Bewilligung für Wasserkraftwerk Sulzli sistiert

Das Elektrizitätswerk Nidwalden zieht das Bewilligungsgesuch für das Wasserkraftwerk Sulzli in der Gemeinde Wolfenschiessen zurück. Die Forderungen von Umweltverbänden und Behörden seien zu gross. Das Gesuch wird überarbeitet und später neu eingereicht.

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Das Kraftwerk soll in der Region Trübsee entstehen. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Das Kraftwerk soll in der Region Trübsee entstehen. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Das Kantonale Elektrizitätswerk Nidwalden plant im Titlisgebiet den Bau eines Kleinwasserkraftwerks mit 580 kW Leistung und einer Jahresproduktion von 1,55 Mio. kWp. Dies entspricht der dreifachen Jahresproduktion der Photovoltaikanlage Länderpark oder dem Jahresverbrauch von 300 Haushalten.

Das Kraftwerk sollte an gleicher Stelle gebaut werden wie das alte, stillgelegte Kraftwerk Sulzliquelle des Sporthotels Trübsee. Das Bewilligungsgesuch wurde im Frühsommer 2012 zur Konzessionserteilung beim Kanton Nidwalden und bei der Standortgemeinde Wolfenschiessen eingereicht.

Aussagen «falsch und irreführend»

Die Umweltverbände Pro Natura und WWF Schweiz haben gegen das Projekt allerdings Einsprache erhoben mit der Begründung, die Produktionskosten seien zu hoch und das Kraftwerk deshalb nicht marktfähig. Der Sulzbach sei zudem als Lebensraum der Köcherfliegenlarve und als Landschaftselement bedeutender als für die Stromproduktion.

In einer Mitteilung bezeichnet das Elektrizitätswerk Nidwalden die Aussagen der Umweltverbände als «falsch und irreführend». Bei der Umsetzung der Energiestrategie 2050 des Bundes sei es unausweichlich, dass der Strom aus Wasserkraftanlagen, Windkraftanlagen und Photovoltaikanlagen zu einem deutlich höheren Preis produziert werde als mit den bestehenden Anlagen.

Politische Vorgaben gefordert

Aus diesem Grund wird das Projekt so lange sistiert, bis die politischen Vorgaben zur Erreichung der Energiestrategie 2050 klar und die Rahmenbedingungen für die Bewilligung von Kraftwerken zur Produktion von erneuerbarer Energie angepasst sind.

pd/bep