Leserbrief

Bildungsziele sind in Gefahr

«Keine zusätzlichen Schulwochen», Ausgabe vom 18. April

Christoph Keller, Hergiswil SVP-Landrat, Mitglied der Kommission Bildung Kultur Volkswirtschaft
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Als Vater zweier schulpflichtiger Kinder möchte ich mich bei allen Lehrpersonen bedanken. Es wird sehr viel geleistet, den Unterricht trotz Schulschliessung aufrechtzuerhalten. Aber wir müssen uns nichts vormachen: Homeschooling ist kein Ersatz zum Klassenzimmer – auch wenn von offizieller Seite gegenteilige «Jubelmeldungen» verbreitet werden.

Leidtragende der geschlossenen Schulen sind die Schulkinder und Eltern, die zu Hause versuchen, zu begleiten und zu motivieren. Der Heimunterricht erfolgt mit grossen Einschränkungen – auch wenn Lehrer und Eltern ihr Bestes geben. Besonders schwierig ist die Situation für sonst schon abgehängte Schülerinnen und Schüler oder für Kinder aus fremdsprachigen Familien.

Ich habe deshalb im Landrat vorgeschlagen, die Möglichkeit von zusätzlichen Schulangeboten während der Sommerferien zu prüfen. Man könnte zum Beispiel die erste und die letzte Sommerferienwoche als Nachhol- und Vertiefungskurswoche anbieten und je nach Bedarf Kinder mit Lerndefiziten zum Besuch eines solchen Kurses verpflichten.

Leider hat die Bildungsdirektorenkonferenz schon vorsorglich per Notverordnung die Kreativität der Kantone unterbunden. Dabei liegt das obligatorische Schulwesen in der Kompetenz der einzelnen Kantone! Die Nidwaldner Bildungsdirektion und die Schulleitungen wären gut beraten, zusätzliche Angebote für Kinder und Eltern zu schaffen, damit wir die Bildungsziele für das Schuljahr 2019/20 trotz Coronamassnahmen erreichen können.