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Beim Herdenschutz hapert es in Nidwalden

Schutzhunde, Nachtgehege, ständige Behirtung und grössere Herden: Für besseren Schutz vor dem Wolf müsste sich auf den Nidwaldner Alpen einiges ändern. Mittelfristig sei dies kaum realistisch, heisst es auch vom Kanton.
Franziska Herger
Zwei Herdenschutzhunde bewachen eine Schafherde. (Bild: Nadia Schärli)

Zwei Herdenschutzhunde bewachen eine Schafherde. (Bild: Nadia Schärli)

Nach den Wolfsrissen der letzten Wochen sind die Schafhalter in Sorge (wir berichteten) – nicht zum ersten Mal. Daher habe man bereits vor vier Jahren begonnen, Herdenschutzberatung anzubieten, sagt Andreas Egli, Leiter des Nidwaldner Amts für Landwirtschaft, auf Anfrage.

«Wir haben vor allem auf den grösseren Alpen solche Beratungen durchgeführt. Dabei besucht ein Herdenschutzbeauftragter die Alp und beurteilt, wie die Schafe besser geschützt werden könnten.» Bei Wolfssichtungen oder Rissen werden die Bauern zudem per SMS informiert. «Wenn ein Wolfsangriff im Tal droht, empfehlen wir, die Schafe wenn möglich über Nacht einzustallen», so Egli. Deshalb wurden auch auf Heimbetrieben Beratungen durchgeführt.

Doch mit der Umsetzung der Massnahmen hapert es vielerorts. Schafhalter klagen, der Herdenschutz sei aufwendig und nicht immer wirksam. Andreas Egli wundert das nicht. «Herdenschutz ist tatsächlich recht aufwendig. Die Bauern waren bisher immer sehr an Informationen interessiert. Aber die Umsetzung ist bei kleineren Betrieben und auf kleineren Alpen nicht einfach.»

Bessere Zäune können helfen

Trotzdem rät Egli, nach Möglichkeit zu «robusteren, höheren und teilweise elektrifizierten Zäunen» zu greifen. In Notfällen könne beim Amt für Landwirtschaft zudem ein Notfallset mit Zaun und Warnblinkanlage bezogen werden. Egli streitet jedoch nicht ab, dass sich Wölfe gerade an Warnblinker gewöhnen können. Guten Schutz biete grundsätzlich ein Herdenschutzhund. Das bestätigt Samuel Furrer, Leiter der Fachstelle Wildtiere beim Schweizer Tierschutz STS. Am Samstag informierte der STS am Emmetter Alpabzug über Herdenschutzhunde. «Wir möchten deren Image verbessern und haben den Besuchern etwa Tipps gegeben, wie man sich bei einem Zusammentreffen verhalten muss.» Furrer rät Passanten, dem Hund nicht direkt in die Augen zu schauen und sich langsam zu entfernen.

Wenig Interesse habe es von Seiten der Bauern gegeben, obwohl Herdenschutzhunde vom Bund finanziell unterstützt werden. Furrer denkt, dass sich mit zunehmender Wolfspräsenz die Alpsömmerung in Nidwalden verändern müsste. «Ideal sind grössere Herden mit Herdenschutzhunden, einem Hirten, der immer bei der Herde ist, und Nachtgehegen.»

«Der Wolf ist nunmal geschützt»

Die Alpsömmerung in Nidwalden umzugestalten, sieht Andreas Egli mittelfristig nicht als realistisch an. «Neben den grösseren Herden bräuchte es dafür auch grössere Alpflächen. Der Aufwand für einen Herdenschutzhund darf zudem nicht unterschätzt werden.» Bisher gibt es in Nidwalden denn auch nur auf der Farnialp ob Emmetten Herdenschutzhunde.

Egli hat Verständnis für den Ärger der Schafhalter. «Neben dem Aufwand ist die Angst um die eigenen Tiere auch eine grosse emotionale Belastung.» Er gehe aber nicht davon aus, dass die Kleinviehhaltung stark zurückgehen werde, «da Lösungen im Herdenschutz und auf politischer Ebene gefunden werden können». Es sei aber gut vorstellbar, dass einige Bauern aufgeben werden, wenn der Wolf vermehrt auftrete. Egli betont: «Der Wolf ist nun mal geschützt. Alles, was wir tun können, ist informieren, alarmieren, beraten und Hilfsmittel bereithalten. Alles andere ist eine politische Frage.»

Künftig könnten die Kantone mehr Kompetenzen erhalten. Die Revision des Jagdgesetzes will ihnen ermöglichen, den Wolfsbestand selber zu regulieren. Der Ständerat und die zuständige Nationalratskommission sind darauf eingetreten. Als Nächstes kommt das Geschäft in den Nationalrat.

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