Blau-Weiss regiert im Buochser Seefeld-Stadion

Der Sportclub hat Erfahrung mit namhaften Gegnern im Schweizer Cup. Am Sonntag reist Rekordtitelhalter GC an den Vierwaldstättersee. Das Superlos bringt auch einigen Zusatzaufwand für den Nidwaldner Fussballverein mit sich.

Oliver Mattmann
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Freut sich auf das nächste Cup-Highlight des SC Buochs: OK-Präsident Ernst von Büren. (Bild: Corinne Glanzmann (Buochs, 24. Februar 2015))

Freut sich auf das nächste Cup-Highlight des SC Buochs: OK-Präsident Ernst von Büren. (Bild: Corinne Glanzmann (Buochs, 24. Februar 2015))

Selbstverständlich hofft Ernst von Büren auf eine Sensation, wenn der Sportclub Buochs in der 1. Runde des Schweizer Cups auf Super-Ligist GC trifft. «Ich bin Daueroptimist und tippe deshalb auf ein 2:1 für unser Team.» Doch der OK-Präsident des «Spiels des Jahres» für den 1. Ligisten hat noch einen anderen Herzenswunsch: «Es wäre toll, wenn mindestens 2000 Fans kommen und das Seefeld in ein Meer von Blau und Weiss verwandeln.» Es sind nicht nur die Clubfarben des SC Buochs, sondern bekanntlich auch jene des Rekordmeisters und -cupsiegers aus der Nordostschweiz.

Wenn der Aussenseiter aus Nidwalden am Sonntag also zu seinem nächsten Cup-Abenteuer startet (siehe Liste von früheren Resultaten), dann bietet das beschauliche Stadion am Ufer des Vierwaldstättersees ausnahmsweise sogar 4600 Zuschauern Platz. «Wir stellen eine zusätzliche Sitzplatz-Tribüne und mehrere Verpflegungsstände auf, um den Fans bestmögliche Voraussetzungen für ein tolles Cup-Fest zu bieten», sagt Ernst von Büren.

Knapp 200 Helfer stehen im Einsatz

Der OK-Präsident ist ein erfahrener Hase im Metier. Er war in der Saison 2014/15, als Buochs das grosse YB aus dem Cup warf, als Vereinspräsident bereits an vorderster Front dabei. «Ich bin vom heutigen Vorstand schon früh angefragt worden, ob ich als OK-Präsident in Frage kommen würde, sollten wir einen Gegner mit grossem Namen bekommen», erzählt der 58-Jährige. Und als Ende Juni das Los mit den Grasshoppers tatsächlich einen Brocken bescherte, war der Fall klar. Nur Tage später kam das 17-köpfige Buochser OK das erste Mal zusammen. «Die grosse Herausforderung bestand darin, vor dem Sommer noch möglichst viel aufzugleisen, weil danach zahlreiche Mitglieder und Helfer in die Ferien verreisten», so Ernst von Büren, der von total rund 180 Helferinnen und Helfer spricht, die rund um die Partie am Sonntag im Einsatz stehen werden.

Koordinationsbedarf bestand zum Beispiel auch mit dem Schweizer Fernsehen, das über das Cup-Highlight der Buochser berichten wird. Die Anzahl Stromanschlüsse zum Beispiel, die zur Verfügung gestellt werden müssen, ist gegenüber einem normalen Spiel um ein Vielfaches angestiegen. «Das kostet uns eine Stange Geld, auf der anderen Seite hoffen wir natürlich, dass uns der Match auch etwas in die Vereinskasse abwerfen wird.»

Ab Stans fahren zusätzliche Postautos

Ein grosser Posten sind die aufwendigen Sicherheitsvorkehrungen, unter anderem mit separatem Sektor für die Gästefans. Dass der FC Luzern fast gleichzeitig in Gland sein Erstrundenspiel austrägt, ist übrigens kein Zufall. «Wir hatten beim Fussballverband ein entsprechendes Anliegen deponiert», bestätigt Ernst von Büren auf Anfrage unserer Zeitung. Hintergrund: So soll vermieden werden, dass Luzerner Fans ins nahe Buochs reisen, um dort bewusst auf Zürcher Fans zu treffen. «Ich gehe davon aus, dass das Potenzial von Scharmützeln neben dem Rasen gering bleibt.» Dennoch werde die Polizei mit einem ansprechenden Aufgebot vor Ort präsent sein. «Hier hoffen wir auf die Unterstützung des Kantons, dass er die Kosten für den Polizeieinsatz nicht auf uns abwälzt. Sonst bleibt uns am Ende unterm Strich nichts mehr übrig», meint der OK-Präsident.

Eine andere Herausforderung ist vor allem logistischer Natur: die Anreise der Matchbesucher. Diesen wird empfohlen, zu Fuss, per Velo oder öffentlichem Verkehr zum Stadion zu reisen. Ab Bahnhof Stans werden hierfür um 12.26 Uhr zusätzliche Postautos fahren. Diese stehen nach dem Spiel auch für die Rückreise bereit. Das Parkplatzangebot vor Ort ist beschränkt, man weiche auch auf die Schule und grosse Parkplätze von Lebensmittelläden aus.

Doch zurück zur sportlichen Affiche: Ernst von Büren traut den Buochsern den Coup zu, nicht zuletzt weil GC als Tabellenletzter schlecht in die Meisterschaft gestartet ist. «Beim Gegner herrscht eine gewisse Anspannung, das könnte unsere Chance sein.» Auch der aktuelle Vereins-Co-Präsident Heinz Fischer ist zuversichtlich: «Wir haben eine eingeschworene Truppe. Dank früherer Cup-Erfolge wird sicher ein Ruck durch die Mannschaft gehen.» In erster Linie freue er sich aber einfach auf das Superlos, dass die Buochser gezogen haben. «Es ist für unsere Spieler genial, dass sie sich auf diesem Niveau messen können. Das ist in der 1. Runde nicht selbstverständlich.»

1. Runde Schweizer Cup, Sonntag, 19. August, 14.00: Buochs - GC. Tickets: Tribüne ungedeckt 40,-. Stehplatz Erwachsene 20.-, Stehplatz Kinder/Jugendliche 10.-. Vorverkauf: bei allen Verkaufsstellen der Raiffeisen Nidwalden, im Restaurant Chalet Seefeld in Buochs, bei allen Ticketcorner-Verkaufsstellen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Hinweise der Kantonspolizei

Infolge des Zuschaueraufkommens zum Cupspiel zwischen dem Sportclub Buochs und dem Grasshopper Club Zürich und den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen kann es laut einer Mitteilung der Polizei am Sonntag rund um das Buochser Seefeld ab 10 Uhr punktuell zu Einschränkungen kommen. Unter anderem sind der Strandweg für Spaziergänger ab dem Strandbad bis zur Bootshafenbrücke und die Strasse Seefeld gesperrt. Eine Umleitung wird signalisiert. Im Weiteren ist die Anzahl der Parkplätze eingeschränkt. Die Kantonspolizei hält alle Strandbad-, Camping-, Bootshafen- und Matchbesucher an, die Anweisungen der Sicherheitskräfte, insbesondere die Wegleitung auf die Parkplätze zu beachten. Sie empfiehlt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen.