BÜREN: Amstad stellte Demokratie ins Zentrum

Der neue Regierungsrat Ueli Amstad nahm kein Blatt vor den Mund. In Büren sprach er pointiert und mutig. Nicht zur Freude von allen.

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Ueli Amstad während seiner Rede. (Bild Kurt Liembd/Neue NZ)

Ueli Amstad während seiner Rede. (Bild Kurt Liembd/Neue NZ)

Die Gemeinde Oberdorf feierte die 1. August-Feier bereits am 31. Juli. Im Turnus mit Niederrickenbach und Oberdorf fand die Feier am Donnerstag auf dem Schulhausplatz in Büren statt. Über 300 Leute fanden sich ein. Es gab einen Begrüssungsapero von der Gemeinde, Älplermagronen, Grillwürste und Kuchen vom Feinsten. Organisiert wurde das Fest vom Feuerwehrverein und vom Kirchenchor Büren.
«Wir sind stolz Oberdörfler zu sein», verkündete Gemeindepräsident Paul Achermann mit politischer Inbrunst und Leidenschaft. In gewohnt origineller Versform würdigte er den Geburtstag der Eidgenossenschaft und stellte die Feier unter das Motto «Wir zeigen Flagge».

Schweizer Lob und Kritk an Bern
Flagge zeigte auch der offizielle Festredner Ueli Amstad. Es war seine erste Rede vor dem Volk. Amstad würdigte das politische System der Schweiz. «Direkte Demokratie heisst, nicht nur seine eigene Meinung kundzutun, sondern auch mit seiner Stimme Entscheidungen und Beschlüsse von Parlament und Regierung kritisch zu begleiten und im Zweifel dagegen anzukämpfen. Dieses weltweit einzigartige Recht hat unserem Land Sicherheit, Frieden und Wohlstand gebracht und brachte ein politisches System hervor, welches von andern Ländern beneidet wird», sagte Amstad.

Ueli Amstad verkündete aber nicht nur Lob an die Schweiz. So kritisierte er Bundesbern, weil dieses zwei europapolitische Fragen in einem Paket verknüpft: Die Verlängerung der Personenfreizügigkeit mit der EU sowie die Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf Rumänien und Bulgarien. «Was soll ich jetzt stimmen, wenn ich zum Beispiel für die Weiterführung der Personenfreizügigkeit bin, aber gegen die Ausdehnung auf Rumänien und Bulgarien?», fragte Amstad und mahnte: «Demokratie heisst Volksherrschaft. Mit solchen verknüpften Abstimmungen lässt man das Volk beiseite, es bleibt nur noch die Herrschaft». Dies mache der Demokratie weh und wecke Staatverdrossenheit, so Ueli Amstad. Seine Befürchtung: «So bewegen wir uns Schritt für Schritt in die Unfreiheit.»

Kurt Liembd

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Nidwaldner Zeitung.