BILDUNG: Brückenangebot fällt Rotstift zum Opfer

Im Kanton Nidwalden wird eines von drei schulischen Brückenangeboten gestrichen. Der Regierungsrat will damit 200'000 Franken einsparen.

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Blick in eine Klasse, in der das zehnte Schuljahr angeboten wird. (Archivbild Keystone)

Blick in eine Klasse, in der das zehnte Schuljahr angeboten wird. (Archivbild Keystone)

Der Nidwaldner Regierungsrat hat beschlossen, eines von drei Brückenangeboten der Berufsfachschule Nidwalden auf Ende des laufenden Schuljahres aufzuheben. Das Brückenangebot, ein zehntes Schuljahr, hilft Jugendlichen, die aus sozialen oder schulischen Gründen keine Lehrstelle finden. Die Aufhebung des schulischen Brückenangebots wurde vom Regierungsrat bereits im Herbst 2012 ein erstes Mal beschlossen. Auf Intervention des Landrats ist er damals aber auf seinen Beschluss zurückgekommen.

Die beiden anderen Schulangebote («integrativ», richtet sich an fremdsprachige Jugendliche und «kombiniert», richtet sich an Schüler mit tiefen bis mittleren Schulleistungen) bleiben bestehen.

200'000 Franken sparen

Der Nidwaldner Regierungsrat fällte seinen Entscheid im Rahmen des Sparpaketes «Haushaltsgleichgewicht 2015-2016». Er will mit dieser Massnahme 200'000 Franken einsparen, wie die Staatskanzlei am Dienstag in einer Mitteilung schreibt. Aufgrund des entspannten Lehrstellenmarkts geht der Kanton nicht davon aus, dass mit dieser Massnahme eine grösser Anzahl von Jugendlichen am Ende der obligatorischen Schulzeit ohne Lösung da steht. Im Einzelfall gebe es für Jugendliche die Möglichkeit, bestehende Unterstützungsangebote zu nutzen, so die Regierung.

Appell an Eigenverantwortung

Der Regierungsrat begründet die erneute Streichung des Angebots damit, dass rein schulische Brückenangebote nicht der Vorgabe der Bundesgesetzgebung über die Berufsbildung entsprechen. Diese sieht ausschliesslich Angebote vor, die im Übergang von der obligatorischen Schule in die Berufsbildung auf eine berufliche Grundbildung vorbereiten und immer auch praxisorientiert und arbeitsweltbezogen sind. Rein schulische Brückenangebote gehören nicht dazu. Zudem handelt es sich beim Zielpublikum des schulischen Brückenangebots um Jugendliche mit Schulleistungen im mittleren bis hohen Leistungsbereich, die in der Regel die intellektuellen Voraussetzungen für den Übertritt in die Berufs- und Arbeitswelt erfüllten. Der Regierungsrat appelliert deshalb an die Eigenverantwortung der betroffenen Jugendlichen und ihrer Eltern.

pd/rem