Bevölkerung bleibt auf der Strecke

«Bis Mitte April fahren keine Züge», Ausgabe vom 16. März

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Der grosse «Busbahnhof » in Hergiswil am ersten Tag der Streckensperrung. (Bild Nadia Schärli, 18. März 2019

Der grosse «Busbahnhof » in Hergiswil am ersten Tag der Streckensperrung. (Bild Nadia Schärli, 18. März 2019

Seit dem 18. März und bis und mit dem Sonntag, 14. April, ist die Bahnstrecke zwischen Luzern und Alpnachstad wegen diverser Bauarbeiten – so die lapidare Auskunft der Zentralbahn – total unterbrochen. Die Berechtigung der Bauarbeiten sei an dieser Stelle nicht hinterfragt, doch stellt sich die Frage, wie es sich ein Bahnunternehmen leisten kann, wichtige Zubringerlinien freiwillig während eines ganzen Monats zu schliessen und die Passagiere in dieser Zeit per Bus zu transportieren. Dass dabei eine grosse Ortschaft wie Kriens (Mattenhof) ohne Bahnanschluss bleibt, wird in Kauf genommen.

Ein Blick auf die Strasse zeigt, dass auch auf der A2 regelmässig gebaut wird, doch käme kein Verkehrsplaner – auch aus rechtlichen Gründen – auf die Idee, die Autobahn für einen Monat während 24 Stunden zu unterbrechen. Beim stark subventionierten ÖV hingegen darf man sich so etwas offensichtlich erlauben.

So weit, so mühsam. Was den aufmerksamen Bahnbenützer hingegen hellhörig macht, ist die Begründung der Bahn für den gewählten Termin. So wird unter anderem argumentiert, dass sich die Planung der Sperre an den Witterungsbedingungen (im Winter sollen Bauarbeiten zwischen Luzern und Alpnachstad auf 400 Meter über Meer schlecht durchführbar sein) und an den zu erwartenden Frequenzen ab Ostern (Hochsaison) orientiert.

Besonders der letzte Punkt stösst sauer auf, denn es wird von der Zentralbahn einmal mehr indirekt gesagt, dass der gut zahlende Tourist dem Bahnunternehmen wichtiger ist als der Pendler mit dem «günstigen» Abo. Bewohner von Stansstad oder Hergiswil Matt erinnern sich noch sehr gut, dass der Fahrplan mit der Eröffnung des Basistunnels nach Engelberg ausgedünnt oder eine Bahnstation stillgelegt wurde, nur damit der Tourist einige Minuten schneller von Luzern nach Engelberg gelangen kann.

Ob der Pendler bis zum 14. April während der Streckenschliessung bei der teils chaotischen Abwicklung vor dem Hauptbahnhof Luzern wie geplant nach Hause kommt, scheint die Zentralbahn weniger zu interessieren.

Wie wäre es das nächste Mal mit einem Streckenunterbruch in den Sommerferien, wenn sehr viele Ob- und Nidwaldner in den Ferien sind oder mehr Zeit für komplizierte Busfahrten haben?

Rafael Schneuwly, Stansstad