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Bei der Stanser Tavolata gibt's zum Raclette Seemannsgarn

Bei Tavolata lädt man sich gegenseitig ein – aus Prinzip. Die Plattform ist beliebt. In Nidwalden sind in diesem Jahr drei Gruppen entstanden. Und eine vierte wird aufgebaut.
Matthias Piazza
Die Tavolata-Mitglieder freuen sich aufs Raclette und angeregte Gespräche. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 11. Dezember 2018))

Die Tavolata-Mitglieder freuen sich aufs Raclette und angeregte Gespräche. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 11. Dezember 2018))

Nach und nach füllt sich der Gemeinschaftsraum im Stanser Wächselacher-Quartier an diesem Dienstagmittag. Ein Dutzend gut gelaunter Senioren geniesst neben dem festlich gedeckten Tisch den Apéro und freut sich auf das Raclette, das in wenigen Minuten aufgetischt wird. Neuankömmlinge werden herzlich begrüsst. Man duzt und kennt sich.

Die hohe Vertrautheit erweckt den Eindruck, dass sich hier Familienmitglieder oder Freunde treffen. Doch dem ist nicht so. Die 65- bis 75-jährigen Nidwaldner sind nicht miteinander verwandt. Kennen gelernt haben sie sich über Tavolata, einer vom Migros-Kulturprozent initiierten und von der Pro-Senectute Nidwalden unterstützten Plattform, wo sich Senioren bei sich zu Hause in kleinen Tischrunden monatlich bekochen.

Die letzte Tischrunde in diesem Jahr begehen die zwei Nidwaldner Tavolata-Gruppen Niddemwalde und Reissäckler gemeinsam, bei Gastgeber Victor Kohler. Nach einjähriger Vorbereitungszeit wurden die beiden Tavolata-Gruppen im März dieses Jahres aus der Taufe gehoben. Irma Tuor (67), Verantwortliche von Tavolata Niddemwalde, zieht ein positives Zwischenfazit: «Man freut sich immer wieder, wenn man sich trifft, wie damals, als man noch die Familie zum Essen einlud.»

«Tavolata ist für mich wie eine Ersatzfamilie»

Auch Annemarie Käslin von Tavolata Reissäckler bestätigt: «Ich koche gerne, aber die Kinder sind mit ihren Familien in der ganzen Welt verstreut. Tavolata ist für mich wie eine Ersatzfamilie.» Man lerne bei einem feinen Essen neue Leute mit spannenden Lebensläufen kennen, tausche unterschiedliche Meinungen aus, lasse sich auch gerne irritieren. «Alle Themen sind willkommen. Es darf auch geklönt werden. Am Schluss geht man mit einem warmen Gefühl nach Hause.» Hinzu komme, dass sie als ehemalige Gastronomin beim Kochen wieder richtig aufblühe, meint die 81-Jährige.

Doch nicht nur für alleinstehende Senioren ist Tavolata eine gute Gelegenheit, wieder unter die Leute zu kommen. Das beweist das Ehepaar Peter und Marlies de Dood, das ursprünglich aus Norddeutschland kommt und seit zehn Jahren in Nidwalden lebt. «Im Gespräch erfährt man viel über die Geschichte Nidwaldens, etwa vom Bau der Autobahn nach Luzern», erzählt Peter de Dood. Doch auch er leistet seinen Beitrag an einen geselligen Mittag. Er unterhält die Runde jeweils mit seinen Erlebnissen als ehemaliger Kapitän eines Containerschiffes.

Den grossen Erfolg von Tavolata ermunterte Irma Tuor, eine vierte Nidwaldner Gruppe ins Leben zu rufen. Sie trifft sich im Januar des kommenden Jahres das erste Mal.

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