BÜRGENSTOCK: 400 Angestellte erhalten ihre Uniform

Für die Eröffnung in drei Wochen fehlen nur noch 50 Angestellte. Momentan läuft die Einkleidung mit Uniformen und Arbeitskleidern. Rund drei Wochen dauert es, bis alle vorerst 400 Angestellten ihre passenden Kleider haben.

Philipp Unterschütz
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Bankettmanager Massimo La Peruta probiert unter der Mithilfe von Sara Debrunner (links) und Cornelia Bamert seine Uniform an. (Bild: Philipp Unterschütz (Bürgenstock, 3. August 2017))

Bankettmanager Massimo La Peruta probiert unter der Mithilfe von Sara Debrunner (links) und Cornelia Bamert seine Uniform an. (Bild: Philipp Unterschütz (Bürgenstock, 3. August 2017))

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@nidwaldnerzeitung.ch

In den beiden neuen Personalhäusern auf dem Bürgenstock geht es zu wie in einem Bienenhaus. Die Uniformen und Ar­beitskleider sind eingetroffen, alle Angestellten haben einen Termin erhalten, wann sie zur Anprobe erscheinen müssen. Die Uniformen bestehen aus verschiedenen Teilen. «Grundsätzlich erhalten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter drei Sets, ­bestehend aus dunkler Hose, hellem Hemd mit Krawatte oder Bluse und dunkler Jacke. Dazu gibt es zwei zusätzliche Hemden oder Blusen», erklärt die Personalchefin des Bürgenstock-Resorts, Astrid Kaiser.

Was auffällt: Es fehlen aufgestickte Logos des Resorts. «Wir arbeiten mit Namensschildern, auf denen das Logo drauf ist. Nur die Restaurants haben ihren eigenen Brand aufgestickt.» Aber eine wichtige Gemeinsamkeit gibt es doch: Auf allen Uniformen ist diskret eine Blüte der Türkenbund-Lilie aufgestickt. Die in der ganzen Schweiz geschützte, eher seltene Pflanze findet man auf dem Bürgenstock relativ häufig. «Die Blume soll unsere regionale Verbundenheit ausdrücken», sagt Kaiser. Verschiedene Firmen haben sich für den lukrativen Bekleidungsauftrag beworben. Ein Fünfergremium aus der Geschäftsleitung hat schliesslich die Wahl ­getroffen. Die Bekleidung der ersten 400 Mitarbeiter lässt sich das Bürgenstock Resort über eine halbe Million Franken kosten.

Einkleidung des Personals dauert gegen drei Wochen

Die Uniformen kommen bei den Mitarbeitern gut an, versichert Cornelia Bamert, Projektleiterin bei der Firma Image Wear, welche die Uniformen und Arbeitskleider entworfen und geliefert hat. «Das Einkleiden der 400 Mitarbeiter dauert zwei bis drei Wochen, die ersten 150 haben wir bereits bedient.» Dabei wer­­den von ihrem Team unter anderem genaue Grössen aufgenommen und beispielsweise Hosensäume für die Schneiderei abgesteckt. Im gleichen Zug können die Mitarbeiter Schuhe aus einer Auswahl bestellen. Diese müssen sie allerdings selber bezahlen. Bankettmanager Massimo La Peruta, der soeben Hose und Kittel probiert, betont, es sei extrem wichtig, gutes Schuhwerk auszuwählen. «Wir sind schliesslich permanent auf den Beinen. Ich bin mit der Auswahl und mit der Uniform sehr zufrieden.» Ähnlich äussert sich Andrea Bumüller, Leiterin der Gartenabteilung. Sie hat keine Uniform, sondern Arbeitskleidung bekommen: «Wir durften die Teile aus einer Auswahl selber aussuchen. Alles ist sehr zweckmässig und bequem.»

Mehr als die Hälfte sind Schweizer Bürger

Auf Hochtouren laufen im Hinblick auf die Teileröffnung am 28. August auch immer noch der Rekrutierungsprozess und die Schulungen. Aktuell sind 350 Personen angestellt, es fehlen noch 50. «Mit 400 Mitarbeitern können wir starten, ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das schaffen», ist Astrid Kaiser überzeugt. Offene Stellen habe man vor allem noch im Bereich Servicekräfte und gelernte Köche. Bis zum Vollbetrieb ab 2020 wird sie den Mitarbeiterstab kontinuierlich auf 800 Personen ausbauen müssen. Mehr als die Hälfte wohnt in Personalzimmern auf dem Berg.

Immer wieder gab es im Zusammenhang mit der Personalrekrutierung auf dem Bürgenstock Diskussionen. Vor diesem Hintergrund sind deshalb wohl auch die Zahlen zu verstehen, die Medienchef Raphael Amrein mit einem gewissen Stolz präsentiert: 85 Prozent der Mitarbeiter leben in der Schweiz, 50 Prozent haben den Schweizer Pass. 32 Verträge (10 Prozent) entstanden aus Kontakten mit dem RAV, weitere ­seien im Gespräch. Zudem fanden 14 Flüchtlinge auf dem Bürgenstock eine Stelle. Erneut weist Amrein Vorwürfe betreffend Lohndumping zurück. «Wir zahlen allen Angestellten, ob Schweizer oder Ausländer, je nach Funktion die gleichen Löhne. Wir sind wie alle anderen Hotels auch dem nationalen Gesamtarbeitsvertrag unterstellt.»