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Betreutes Wohnen liegt in Ob- und Nidwalden im Trend

Die Zahl der Heimtage ist in beiden Kantonen zurückgegangen. Ältere Menschen möchten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen. Das wirkt sich auch auf die Alters- und Pflegeheime aus.
Matthias Piazza
Blick ins Alters- und Pflegeheim Erlenhaus in Engelberg. (Bild: PD)

Blick ins Alters- und Pflegeheim Erlenhaus in Engelberg. (Bild: PD)

Demografische Entwicklung der alternden Bevölkerung zum Trotz: Der Anteil der Obwaldnerinnen und Obwaldner ab 65 Jahren, der in einem Alters- und Pflegeheim lebt, ist seit Jahren rückläufig und lag im vergangenen Jahr mit 5,8 Prozent gar unter dem Zentralschweizer Durchschnitt von 6,3 Prozent. Auch wenn mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit eines Heimeintritts steigt, lebte im vergangenen Jahr nur jeder zweite über 94-jährige Obwaldner in einem Heim, vor vier Jahren waren es noch 63 Prozent, wie Lustat Statistik Luzern gestern mitteilte.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in Nidwalden. Der Anteil der mindestens 65-jährigen Nidwaldner, die in einem Heim leben, sank innerhalb von fünf Jahren von 5,8 Prozent im Jahre 2013 auf 5,2 Prozent.

Das durchschnittliche Eintrittsalter in ein Heim für einen Langzeitaufenthalt stieg von 82,9 Jahre im 2016 auf 83,3 Jahre im vergangenen Jahr in Nidwalden. Dies wirkt sich auf die Aufenthaltsdauer aus. Sie sank in Obwalden im Schnitt von 3,2 (2017) auf 2,6 Jahre im vergangenen Jahr. Die Zahl der fakturierten Heimtage ging innerhalb eines Jahres in Obwalden um drei und in Nidwalden um 0,4 Prozent zurück.

Pflegebetten: Nachfrage hält sich in Grenzen

Theres Meierhofer ist Präsidentin von Curaviva Obwalden, dem kantonalen Dachverband der Obwaldner Betagteninstitutionen und gleichzeitig Betriebsleiterin des Alters- und Pflegeheimes Erlenhaus in Engelberg. Sie bestätigt die Entwicklung und erklärt. «Die Menschen wollen heutzutage möglichst spät in ein Alters- oder Pflegeheim ziehen und dafür so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen.»

Die Nachfrage nach zusätzlichen Pflegebetten halte sich darum in Grenzen. «Sehr zugenommen hat in den vergangenen Jahren der Bedarf nach betreutem Wohnen. Viele betagte Menschen sind nur auf geringe Betreuung und Unterstützung angewiesen und können noch grösstenteils selbstständig leben.»

Auslastung der Alters- und Pflegeheime bleibt hoch

Diesem Trend trägt auch das «Erlenhaus» Rechnung. Zurzeit entstehen im Neubau Bergkristall 28 Alterswohnungen. Hier eine Visualisierung des Projekts:

«Das Wissen, dass wir sie regelmässig im Auge haben und sie mit einem roten Knopf im Notfall jederzeit unsere Hilfe anfordern können, genügt den Mietern solcher Alterswohnungen», veranschaulicht Theres Meierhofer. Auch die Residenz am Schärme in Sarnen und die Kernser Betagtensiedlung Huwel bewegen sich mit ihren Projekten in eine ähnliche Richtung.

Eine weitere Auffälligkeit: Gut die Hälfte der 252 Obwaldner und 311 Nidwaldner, die im vergangenen Jahr in ein Alters- oder Pflegeheim einzogen, blieben nur kurze Zeit. Diesen Trend erklärt sich Theres Meierhofer mit der 2012 eingeführten Fallpauschale, wonach die Spitäler für ihre Leistungen pauschal und nicht mehr pro Tag abgegolten werden. «Beispielsweise wird ein Betagter nach einem Oberschenkelhalsbruch nach kurzer Zeit nach Hause geschickt, obwohl er noch umfassende Pflege bedürfen würde. Für ihn ist ein kurzfristiger Aufenthalt in einem Pflegeheim richtig.»

Die Auslastung in den Alters- und Pflegeheimen bleibt hoch. Diese waren im vergangenen Jahr in Nidwalden zu 96,2 Prozent und in Obwalden zu 95,8 Prozent ausgelastet.

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