BÜRGENSTOCK: Besucheransturm auf Bürgenstock-Baustelle

Über 30'000 Personen haben bisher die Baustelle des Resorts besucht. Hunderte von Führungen hat Steve Nikolov, Direktor Sales und Marketing, selber bestritten.

Martin Uebelhart
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Martin Uebelhart

martin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch

«Läck mir!» ist der Ausruf eines Gastes, als er am sommerlichen Nachmittag die Terrasse des Palace Hotels betritt und sich ihm die Aussicht über das Luzerner Seebecken bietet. Der Mann gehört zu einer Gruppe von Hotelleriesuisse, die im Rahmen ihrer Delegiertenversammlung einen Abstecher auf die Baustelle des Bürgenstock Resorts macht.

Steve Nikolov begrüsst die rund 130 Personen, die in zwei Gruppen eine Präsentation und eine Führung besuchen. Nikolov ist seit gut fünf Jahren Direktor Sales und Marketing der Bürgenstock Selection. Dazu gehören neben dem Resort auch das Hotel Schweizerhof in Bern und das Hotel Royal Savoy in Lausanne. «Das Resort beschäftigt mich natürlich derzeit am meisten», sagt Steve Nikolov im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Führungen durch die Baustelle, die er mit seinem Team durchführt, seien nur ein kleiner Teil der Arbeiten. «Unsere Hauptaufgabe ist es, das Resort zu vermarkten.» Dazu besucht er Messen im Ausland, trifft Reiseveranstalter und versucht, diesen das Produkt Bürgenstock Resort schmackhaft zu machen. «Das braucht meist mehrere Anläufe.»

Bis zu fünf Führungen pro Tag

Auch im Inland versucht seine Abteilung, das Resort für die Zeit nach der Eröffnung im Sommer zu positionieren. Führungen seien dafür ein wesentliches Instrument. «Man kann noch so schöne Präsentationen, Websites, Bilder oder Filme über das Resort zeigen, doch man muss es einmal gesehen haben.» Noch jeder, mit dem er gesprochen habe, habe ihm nachher gesagt, bisher gar keine Vorstellung von den Ausmassen und Möglichkeiten des Resorts gehabt zu haben.

Daher lohne es sich, hier Geld zu investieren und Leute zu Besichtigungen einzuladen. Wenngleich dies im Moment ein regelrechter Kraftakt sei: «Wir haben bis zu fünf Führungen pro Tag.» Gleichzeitig hätten die Anfragen für Events seit Anfang Jahr stark zugenommen, erzählt Nikolov. «Da ist alles dabei: vom Geburtstag für zehn Personen bis zum Anlass für 450 Leute über vier Tage.» Wegen der Führungen kämen er und sein Team fast nicht mehr mit dem Bearbeiten der Anfragen nach. Aber das sei natürlich ein Luxusproblem: «Wir stellen laufend mehr Leute ein.» Nikolov war schon auf der halben Welt in der Hotellerie tätig und hat sich seit dem ersten Tag mit dem Projekt identifiziert: «Das ist einmalig, und es ist sensationell, was man da alles machen kann.» Für ihn und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei es faszinierend gewesen, fast von Anfang an beobachten zu können, wie sich das Ganze entwickelt.

Über 30'000 Besucherinnen und Besucher sind inzwischen durch die Führungen geschleust worden. Und darin ist etwa das Wochenende der offenen Baustelle, das vergangenes Jahr 10'000 Leute anzog, noch gar nicht mitgerechnet. Bis zu 1'000 Führungen hat Nikolov selber begleitet. «Ich habe das immer gerne gemacht», sagt er. Die Gäste hätten vielfältige Fragen: Warum die Kataris das Resort kauften und so viel Geld investierten, Fragen nach baulichen und geologischen Herausforderungen. Wie das lief mit den Baubewilligungen oder Verzögerungen. «Die Fragen haben uns geholfen, die Führungen immer wieder anzupassen», hält Nikolov fest. Was den Leuten auf den Führungen am besten gefalle, lasse sich nur schwer festmachen. «Die einen mögen die erhaltene ursprüngliche Architektur, die anderen das Moderne.» Fasziniert seien viele von den riesigen Aussenflächen rund um die Gebäude, die nun mehr und mehr wahrnehmbar würden.

«Nach der Eröffnung erwarten wir einen Ansturm», sagt Steve Nikolov weiter. «Viele werden dann das Resort besuchen, um vor Ort Zeugen zu sein, wie alles fertig aussieht.» Es werde auch künftig Führungen geben, allerdings weniger, und sie würden kostenpflichtig. «Wir müssen darauf achten, dass die Gäste nicht gestört werden.»