Beratungen gibt’s bei der Nidwaldner Kantonalbank nun auch um 19 Uhr

Die klassischen Schalter sind bei der Nidwaldner Kantonalbank bald Vergangenheit. Sämtliche «alten» Filialen werden erneuert.

Matthias Piazza
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Die bereits erneuerte Schalterhalle beim Hauptsitz der Nidwaldner Kantonalbank in Stans.

Die bereits erneuerte Schalterhalle beim Hauptsitz der Nidwaldner Kantonalbank in Stans.

Bild: Corinne Glanzmann (28. Januar 2020)

Am Bankschalter wird immer weniger Bargeld ein- oder ausbezahlt. In den vergangenen vier Jahren ist die Zahl der sogenannten Bargeld-Transaktionen in den acht Geschäftsstellen der Nidwaldner Kantonalbank (NKB) um rund einen Drittel zurückgegangen. «Immer mehr Leute wickeln ihre Bankgeschäfte übers Internet ab, bezahlen bargeldlos übers Mobiltelefon, etwa mit der App Twint», begründet Heinrich Leuthard, Vorsitzender der NKB-Geschäftsleitung, das neue Geschäftsstellenkonzept, das die NKB ausgearbeitet hat.

Der klassische Schalter, wo man Geld bezieht, gehört bald der Vergangenheit an. Künftig will die NKB den Fokus noch mehr auf eine gesamtheitliche Beratung setzen. Montags bis freitags kann man neu durchgehend zwischen 7 und 19 Uhr ein Beratungsgespräch bei allen NKB-Geschäftsstellen vereinbaren. «Ein junger Familienvater möchte sich über eine Hypothek für ein Einfamilienhaus beraten lassen, der Inhaber eines kleinen Unternehmens einen Betriebskredit, ein anderer Kunde will sich über eine geeignete Geldanlage informieren», macht Heinrich Leuthard einige Beispiele.

«Geschäftsstellen sind das Eingangstor zur Bank»

Die sogenannten Basisgeschäfte wie Geld einzahlen und abheben können die Kunden künftig im Selbstbedienungsbereich beim Eingang abwickeln, welcher täglich und rund um die Uhr zugänglich ist. Trotz dem Trend zur Digitalisierung sei ein Abbau von Personal oder eine Streichung von Filialen wie bei der Urner Kantonalbank kein Thema, mit Ausnahme der Filialen Buochs und Ennetbürgen. Diese werden durch den neuen Standort beim Einkaufszentrum Nähseydi an der Gemeindegrenze ersetzt, der Ende nächsten Jahres eröffnet wird.

«Die Geschäftsstellen sind das Eingangstor zu unserer Bank, welche sich durch eine persönliche Beratung auszeichnet. Ein anspruchsvolles Beratungsgespräch lässt sich nicht über einen digitalen Kanal anonym abwickeln», ist Heinrich Leuthard überzeugt.

Gute Erfahrungen mit Stans und Stansstad

Auch an den regulären Schalteröffnungszeiten werde nicht gerüttelt. So haben die NKB-Filialen nach wie vor von 8 bis 12 und 14 bis 17 Uhr offen, die Länderpark-Filiale durchgehend von 9 bis 18 Uhr (samstags 8 bis 13 Uhr). Totales Neuland betritt die NKB nicht ganz. Bereits im Mai 2014 wurde mit Stansstad die erste Filiale umgebaut, allerdings aus der Not, weil sie im Mai 2013 durch einen Brand arg in Mitleidenschaft gezogen worden war. Und im Sommer 2017 wurde die erneuerte Kundenhalle im Stanser Hauptsitz eröffnet. Der Bankdirektor spricht von sehr guten Erfahrungen. «Unsere Kunden schätzen die offenen Schalterhallen mit Selbstbedienungsbereich und Beratungsräumen.»

Diesen Sommer wird die Filiale im Länderpark umgebaut, welche voraussichtlich im Spätherbst eröffnet wird, im nächsten Jahr wird die «Nähseydi»-Filiale eröffnet. Schlag auf Schlag sollen dann die restlichen Filialen Beckenried, Hergiswil und Wolfenschiessen folgen, welche in den 1990er-Jahren zuletzt umgebaut wurden. Zu den Kosten wollte Heinrich Leuthard keine Aussagen machen. Während der Bauzeit werden alle Bankdienstleistungen jederzeit verfügbar sein. Bis 2023 soll die Erneuerungsserie abgeschlossen sein.