Beckenrieder Gemeindewerk will Glasfasernetz bauen

An der Gemeindeversammlung befinden die Stimmbürger über einen Kredit von 3,7 Millionen Franken. Jede bestehende Wohnung soll an das ausgebaute Kommunikationsnetz angeschlossen werden.

Martin Uebelhart
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Blick auf Beckenried.

Blick auf Beckenried.

Bild: Corinne Glanzmann (7. Januar 2020)

Die Beckenriederinnen und Beckenrieder stimmen an der Gemeindeversammlung vom kommenden Freitag über einen Kredit von 3,7 Millionen Franken für den Ausbau des Kommunikationsnetzes (Gemeinschaftsantennenanlage) in ein Glasfasernetz ab. Die Anforderungen an Kommunikationsnetze würden stetig steigen, schreibt das Gemeindewerk in den Unterlagen zur Gemeindeversammlung. Das Gemeindewerk Beckenried wolle auch in Zukunft auf dem Gemeindegebiet ein wettbewerbsfähiges und zukunftssicheres Kommunikationsnetz anbieten.

Um die erheblichen Investitionen erträglich gestalten zu können, machte sich das Gemeindewerk auf die Suche nach Kooperationspartnern. Gefunden hat man überregionale und schweizweit tätige Dienstleistungsanbieter, mit denen man die Erstellung und den Betrieb eines einzigen Kommunikationsnetzes vertraglich vereinbart hat. Die Vereinbarungen stehen unter dem Vorbehalt der Genehmigung des Kredits durch die Gemeindeversammlung.

Netz bleibt im Eigentum des Gemeindewerks

Für René Arnold, Betriebsleiter des Gemeindewerks, das Wichtigste: «Das Netz bleibt alleinigen Eigentum des Gemeindewerks.» Die Vertragspartner sichern sich die Nutzung einzelner Fasern entweder durch wiederkehrende Nutzungs- und/oder Unterhaltsbeiträge oder einmalige Investitionskostenbeteiligungen. Durch diese Beteiligungen resultiert für das Gemeindewerk eine Nettoinvestition von 1,29 Millionen Franken. Das Netz soll in «Fiber to the Home»-Technologie (FTTH) erstellt werden. In den Jahren 2021 und 2022 sollen 98 Prozent der Haushaltungen an das Netz angeschlossen werden. In den folgenden Jahren werden auch die übrigen Haushaltungen – vor allem abgelegene Liegenschaften in den Berggebieten – Anschluss erhalten.

Angepasst wird im Zuge des Netzausbaus auch das kommunale «Reglement über das Kommunikationsnetz und Kommunikationsdienstleistungen». Dort wird unter anderem festgeschrieben, dass alle bestehenden Wohnungen in den Genuss einer kostenlosen Erschliessung mit der neuesten Technologie kommen.

Budget ist praktisch ausgeglichen

Der Gemeinderat legt am Freitag auch das Bugdet für das kommende Jahr vor. Die Gemeinde Beckenried rechnet in der Erfolgsrechnung bei einem Ertrag von 13,37 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 17'700 Franken. Dieses Ergebnis basiert auf einem unveränderten Steuerfuss von 1,79 Einheiten. Gemeindevizepräsident und Finanzchef Pascal Zumbühl ist zufrieden mit dem Budget. «Es war eine harte Budgetrunde», hält er auf Anfrage fest. Durch die Erweiterung der Schulinfrastruktur entstünden Sonderaufwendungen, etwa durch die Eröffnung des neuen Schulhauses. Weiter werden sämtliche Kindergärten ins neue Schulhaus umziehen, was ebenfalls Kosten verursache. Zudem habe man beim Personal für den Hausdienst ein wenig aufgestockt. «Nicht zuletzt dank der Beiträge aus dem Finanzausgleich und der konstant hohen Grundstückgewinnsteuern ist es am Ende aufgegangen», so Zumbühl.

Nicht allzu grosse Auswirkungen dürfte die Coronakrise auf die Beckenrieder Gemeindefinanzen haben. «Im Bereich der juristischen Personen sind die Steuereinnahmen ohnehin nicht so hoch», hält Zumbühl fest. Wenn die Firmen weniger Gewinn machten, falle das nicht so ins Gewicht. Bei den natürlichen Personen liessen die aktuellen Zahlen für 2020 darauf schliessen, dass es trotzdem noch ein Wachstum gebe. Gleichwohl habe man vorsichtig budgetiert und gehe vom Steuerertrag für das laufende Jahr aus. Auf der Ausgabenseite rechnet der Gemeinderat mit höheren Aufwendungen für die wirtschaftliche Sozialhilfe. «Hier haben wir 20 Prozent mehr vorgesehen», sagt Zumbühl.

Gemeindewerk geht von positivem Ergebnis aus

Bei der Investitionsrechnung sind Nettoinvestitionen von 5,19 Millionen Franken vorgesehen. Die grössten geplanten Investitionsausgaben sind wie in den Vorjahren die Hochwasserschutz-Projekte «Träschlibach» und «Lielibach». Einen Bruttokredit von 907'000 Franken beantragt der Gemeinderat für das forstliche Instandstellungsprojekt Rutschung Moos-Staldi-Rossweid. Das Projekt soll zwischen 2021 und 2025 ausgeführt werden. Für dieses Projekt kann laut den Erläuterungen des Gemeinderats mit Bundes- und Kantonssubventionen zwischen 55 und 70 Prozent gerechnet werden.

Das Budget des Gemeindewerkes rechnet mit einem stabilen positiven Gesamtergebnis von gut 563'000 Franken. An der Gemeindeversammlung werden den Stimmbürgern darüber hinaus die Einbürgerungsgesuche einer Familie und einer Einzelperson aus Deutschland vorgelegt.

Das Budget 2021 der katholischen Kirchgemeinde rechnet mit einem positiven Gesamtergebnis von 8600 Franken. Dies bei einem Aufwand von gut 915'000 Franken. Der Steuerfuss soll unverändert auf 0,35 Einheiten belassen werden.

Gemeindeversammlung Beckenried, 20. November, in der Turnhalle Isenringen. 19.30 Uhr, Kirchgemeinde, 20 Uhr, Politische Gemeinde.