Gemeindeversammlung
Gewinn von 3,1 Millionen Franken budgetiert: Hergiswil stimmt Steuerrabatt zu

Die Gemeindeversammlung in Hergiswil hat allen Anträgen der politischen Gemeinde sowie der Kirchgemeinde zugestimmt. Unter den Anträgen befanden sich Kredite zu drei Projekten.

Florian Pfister
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Die Feuerwehr in Hergiswil erhält ein neues Kleinlöschfahrzeug. Dem Antrag des Gemeinderats hat die Gemeindeversammlung vom Dienstag zugestimmt. Das alte Modell ist knapp 30 Jahre alt. Somit geht die Lebensdauer dem Ende zu. Die Kosten belaufen sich auf rund 450'000 Franken, wobei 40 Prozent durch die Nidwaldner Sachversicherung gedeckt wird. Ein Bürger setzte sich dafür ein, neben Benzin- oder Dieselfahrzeugen auch alternative Treibstoffarten zu prüfen. Der Gemeinderat wird daher auch elektrische und Wasserstoff-Fahrzeuge im Pflichtenheft aufführen.

Die Sanierung am Steinibach in Hergiswil im Jahr 2016.

Die Sanierung am Steinibach in Hergiswil im Jahr 2016.

Archivbild: NZ

Auch dem Kredit von 1,3 Millionen Franken für die weitere Sanierung des Steinibachs und seinen Zuflüssen hat das Stimmvolk zugestimmt. Hier subventionieren Bund und Kanton rund 60 Prozent der Kosten. Damit ist der Hochwasserschutz am und rund um den Bach auch in den kommenden Jahren gewährleistet. In einzelnen Etappen zwischen 2022 und 2030 sollen hauptsächlich die Holzkännel ersetzt und einzelne Holzsperren instand gesetzt werden. Der Steinibach wurde bereits in den vergangenen knapp 40 Jahren in verschiedenen Etappen baulich bearbeitet. Im vergangenen Jahr wurde festgestellt, dass bei zahlreichen Objekten die Lebensdauer erreicht und die vorgesehene Schutzfunktion nicht mehr vollumfänglich erfüllt ist. Trotz dieses Projekts werden ab 2024 auch bauliche Massnahmen im Abschnitt zwischen Grossmatt und dem See umgesetzt.

Kurplatz erhält Bucht aus Kies

Der Kurplatz am See wird revitalisiert. «Speziell das Hochwasser im Sommer hat gezeigt, dass immer mehr Mängel entstehen», sagte Daniel Rogenmoser, der unter anderem für den Liegenschaftsunterhalt zuständig ist. Die Gemeindeversammlung stimmte dem Projektkredit von 330'000 Franken zu. Auch hier übernehmen Bund und Kantone rund 60 Prozent der Kosten. Das Projekt sieht eine Bucht aus Kies und ein Atrium vor, ausgestaltet mit Blocksteinstufen. Die Umsetzung ist von Herbst 2023 bis Frühling 2024 geplant.

Die Stimmbevölkerung hat dem Budget 2022 grossmehrheitlich zugestimmt. Für das kommende Jahr rechnet die Gemeinde mit einem Ertragsüberschuss von 3,1 Millionen Franken bei einem Ertrag von 42,8 Millionen Franken. «Bei den juristischen Personen können wir trotz der Coronapandemie mit mehr Ertrag rechnen als zunächst erwartet», sagte Finanzchef Jürg Weber. Die Gemeinde weise eine solide finanzielle Lage aus. Daher hatte der Gemeinderat beantragt, den Steuerfuss bei den natürlichen Personen für das kommende Jahr bei 1,49 Einheit zu lassen und einen Steuerrabatt von 0,15 Einheiten auf die Einkommen- und Vermögenssteuer der natürlichen Personen zu gewähren. Auch diese Anträge wurden grossmehrheitlich angenommen. Zwei Einbürgerungsgesuche wurden nachfolgend erteilt.

Gemeindepräsident Remo Zberg bei der Abstimmung des Budgets 2022.

Gemeindepräsident Remo Zberg bei der Abstimmung des Budgets 2022.

Bild: Florian Pfister (Hergiswil, 23. November 2021)

«Remo Zberg wird eine Lücke hinterlassen»

Dem vorzeitigen Rücktritt von Gemeindepräsident Remo Zberg (FDP) auf den 30. Juni 2022 hat das Volk zugestimmt. Zberg beendet damit sein politisches Engagement für die Gemeinde zwei Jahre vor der ursprünglichen Amtsdauer. «Die Tätigkeit im Gemeinderat braucht viel Zeit und Energie», sagte Vizepräsidentin Christa Blättler. «Mit 68 Jahren will Remo Zberg diese anderweitig aufwenden.» Christa Blättler dankte dem abtretenden Präsidenten, verabschiedet wird er an der Gemeindeversammlung im Frühling. «Du wirst eine Lücke hinterlassen, wir verstehen aber den Entscheid», sagte Christa Blätter weiter. Die Ersatzwahl in den Gemeinderat findet am 15. Mai 2022 statt.

An der nachfolgenden Kirchgemeindeversammlung informierte Präsident Martin Dudle über den aktuellen Stand der Arbeiten der Neugestaltung des Kirchenareals. Geplant ist es, die Umsetzung im Sommer 2022 zu starten. Das Budget schliesst mit einem Defizit von rund 570'000 Franken ab. Dies erklärt sich durch den angenommenen Steuerrabatt von 440'000 Franken, was 0,07 Einheiten entspricht, sowie einem operativen Mehraufwand von rund 130'00 Franken. Darunter fallen beispielsweise die Kirchenmusik und die Seelsorge-Aktivitäten. Der Steuerfuss bleibt im kommenden Jahr unverändert bei 0,21 Einheiten.