Budget der Reformierten Nidwaldner sorgte für Diskussionsstoff

Gestiegene Löhne gaben bei der Versammlung der Evangelisch-Reformierten Kirche Nidwalden zu reden.

Richard Greuter
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Wolfgang Gaede, Präsident der Evangelisch-Reformierten Kirche Nidwalden (links), mit Albert Schnyder Burghartz von Hochschule Luzern: Er hat die Strukturen der Kirche untersucht.  Bild: Sepp Odermatt, Stansstad, 26. November 2018)

Wolfgang Gaede, Präsident der Evangelisch-Reformierten Kirche Nidwalden (links), mit Albert Schnyder Burghartz von Hochschule Luzern: Er hat die Strukturen der Kirche untersucht.  Bild: Sepp Odermatt, Stansstad, 26. November 2018)

Vielleicht hatte Maria-Julia Lazarescu ihre Hand im Spiel. In ihrem rasanten Klavierkonzert zu Beginn der Versammlung war ein Musikstück mit dem Namen «Gewitter» enthalten. Dass das Gewitter dann tatsächlich losging, konnte die virtuose Organistin nicht ahnen und sie hatte es auch nicht bemerkt, sondern den Saal des ökumenischen Kirchgemeindehauses in Stansstad längstens verlassen.

Für das Gewitter sorgte das Budget: Mit einem Gesamtaufwand von 2,7 Millionen Franken und einem Ertragsüberschuss von 73'000 Franken, ähnlich wie in früheren Jahren, sorgte es für Diskussionsstoff. Innert acht Jahren seien die Löhne von 250'000 auf weit über 500'000 Franken gestiegen, kritisierte der ehemalige Kirchengutsverwalter Franz Nick, und stellte die Frage: «Was haben wir Steuerzahler für einen Mehrwert von 319'000 Franken?» Andere Wortmeldungen hinterfragten den Lohnanstieg innerhalb der Kirche, insbesondere den der Religionslehrerinnen.

«Das Geld kommt doppelt von Herzen zurück»

Laut Kirchengutsverwalter Max Marthaler mussten zwei Budgetposten aufgestockt werden. Alles werde immer komplexer, sodass der Personalaufwand steige, meinte Marthaler. Präsident Wolfgang Gaede betonte, dass im Budget auch die Löhne der Religionslehrerinnen enthalten sind. Diese seien mit andern Kirchen verglichen und leicht angepasst worden. Erhöht wurden auch einige Teilpensen. Auch die neugeschaffene Stelle für Jugendarbeit sei mit höheren Lohnkosten verbunden. Die Buchhaltung sei früher extern geführt worden, was auch Kosten verursachte. Heute geschehe das intern und dieser Lohnaufwand sei spürbar. «Zudem ist die heutige Rechnung viel transparenter», sagte Gaede. Mit dem Harmonisierten Rechnungsmodell 2 könne man genau sehen, was mit dem Geld passiert. «Das hat es früher nie gegeben», sagte Gaede.

Sarah Ronner brachte die Diskussion, die ins Leere zu laufen drohte, schliesslich zum Stoppen. Die Kirchensigristin schilderte spontan ihre Tätigkeit und dass sie während 24 Stunden erreichbar sei. Sie sei für die Elektrizität, die Heizung und auch mal für Wasserschäden zuständig und habe mit einem Stundenlohn von 16 Franken angefangen. «Das Geld, das Sie für uns ausgeben, kommt doppelt und von Herzen zurück», sagte die dreifache Mutter und erhielt für dieses Bekenntnis einen grossartigen Applaus. Letztlich lehnte die Kirchgemeindeversammlung einen Rückweisungsantrag ab und genehmigte das Budget mit einer Gegenstimme.

Zur Sprache kam auch ein offener Brief des Kirchenrates zur Strukturdiskussion. Vor einem Jahr hatte die Kirchgemeindeversammlung beschlossen, mit externer Hilfe eine Situationsanalyse vorzunehmen. Am vergangenen Montag wurden nun die ersten Umrisse bekannt. Dabei soll eine Stärkung der zentralen Verwaltung den Kirchenrat entlasten. Anstelle der Kirchenpflegen und der Gemeindekreisversammlungen sollen die drei Gemeindekreise Stans, Hergiswil und Buochs gestärkt werden. Sie sollen über ein Budget verfügen, das sie selber einsetzen. Albert Schnyder von der Hochschule Luzern, der die Situationsanalyse begleitete, befragte die Versammlung über ihre Wünschen und Vorschläge. Allzu viel Greifbares kam dabei nicht heraus. Den einen ging es zu schnell, andere wünschten etwas mehr Fleisch am Knochen. Mit Blick auf den spielsüchtigen Küssnachter Pfarrer kam auch eine allfällige Abwahl von Pfarrpersonen zur Sprache. Noch nicht ganz klar ist, wer künftig Pfarrpersonen wählt.

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