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Bei der Hergiswiler Autobahn-Baustelle blitzte es fast 2000 Mal

Die Geschwindigkeit bei der A2-Baustelle Hergiswil ist reduziert. Daran halten sich nicht alle. Statt mit Tempo 60 fuhren Einzelne über 90.
Matthias Piazza
Bei der A2-Baustelle ist die Geschwindigkeit reduziert. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)

Bei der A2-Baustelle ist die Geschwindigkeit reduziert. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)

Es ist zurzeit eng auf dem Hergiswiler Autobahnabschnitt. Während der Verkehr in Richtung Luzern rollt, sind Bauarbeiter nur wenige Meter daneben mit einem verkehrstechnischen Grossprojekt beschäftigt. Die Autobahn wird talseitig verbreitert, der Pannenstreifen zur dritten Fahrspur ausgebaut, die bei hohem Verkehrsaufkommen für den Verkehr freigegeben wird. Eine neue Lärmschutzwand entsteht.

Wegen der Baustellensituation fliesst auf einer Fahrspur in der Galerie der Verkehr in Richtung Norden statt Süden. Um die Sicherheit der Arbeiter auf dieser stark befahrenen Baustelle mit Baustellenverkehr zu gewährleisten, wurde die Höchstgeschwindigkeit von 100 beziehungsweise 80 Kilometern pro Stunde auf Tempo 60 in beide Richtungen heruntergesetzt.

Daran halten sich die meisten. Das ergab die Auswertung einer Geschwindigkeitskontrolle, welche die Kantonspolizei Nidwalden zwischen dem 16. September und dem 9. Oktober durchführte, wie die Polizei am Donnerstag in einer Medienmitteilung schrieb.

Richtung Süden fuhren fast sieben Prozent zu schnell

Die semistationäre Anlage (Anhänger), die in der besagten Zeit in Fahrtrichtung Norden bei der Einmündung der A8 in die A2 stand, passierten insgesamt 84597 Fahrzeuge. 1485 Lenker oder rund 1,8 Prozent fuhren zu schnell. Bei 1466 Personen flattert in den nächsten Wochen «lediglich» ein Bussenzettel ins Haus, da sie höchstens 20 Kilometer in der Stunde zu schnell fuhren. Das gibt eine Ordnungsbusse von 40 bis 240 Franken. Bei 19 Lenkern war die Überschreitung der Geschwindigkeit höher. Bei ihnen legt die Staatsanwaltschaft die Strafe fest.

Einzelne waren massiv zu schnell

Die schnellsten Autofahrer wurden mit Tempo 94 und 95 geblitzt. Diese beiden müssen zusätzlich mit einer administrativen Massnahme rechnen, beispielsweise mit einem Entzug des Führerausweises. In der Gegenrichtung, wo es keinen Platz für einen Radar-Anhänger hat, wurde am 9. Oktober zwischen 14.50 Uhr und 18 Uhr eine mobile Messung vorgenommen. 6,5 Prozent der 5062 Lenker fuhren zu schnell. 334 Fahrer erhielten Ordnungsbussen. Der Schnellste (83 km/h) bekommt Post von der Staatsanwaltschaft.

Lorenz Muhmenthaler, Chef der Nidwaldner Verkehrs- und Sicherheitspolizei, stellt den Autofahrern ein gutes Zeugnis aus. «Die Quote der Geschwindigkeitsüberschreitungen bewegt sich im üblichen tiefen Bereich.» Überhaupt fällt seine Zwischenbilanz nach rund einem halben Jahr Baustellenregime positiv aus, insbesondere, weil gravierende Unfälle bis jetzt ausgeblieben seien.
Über die Gründe für die unterschiedlich hohen Werte von 1,8 und 6,5 Prozent kann er nur spekulieren. «Vielleicht wurde in Richtung Süden wegen der übersichtlicheren Situation schneller gefahren.» Um welche Tageszeit es am meisten blitzte, konnte er nicht sagen. «Erfahrungsgemäss wird bei wenig Verkehr schneller gefahren.»

Arbeiter und Autofahrer wünschten Radarkontrolle

Gut möglich, dass einige Autofahrer eine Radarkontrolle in einem Abschnitt mit temporär reduzierter Geschwindigkeit als Schikane empfinden, vor allem Einheimische, die aus Macht der Gewohnheit vielleicht zu schnell unterwegs waren. Lorenz Muhmenthaler ist überzeugt, dass die Radarmessungen zur Sicherheit der Autofahrer und Bauarbeiter beitragen. Die Geschwindigkeitskontrolle geniesse auch breite Unterstützung. «Wir erhielten immer wieder Telefonanrufe von Bauarbeitern und Autofahrern, die uns darauf hinwiesen, dass zu schnell gefahren wird, mit dem Wunsch, eine Radarkontrolle durchzuführen.» Die Kantonspolizei plant darum noch weitere Geschwindigkeitsmessungen während der noch rund zwei Jahre dauernden Bauarbeiten.

Die A2 in Hergiswil verläuft mitten durchs Dorf. Entsprechend nahe kommen die Bauarbeiten den Häusern. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)Die A2 in Hergiswil verläuft mitten durchs Dorf. Entsprechend nahe kommen die Bauarbeiten den Häusern. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)
Die Platzverhältnisse sind eng. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)Die Platzverhältnisse sind eng. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)
Für fast 800 Betonpfähle müssen die Löcher gebohrt werden. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)Für fast 800 Betonpfähle müssen die Löcher gebohrt werden. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)
Die Armierungseisen für die Betonpfähle liegen bereit. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)Die Armierungseisen für die Betonpfähle liegen bereit. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)
Die Autobahn wird um rund zwei Meter verbreitert. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)Die Autobahn wird um rund zwei Meter verbreitert. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)
Die Baustelle zieht sich über zweieinhalb Kilometer hin. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)Die Baustelle zieht sich über zweieinhalb Kilometer hin. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 17. September 2019)
6 Bilder

Die Arbeiten auf der A2-Baustelle in Hergiswil laufen auf Hochtouren

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