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BIATHLON: Ivan Joller vergoldet sein Karrierenende

Mit der Goldmedaille im Massenstartrennen an den Schweizer Meisterschaften zieht der Stanser Ivan Joller einen Schlussstrich unter seine Karriere. Mit etwas Wehmut, wie er nach dem Rennen gesteht.
Packt in Ulrichen ein letztes Mal seine Biathlon-Ausrüstung zusammen: der 33-jährige Ivan Joller aus Stans. Bild: Franz Hess (Ulrichen, 26. März 2017)

Packt in Ulrichen ein letztes Mal seine Biathlon-Ausrüstung zusammen: der 33-jährige Ivan Joller aus Stans. Bild: Franz Hess (Ulrichen, 26. März 2017)

Roland Bösch, Ulrichen

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Kein Regisseur hätte das Drehbuch rund um das letzte Rennen von Ivan Joller besser schreiben können als der 33-Jährige selber. Beim Massenstartrennen an den Schweizer Meisterschaften in Ulrichen stellte der Nidwaldner am Sonntag seine Stärke im Schiessstand nochmals unter Beweis. Lediglich im ersten Stehendschiessen musste er sich einen Fehlschuss schreiben lassen, was dem B-Kader-Athleten eine Strafrunde eintrug. «Als ich die letzte Schiesseinlage erfolgreich hinter mich gebracht hatte, gab ich in der Loipe nochmals Vollgas. Diese Goldmedaille wollte ich mir nicht mehr nehmen lassen.»

Das Vorhaben gelang, Ivan Joller überquerte die Ziellinie als Schweizer Meister. Es war in seiner 17-jährigen Karriere nicht der erste Titel, aber bestimmt der emotionalste. Viele Fans waren eigens aus dem Nidwaldnerland angereist, um den Stanser bei seinem letzten Einsatz zu unterstützen. Sie sorgten im Zielraum für die entsprechende Stimmung. Auch seine langjährigen Teamkollegen Benjamin Weger, Mario Dolder und Co. liessen ihn nicht einfach gehen, sondern verabschiedeten ihn mit einer Champagner-Dusche. Ivan Joller blickt Stunden später überglücklich zurück: «Es hat alles gepasst. Ich glaube, alle mochten mir diesen Sieg von Herzen gönnen. Das war zu spüren.» Und dass bei Ivan Joller sogar die eine oder andere Träne fliesst, ist verständlich.

Immer wieder gesundheitliche Probleme

Ivan Joller hat sich seinen Rücktrittsentscheid in den letzten Wochen gut überlegt, auch, weil es mit der Teilnahme an den Weltmeisterschaften nicht geklappt hatte. «Ich bin im Dezember gut gestartet und habe mich auch entsprechend gut gefühlt. Bis Ende Januar bestritt ich elf Rennen, das eine oder andere zu viel. Diese Strapazen zeigten sich dann in der folgenden Wettkampfphase», blickt Joller zurück.

Der Athlet des Skiclubs Bann­alp-Wolfenschiessen kämpfte in den letzten Jahren öfters mit gesundheitlichen Problemen. Das kostete viel Kraft. «Ich musste eingestehen, dass es unter diesen Umständen in Zukunft zunehmend schwieriger wird, mein volles Rendement abzurufen.»

Ivan Joller hat in seiner Karriere gelernt, mit Rückschlägen umzugehen. Seit dem Jahr 2000 gehörte er einem nationalen Biathlon-Kader an, durchlief vom Junioren-Kader bis zur Nationalmannschaft alle Stufen. Joller wurde in der Medienmitteilung von Swiss-Ski wie folgt gewürdigt: «Ivan hat massgeblichen Anteil am Biathlonaufschwung in der Schweiz. Als sehr guter Schütze war er ein sicherer Rückhalt in den Staffelrennen des Schweizer Teams. Als Highlight sind die beiden siebten Ränge in den WM-Staffelrennen 2012 und 2015 zu nennen.»

Vom Lehrling zum Profisportler

Während seiner Juniorenzeit absolvierte Ivan Joller eine Lehre als Schreiner und begann neben seiner Arbeit immer öfter und intensiver zu trainieren. Langsam, aber sicher stand seine Entscheidung, den risikoreichen Weg des Profisportlers einzuschlagen, fest. Ein erstes grosses Highlight war die Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Hochfilzen 2005 sowie der Gewinn der ersten Weltcuppunkte in Oslo 2007. Im Weltcup hatte es ihm vor allem der Einzelwettkampf angetan. In dieser Disziplin konnte er seine Stärken am Schiessstand nutzen. Seine besten Resultate im Weltcup sind zwei 10. Plätze über 20 km in Vancouver (2008/09) und Sotschi (2012/13). «Immer in Erinnerung bleiben wird mir auch die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi und die damit verbundene Verleihung des Nidwaldner Sportpreises», blickt Ivan Joller zurück.

Begonnen hat alles viel früher, wie Joller erklärt: «Als Bube haben mich bei den Fernsehübertragungen die Langläufer mit den Gewehren am Rücken fasziniert.» Für den Stanser wurde dann später die Begegnung mit dem Biathlon zur Liebe auf den ersten Blick. «Die Freude und Begeisterung für diese Sportart hat mich über all diese Jahre begleitet», sagt Joller. Und nach dieser Aussage wird der 33-Jährige für einen Augenblick nachdenklich: «Derzeit kann ich mir ein Leben ohne Biathlon noch nicht vorstellen. Ich möchte dieser Sportart in irgendeiner Weise treu bleiben.» Spruchreif ist bisher aber noch nichts.

Vorerst sind aber Ferien mit Freundin Céline, seiner grössten Liebe versteht sich, angesagt. Zusammen wollen sie einen Monat lang den Westen von Amerika erkunden. Eine Reise, welche die grosse Sehnsucht nach dem Biathlon bei Ivan Joller vorerst stillen sollte ...

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