Bilanz zu «Wie geht’s dir?» in Nidwalden fällt positiv aus

Während zwei Wochen stand die Sensibilisierung für psychische Krankheiten im Zentrum.

Martin Uebelhart
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Mit Zämä ässä gingen die Aktionstage am vergangenen Samstag zu Ende. (Bild: PD, Stans, 21. September 2019)

Mit Zämä ässä gingen die Aktionstage am vergangenen Samstag zu Ende. (Bild: PD, Stans, 21. September 2019)

«Wir dürfen eine sehr positive Bilanz über die Aktionstage zur Förderung der psychischen Gesundheit ziehen», hält Gesundheits- und Sozialdirektorin Michèle Blöchliger auf Anfrage fest. Unter dem Titel «Wie geht’s dir» – angelehnt an die gleichnamige nationale Kampagne – haben in den vergangenen zwei Wochen ganz unterschiedliche Veranstaltungen zu der Thematik stattgefunden. Darunter etwa ein Theater, Filmvorführungen, Erfahrungsberichte von Menschen mit psychischen Krankheiten, Workshops oder Konzerte, aber auch Fachtagungen.

«Die verschiedenen Veranstaltungen haben auch ganz unterschiedliches Publikum angezogen», so die Regierungsrätin. Besucher, aber auch Fachpersonen, hätten sich austauschen können. Gerade auch Angebote, für die man sich explizit habe anmelden müssen wie das extra für die Aktion erarbeitete Theaterstück «Box Box Babuschka» oder die Filmvorführung seien praktisch ausverkauft gewesen.

«Wir haben eine Sensibilisierung für psychische Krankheiten erreicht», ist sie überzeugt. Ein Ziel sei sicher, dass psychische Krankheiten erst gar nicht entstünden. Das könne damit beginnen, dass man zu sich selber schaue und das eigene Befinden pflege: «Etwa, indem man Momente einbaut, in denen man das Mobiltelefon einmal abstellt und sich bewusst eine oder zwei Stunden für sich Zeit nimmt.»

Zur Enttabuisierung beigetragen

Wichtig sei, über psychische Erkrankungen zu sprechen – und dass das Gegenüber auch zuhöre. «Wenn man fragt ‹Wie geht’s dir?›, muss man die Antwort auch abwarten. Es braucht eine Enttabuisierung und ich bin sicher, dass die Aktionstage dazu beitragen konnten.»

Ihre Direktion habe viele Rückmeldungen erhalten, sagt sie. Man sei beeindruckt gewesen von der Vielfalt der Veranstaltungen. Die Leute hätten Informationen auf ganz einfache Weise abholen können. «Und man konnte sich ein Bild machen, zum Beispiel über die Belastungen im Arbeitsalltag eines Bauern oder über die Herausforderungen, wenn man als Angehörige erkrankte Familienmitglieder pflegt. «Ich habe auch persönlich verschiedene positive Reaktionen erhalten, nicht zuletzt aus den umliegenden Kantonen», so Michèle Blöchliger.

Die Kampagne «Wie geht’s dir?» werde im Kanton Nidwalden ein Thema bleiben, schreibt die Gesundheitsdirektion in einer Mitteilung. Die vielen Besucherinnen und Besucher und die engagierte Zusammenarbeit unter den Partnerorganisationen hätten gezeigt, wie wichtig die Sensibilisierung von psychischer Gesundheit und Krankheit sei.

Eine Aktion im ähnlichen Umfang sei für die nähere Zukunft nicht angedacht, so Michèle Blöchliger im Gespräch mit unserer Zeitung. «So etwas auf die Beine zu stellen, ist aufwendig», betont sie. Für das kommende Jahr sei aber eine gemeinsame Veranstaltung mit den Nachbarkantonen geplant.