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BECKENRIED/GERSAU: Der Kapitän wird zum Pächter

Obwohl der Schiffsführer Mick Baumgartner den Fährbetrieb schon seit über einem Jahrzehnt kennt, gibt es für ihn dieses Jahr eine Premiere. Neu fährt er nämlich mit seinem Team auf eigene Rechnung auf dem Vierwaldstättersee.
Matthias Piazza
Andreas Grebhan von der F & R Asset Management AG (links) verpachtet den Fährbetrieb an Mick Baumgartner. (Bild: PD)

Andreas Grebhan von der F & R Asset Management AG (links) verpachtet den Fährbetrieb an Mick Baumgartner. (Bild: PD)

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

«Die Vorfreude ist riesig», sagt Mick Baumgartner, angesprochen auf den 24. März. An diesem Tag nimmt die «Tellsprung» wieder ihren Fährbetrieb auf. Neunmal täglich transportiert sie Ausflügler, Velos, Autos, Cars, aber auch Lastwagen in rund 20 Minuten von Beckenried nach Gersau oder zurück. Ab 1. Mai kommen zwei zusätzliche Kurse dazu, wie immer in der Hauptsaison. Bis es losgeht, müssen noch einige Vorbereitungsarbeiten erledigt werden. Das über 80-jährige Schiff wird für seinen intensiven Betrieb, der bis Ende Oktober dauert, startklar gemacht. Für den 58-Jährigen ist dies Routine, schliesslich startet er bereits in seine zwölfte Saison. «Ich kenne mittlerweile jede Schraube und weiss, was wann und wie gemacht werden muss.»

Trotzdem erlebt er heuer eine Premiere. War er bis anhin von der F & R Asset Management AG, der Besitzerin der Autofähre, beauftragt, führt er den Fährbetrieb nun auf eigene Rechnung, als Pächter, und muss auch die sechs Mitarbeiter bezahlen. «Von den grossen Beträgen habe ich schon etwas Respekt», gesteht er. Auch für den ordentlichen Unterhalt der Fähre muss er nun selber aufkommen.

Er weiss aus Erfahrung: Das Geschäft ist sehr wetterabhängig. «Mit der Eröffnung des Seelisbergtunnels 1980 sind die goldenen Zeiten der Fähre vorbei. Sie dient nun vor allem dem Ausflugsverkehr und der findet vor allem bei schönem Wetter statt. Doch die Kosten für den Betrieb fallen immer an.» Dieses unternehmerische Risiko nehme er aber gerne auf sich. «Ich freue mich, an der Geschichte dieses über 80-jährigen Fährbetriebs mitschreiben zu dürfen», sagt der Luzerner, der nebenbei auch noch das Ausflugsschiff Aurora betreibt. «Meine Vorgänger konnten den Betrieb immer kostendeckend führen. Das stimmt mich zuversichtlich, dass mir das auch gelingt.»

F & R will sich auf das Kerngeschäft konzentrieren

«Mit dem bewährten und sehr erfahrenen Schiffsführer Mick Baumgartner haben wir einen idealen Partner gefunden, um den Fährbetrieb auch in Zukunft erfolgreich zu führen», erklärt Andreas Grebhan von der F & R Asset Management, welche die Autofähre samt der Landungsstege in Beckenried und Gersau sowie das Restaurant Seerausch in Beckenried 2014 gekauft hat. Der Kauf der Fähre damals sei ein logischer Schritt gewesen, um alles aus einem Guss anbieten zu können. «Aber als Immobilienentwickler wollen wir uns künftig auf unser Kerngeschäft konzentrieren», begründet Andreas Grebhan den Entscheid, den Fährbetrieb abzugeben.

Fähre transportiert jährlich rund 20'000 Fahrzeuge

Wobei die F & R Asset Management ja Besitzerin bleibt – aus gutem Grund. «Die Autofähre ist für die Region sehr wichtig. Dies wollen wir auch in Zukunft sicherstellen. Die Restaurants und Hotels an beiden Seeufern pro­fitieren besonders von den ­Ausflüglern, die mit der Fähre übersetzen», erklärt Andreas Grebhan. Mit rund 20'000 transportierten Fahrzeugen jährlich falle die Bilanz der vergangenen zwei Betriebsjahre positiv aus – obwohl man ohne Subventionen auskommen müsse. «Der Betrieb war kostendeckend. Leute aus nah und fern nehmen die Fähre als gute Transportmöglichkeit wahr», so Grebhan.

Am Angebot und den Preisen wolle man in diesem Jahr festhalten, führt er weiter aus. So bezahlt man mit einem Auto nach wie vor 22 Franken für eine Fahrt. Andreas Grebhan kann sich vorstellen, den Fährbetrieb in Zukunft auch auf das Winterhalbjahr auszudehnen.

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