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Der Franzoseneinfall wird am Bürgenberg erlebbar

Im September wird im Rahmen der Feiern zum 600-Jahr-Jubiläum von Stansstad der Erinnerungsweg am Bürgenberg eröffnet. Dieser beleuchtet den Franzoseneinfall von 1798 auf umfassende Art und sowohl aus Sicht der Nidwaldner als auch der Franzosen.

Philipp Unterschütz
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Die Projektgruppe «Erinnerungswege am Bürgenberg» beim Ausgangspunkt des Weges vor dem Schnitzturm Stansstad (von links): Rafael Schneuwly, OK der Gemeinde Stansstad für die Jubiläumsfeiern und pensionierter Geschichtslehrer, Fredy Barmettler, Feldschiessverein Obbürgen, Prof. Dr. Peter Gautschi, Leiter Projektgruppe und Geschichtsvermittler Pädagogische Hochschule Luzern, Thomas Küng, Grafiker/Ausstellungsmacher, Luzern, Kurt Messmer, emeritierter Professor, Historiker, Pädagogische Hochschule Luzern.
Visualisierung einer Wegmarke an einem Wanderwegweiser auf dem Erinnerungsweg am Bürgenberg.
Karte des Erinnerungswegs am Bürgenberg
Eine wichtige Quelle für das Projekt Erinnerungsweg: Das Buch «Der schröckliche Tag am 9ten September des Jahrs 1798 in Unterwalden, von wirklichen Augenzeugen ächt beschrieben» aus dem Jahr 1799.
Beschiessung und Angriff der französischen Truppen auf Stansstad nach einem Aquarell von Benjamin Zix (1772–1811). Privatbesitz.
Albert von Escher (1833–1905), Die Verteidigung von Stansstad. Eidgenössische Militärbibliothek, Bern, Alte Bestände.
Nicolas Pérignon (1726–1782), Stans von der Bluematt aus, vor 1780; die Kampfszene wurde um 1820 von unbekannt aufgemalt, kolorierter Kupferstich. Privatbesitz.
Johann Heinrich Meyer (1755–1829): Kehrsiten vor 1798 (unten) und nach dem Franzoseneinfall, 1800, nach Ludwig Hess (1760–1800). Zentralbibliothek Zürich, grafische Sammlung und Fotoarchiv.
Schütz Kaspar Joseph Christen: Kaum jemand verkörpert den Widerstand in Nidwalden 1798 wie dieser Meisterschütze aus Wolfenschiessen. Gemälde von Theodor von Deschwanden (1826–1861) aus dem Jahr 1856. Das Bild zeigt Schütz Christen im Festtagsgewand. Ein Jüngling ist eben daran, ein zweites Gewehr zu laden. Das Büblein zeigt auf einen Franzosen, der sich mit Gewehr und aufgepflanztem Bajonett nähert. Die drei Nidwaldner erscheinen als Lichtgestalten, die Franzosen dagegen als dunkle Mordbuben. Das Gemälde dürfte viel zur Popularität von Schütz Christen beigetragen haben. Nidwaldner Museum, Stans.
Ein Stutzer, wie er in Nidwalden 1798 zum Einsatz kam. Mit dem Ladestock mussten die Gewehre geladen werden, eine Handbewegung, die Sorgfalt verlangte. Dennoch schätzt man, dass etwa ein Drittel der Schüsse nicht losging.
Der Goldboden im Herbstlicht - unschwer zu erkennen, woher der Name kommt. Hier wird die Silhouette von Schütz Christen errichtet.
Die Fahne des Feldschiessvereins Obbürgen von 1970. Die Gruppe mit Schütz Christen ist eine Umsetzung des Gemäldes von Theodor von Deschwanden aus dem Jahr 1856.
«Trauer, Schmerz, Verzweiflung» von Eduard Zimmermann (1872–1949). Entwurf für ein «Überfall-Denkmal» 1898. Die Ausführung fand auf Anweisung der Regierung nicht statt. Noch 100 Jahre nach dem Ereignis war der Franzoseneinfall offenbar zu traumatisch, um einen Platz im öffentlichen Gedenken zu finden. Nidwaldner Museum, Stans.