BIOGAS: Mit Mist und Gülle das Badewasser aufheizen

Rund 450 Landwirtschaftsbetriebe in Nidwalden bilden ein weitgehend ungenutztes Reservoir für die klimafreundliche Produktion von Strom und Wärme.

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Dieser Bauer im Kanton Bern gewinnt auf seinem Hof bereits Biogas aus organischen Abfällen. (Bild Keystone)

Dieser Bauer im Kanton Bern gewinnt auf seinem Hof bereits Biogas aus organischen Abfällen. (Bild Keystone)

Gemäss einer aktuellen Erhebung liessen sich im Kanton Nidwalden rund 3000 Haushalte mit Energie aus Hofdünger versorgen. Mittels einer Befragung werde abgeklärt, in welchem Umfang Nidwaldner Landwirtschaftsbetriebe bereit sind, Hofdünger zur energetischen Nutzung zur Verfügung zu stellen, so die Energiefachstelle des Kantons Nidwalden in einer Mitteilung.

Die von der Arbeitsgemeinschaft Biogas Nidwalden realisierte Machbarkeitsstudie soll zudem Anhaltspunkte für die allfällige Realisierung von Biogasanlagen liefern und den Nutzen der Biogastechnologie für die Nidwaldner Landwirtschaft und Umwelt aufzeigen.

Landwirtschaft und Umwelt profitieren
Gemäss den aktuellen Erkenntnissen ist die Nutzung von Biomasse nicht nur aus energieund klimapolitischer Sicht bedeutsam. Auch die Landwirtschaft profitiert: Vergorener Hofdünger ist geruchsneutraler, pflanzenverträglicher und verfügt über eine bessere Nährstoffwirkung.

Die Umstellung auf eine umweltschonende Gülle-Ausbringtechnik per Schleppschlauch leiste einen Beitrag zur Reduktion der Ammoniakbelastung. Unkontrollierte Lachgas und Methan Emissionen würden bei der Lagerung von Hofdünger reduziert, heisst es weiter. Nicht zuletzt würden aus der energetischen Nutzung von Hofdünger Zusatzverdienstmöglichkeiten
im Landwirtschaftssektor entstehen.

Die Machbarkeitsstudie kostet 37'500 Franken
Die Arbeitsgemeinschaft Biogas Nidwalden, mit Fachleuten aus den Bereichen Energie, Ökonomie, Landwirtschaft, und der Kanton Nidwalden beteiligen sich zu je 50 Prozent an den Kosten der Machbarkeitsstudie in der Höhe von 37?500 Franken. Der Nidwaldner Bau ernverband ist in der Begleitgruppe vertreten. Die Kantonsmittel stammen aus dem Förderprogramm für erneuerbare Energieträger.

Die Befragung der Nidwaldner Landwirtschaftsbetriebe findet im Juni statt. Am 6. Juni orientiert die Arbeitsgemeinschaft Biogas Nidwalden die interessierten Landwirte im Hotel Engel, Stans über das Projekt «Ausschöpfbares landwirtschaftliches Biomassenergiepotenzial im Kanton Nidwalden».

ana