch davon, dass das Problem mit der besagten Lehrerin in Beckenried seit Jahren bekannt sei. Rolf Amstad will zu diesen Aussagen nichts sagen, solange die Untersuchung läuft. Und wegen des Persönlichkeitsschutzes auch keine weiteren Angaben zur Person machen. «Festhalten will ich, dass wir erst seit einigen Tagen von den Vorwürfen der Tätlichkeit wissen und sofort gehandelt haben.»

Schule will bei Neuigkeiten wieder informieren

Sollten die Vorwürfe zutreffen, hätte dies durchaus auch strafrechtliche Relevanz. Eine Ohrfeige gilt als einfache Körperverletzung. Aber auch Demütigungen könnten rechtliche Folgen haben. Gemäss Strafgesetzbuch muss jemand, der vorsätzlich einen Menschen an Körper oder Gesundheit schädigt mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe rechnen. Wie lange es dauert, bis man Klarheit hat, konnte Rolf Amstad nicht sagen. «Wenn es so weit ist, werden wir die Öffentlichkeit von uns aus informieren. Das ist auch im Sinne der Lehrperson.» In seinen 14 Jahren als Präsident der Schulkommission (vormals Schulgemeinde) habe er einen solchen Fall noch nie erlebt. Was der Grund sein kann, dass Eltern solche Vorwürfe vorbringen würden, auch wenn nichts dran wäre, kann sich Rolf Amstad nicht erklären. «Darüber will ich auch nicht spekulieren, umso wichtiger ist es, möglichst rasch Fakten zu schaffen.» Beckenried hat rund 380 Schüler und etwa 60 Lehrpersonen.