Beckenried: Von der «Babypause» zur Goldmedaille

Nadine Ammann und ihre Hündin haben die Meisterschaft der Wasserarbeitshunde gewonnen. Dabei hatten die beiden seit der letztjährigen Meisterschaft nie mehr im Wasser trainiert.

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Ein Schlauchboot 50 Meter durchs Wasser ziehen müssen Wasserarbeitshunde können. (Bild: PD)

Ein Schlauchboot 50 Meter durchs Wasser ziehen müssen Wasserarbeitshunde können. (Bild: PD)

Sie ziehen ein mit fünf Personen besetztes Schlauchboot über 50 Meter durchs Wasser, bringen einem vermeintlich Ertrinkenden einen Rettungsring und schwimmen mit zwei Personen im Schlepptau ans Ufer: Wasserarbeitshunde sind Schwerarbeiter. Sie haben nicht nur gegen Wind und Wellen zu kämpfen, sondern – zumindest an Wettkämpfen – auch mit der Nervosität ihrer Besitzer. Und diese war an der vom Verein Wasserhundesport Swimming Dogs Zentralschweiz im Strandbad Beckenried organisierten Schweizer Meisterschaft, dem Abschluss und Höhepunkt der Sporthunde-Saison, am vergangenen Sonntag spürbar.

Und auch Personen vor dem Ertrinken retten ist eine Aufgabe. (Bild: PD)

Und auch Personen vor dem Ertrinken retten ist eine Aufgabe. (Bild: PD)

Maximal 100 Punkte können Mensch und Hund für verschiedene Gehorsamsübungen an Land verdienen; 200 weitere Punkte für die Arbeiten im Wasser. Wie anspruchsvoll die Aufgaben sind und wie aufwendig das Training, zeigt auch die Tatsache, dass das Startfeld lediglich aus zehn Teilnehmern bestand – «und das sind für unseren Sport viel», wie Prüfungsleiter René Erni betonte. Neben Belgischen Schäferhunden waren auch mehrere Retriever und ein Deutscher Schäferhund am Start. Zahlreiche Zuschauer verfolgten das Geschehen vom Ufer aus.

Volle 200 Punkte im Wasser

Mit 88 Punkten in der Landarbeit legte sich die mit Nummer 5 ins Rennen gegangene Nadine Ammann eine gute Ausgangslage. Mit ihrer achtjährigen Tervuerenhündin Fabel war sie bereits zum sechsten Mal an der Meisterschaft dabei. Das routinierte Team spielte im Wasser all seine Stärken aus und erhielt von Richter Peter Reding das Maximum von 200 Punkten. Bemerkenswert ist dies auch darum, weil Fabel aufgrund eines Welpen-bedingten «Mutterschaftsurlaubes» seit der letztjährigen Meisterschaft keine einzige Trainingseinheit im Wasser absolvierte. «Ich freue mich riesig, dass wir trotz der langen Pause unsere Leistung abrufen und den Titel gewinnen konnten», sagt Nadine Ammann, die mit ihrem zweiten Hund El Ninja auch noch die Bronzemedaille holte. Silber ging an Vreni Reding mit Even the Flying Eagle. (pd/mst)

Nadine Ammann belegte den ersten und dritten Platz mit ihren Hunden. Vreni Reding schaffte es mit ihrem Hund Even the Flying Eagle auf den zweiten Platz. (Bild: PD)

Nadine Ammann belegte den ersten und dritten Platz mit ihren Hunden. Vreni Reding schaffte es mit ihrem Hund Even the Flying Eagle auf den zweiten Platz. (Bild: PD)