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BILDUNG: Nidwalden, Obwalden und Zug für Lehrplan 21

Der Lehrplan 21 stösst in Nidwalden, Obwalden und Zug grundsätzlich auf Zustimmung. Alle Kantone äussern aber auch Vorbehalte.
Schüler der 5. und 6. Primarklasse in Nebikon. (Symbolbild Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Schüler der 5. und 6. Primarklasse in Nebikon. (Symbolbild Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Der Kanton Nidwalden heisst weite Teile des Lehrplans 21 gut. Insbesondere die Kernanliegen wie die Harmonisierung der Volksschule und Aufteilung der Klassen in drei Zyklen (Kindergarten/1./2. Klasse, 3. bis 6. Klasse, 7. bis 9. Klasse) stiessen auf Zustimmung. Der Kanton will den Lehrplan 21 auf das Schuljahr 2017/2018 in Kraft setzen, wie er am Mittwoch in einer Mitteilung schreibt. Bis dahin sollen auch geeignete Lehrmittel zur Verfügung stehen.

Zustimmung fand auch die Formulierung der Lerninhalte in Form von Kompetenzen. Die Macher des Lehrplanes 21 wollen damit klarer zum Ausdruck bringen, was die Jugendlichen am Ende der Schulzeit und zu Beginn der Berufsbildung können müssen.

Nach Ansicht des Nidwaldner Regierungsrates sollen die Grundkompetenzen in Deutsch und Mathematik so ausgestaltet werden, dass sie auch von einer überwiegenden Mehrheit der Schülerschaft erreicht werden können.

Der Regierungsrat fordert zudem, dass die Bildungs- und Berufswahl ein stärkeres Gewicht und sogar ein eigenständiges Fach erhält. Auch das fächerübergreifende Thema Computer und Medien soll im Rahmen eines eigenen Faches unterrichtet werden.

Vorbehalte gegen Frühfremdsprachenunterricht

Der Lehrplan 21 hält am Grundsatz von zwei Fremdsprachen - eine zweite Landessprache und Englisch - fest. In Nidwalden, wo ab der 3. Klasse Englisch und ab der 5. Klasse Französisch unterrichtet wird, muss die Regierung im Auftrag des Parlamentes die Abschaffung des Frühfranzösisch prüfen.

Diese Skepsis gegenüber dem Frühfremdsprachenunterricht kommt auch in der Haltung der Regierung gegenüber dem Lehrplan 21 zum Ausdruck. Der Frühfremdsprachenunterricht binde in der Primarschule Ressourcen, welche gezielter für den Deutschunterricht einzusetzen seien, heisst in der Mitteilung des Kantons.

Auch der Kanton Zug stimmt dem Lehrplan 21 grundsätzlich zu. Kritikpunkte betreffen den Umfang und die unklare Verankerung etwa der Berufswahlvorbereitung. So sei etwa die Zuordnung der fächerübergreifenden Ausbildungsinhalte wie Informatik oder nachhaltige Entwicklung unklar. Der Zuger Regierungsrat will, dass die Inhalte klar einem Fach zugeordnet werden. «Wenn alle zuständig sind, dann ist zuletzt niemand zuständig», verdeutlicht Bildungsdirektor Stephan Schleiss diesen Punkt.

Einführung ohne Zusatzkosten

Der Kanton Zug kann den Lehrplan 21 ohne Zusatzkosten einführen, wie er in einer Mitteilung schreibt. Der Lehrplan 21 bedinge keine Erhöhung der Wochenstunden, keine ausserordentlichen Weiterbildungen und keine Investitionen in Immobilien.

Zur Konsultation äusserten sich in den beiden Kantonen Parteien, Verbände, Gemeinden, schulnahe Organisationen sowie Fachgremien. Voraussichtlich im Herbst 2014 wird der Lehrplan 21 von den Deutschschweizer Erziehungsdirektoren zur Einführung in den Kantonen freigeben.

Zustimmung auch in Obwalden

Im Kanton Obwalden ist der Lehrplan 21 in der Vernehmlassung grossmehrheitlich auf Zustimmung gestossen. In der Frage, ob auf der Primarstufe künftig weiterhin zwei Fremdsprachen unterrichtet werden sollen, regt der Regierungsrat eine schweizweite Überprüfung an.

Der Kanton Obwalden begrüsse die Ausrichtung des Lehrplans 21. Dieser sei ein wesentlicher Schritt zur Koordination der Volksschule in der deutschsprachigen Schweiz, heisst es in der Konsultationsantwort des Kantons Obwalden, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Im Bereich Berufswahlunterreicht hingegen erachtet der Regierungsrat die vorgeschlagenen 39 Lektionen von der 7. bis zur 9. Klasse als zu wenig. Zudem schlägt er in den Bereichen Medien und Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) ein eigenes Fach ab der fünften Klasse vor.

In der kantonsinternen Vernehmlassung seien von mehreren der 32 Teilnehmern die Fremdsprachen auf der Primarstufe thematisiert worden, teilte der Regierungsrat mit. Dies, obschon der Frühsprachenunterricht nicht speziell erfragt worden war.

Die Fremdsprachenlehrpläne würden inhaltlich kaum in Frage gestellt. Mehrere Gemeinden und Parteien äusserten jedoch Unsicherheiten, Vorbehalte oder Ablehnung gegenüber Französisch und Englisch auf der Primarstufe, wie es in der Mitteilung heisst.

Die Obwaldner Regierung regt deshalb an, dass die Schweizer Erziehungsdirektorenkonferenz respektive die Deutschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz die Sprachenfrage überprüft.

Der Lehrplan 21 war von den Deutschschweizer Kantonen gemeinsam erarbeitet worden und soll ohne Zentralisierung zu einer weiteren Harmonisierung der Schule beitragen. Grundlage dazu ist der 2006 vom Volk gutgeheissene Bildungsartikel in der Bundesverfassung.

Der Lehrer-Dachverband hat sich bereits Ende November zum Lehrplan 21 geäussert. Gute Noten erhielten Gestaltung und Form. Jedoch sei der Lehrplan 21 überladen und der Verfassungsauftrag zur Hamonisierung der Volksschule werde nur teilweise erfüllt, monierte der Verband.

pd/rem/sda

Hinweis: Ausführliche Informationen zum Projekt auf www.lehrplan21.ch

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