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BÜRGENSTOCK: Bruno H. Schöpfer: «Weihnachten war schon Hochsaison»

Bruno H. Schöpfer managte den Bau des Hotel-Resorts. Dafür erhält er viel Lob. Leicht hatte er es aber nicht immer. Einmal wurde Schöpfer sogar an einem Freitagabend entlassen und am folgenden Montag wieder eingestellt.
Bruno H. Schöpfer, Managing Director des Bürgenstock Hotels, im Waldhotel Healthy Living. (Bild: Boris Bürgisser (Bürgenstock, 14. Dezember 2017))

Bruno H. Schöpfer, Managing Director des Bürgenstock Hotels, im Waldhotel Healthy Living. (Bild: Boris Bürgisser (Bürgenstock, 14. Dezember 2017))

Interview: Rainer Rickenbach

Bruno H. Schöpfer, als Sie die Bürgenstock-Projektplanung vor neun Jahren an die Hand nahmen, sagten Sie in einem Interview, die schönste Schlagzeile nach der Eröffnung wäre: «US-Schauspieler George Clooney verkauft seine Villa am Comersee und zieht auf den ­Bürgenstock». Und – Ist er inzwischen da?

Nein, er war noch nicht da. So schnell geht es nicht, bis wieder Prominente in den Bürgenstock-Gebäuden ein und aus gehen. Die Hotels sind erst seit einigen Wochen offen, und wir sind noch damit beschäftigt, dem Resort den letzten Feinschliff zu verpassen. Die offizielle Eröffnung mit den Investoren aus Katar ist für den nächsten Mai terminiert.

Und andere klingende Namen als Clooney?

Wie erwähnt, wir stehen erst am Anfang. Ehrlich gesagt würde ich in den ersten sechs Monaten nach Eröffnung eines Hotels einen Bogen darum herum schlagen, denn ich bin nicht erpicht darauf, mich mit Kinderkrankheiten konfrontiert zu sehen, die am Anfang einfach dazugehören. Wir blieben indes bisher vor grösseren Ereignissen dieser Art verschont.

Sie mussten 147 Baubewilligungen für das Resort einholen. Wie haben Sie den Investoren aus Katar die facettenreiche Bewilligungskultur der Schweiz erklärt?

Ja, selbst für das Bienenhäuschen brauchte es eine Baubewilligung, und für die beiden Skulpturen sogar zwei. Gewundert haben sich die Investoren darüber schon.

Die Kataris haben vor zehn Jahren den Bürgenstock gekauft. Dank dem gestiegenen Frankenwert war die Hotelanlage in den Büchern schnell viel mehr wert. Wie sieht diese Rechnung aus?

Sie trifft nur beschränkt zu. Denn in all den Jahren gab es immer wieder Währungsschwankungen, mal lag der Dollar bei 1.10 Franken, mal bei 0.88 Franken. In Katar werden internationale Investitionen in US-Dollar in der Bilanz geführt. Anders als der Euro erlitt dieser aber keinen gravierenden Wertverlust. Viel wichtiger als die Devisen-Wertschwankungen ist für den Immobilienwert aber etwas anderes.

Nämlich?

Die Lage. Schon Hotelier Konrad Hilton hatte erkannt, worauf es bei einer Hotelliegenschaft ankommt: «Lage, Lage, Lage!» Was diese angeht, braucht das Bürgenstock-Resort keinen Vergleich zu scheuen. Sie ist einmalig. Der Bürgenstock bietet unvergleichliche Einblicke in die Bergwelt sowie das Mittelland, und die Destination ist innert nützlicher Frist erreichbar.

Stimmt es eigentlich, dass Sie einmal an einem Freitagabend von den Investoren entlassen und am darauffolgenden Montagmorgen von ihnen gleich wieder angestellt wurden?

Ich möchte diese Frage nicht verneinen (lacht). Aber ich äussere mich auch nicht weiter dazu. Die Investoren stehen natürlich auch unter Druck. Vor drei Jahren zum Beispiel sackte der Öl- und Erdgaspreis von 100 auf 30 Dollar pro Barrel ab.

Das Resort wird seit zweieinhalb Monaten Schritt um Schritt für die Gäste zugänglich. Während der schönen Herbsttage strömten ­Tausende auf den Berg.

Wir wurden fast überrannt. Für unser Personal war es die erste heftige Bewährungsprobe. Sie bestand sie gut. Die Restaurants waren von Anfang an voll. Seit der Wellness- und Spa-Bereich zugänglich ist, sind die Hotels vor allem von Freitag bis Sonntag sehr gut gebucht. Der Auftakt ist wirklich gut gelungen. Dazu trugen auch die Kombinationsangebote bei, mit denen sich während der Werktage zu recht günstigen Preisen Wellness und Diner, Teestunde und Spaziergänge und einiges mehr verbinden lassen. Die Anfahrt per Schiff und Bahn von Luzern ist in den Packagepreisen inbegriffen. Die Nachfrage ist gross.

Wie steht es denn um die Hotel­auslastung?

Über die Weihnachtstage hatten wir bereits Hochsaison. Wir waren so gut wie ausgebucht, das zu den vollen Preisen.

Woher kommen die Gäste?

Fast alle aus der Schweiz, ein schöner Teil davon aus der Zentralschweiz. Wenn ich mich auf dem Bürgenstock umsehe, fällt der Blick auf Ortschaften wie Zug, Meggen, Küssnacht oder die Stadt Luzern. Wir sind in der glücklichen Lage, dass viele zahlungskräftige Leute sozusagen vor unserer Haustüre wohnen. Und für die weniger reiche Klientel ist der Bürgenstock als Tagesausflugsziel interessant.

Wie läuft der Kongress- und Seminartourismus an?

Sehr gut. Es gab viele kleinere und mittlere Unternehmen aus der Deutschschweiz, die hier waren. Für uns war es eine gute Vorbereitung auf die grossen Firmenseminare.

Welche Zielsetzungen haben Sie sich für 2018 gesetzt?

Wir wollen nicht euphorisch werden. Unser Ziel ist eine Resort-Auslastung von 60 Prozent. Es braucht drei Jahre, um den Betrieb voll zur Entfaltung zu bringen. Ob es gelingt, wird stark vom Medical Waldhotel abhängen, weil die Rehabilitationskuren und die Behandlung von psychosomatischen Krankheiten auch ausserhalb der Hauptsaison für Auslastung sorgen.

Sie verfügten über 550 Millionen Franken für Planung und Bau des Resorts. Hat diese Summe ausgereicht?

Es gelang, das Budget einzuhalten. Es ist sogar ein wenig übrig geblieben (lacht). Die grosse Herausforderung ist nun die Personalsituation. Wir müssen uns ­anstrengen, die guten Mitarbeitenden nicht zu verlieren.

550 Mitarbeitende sind im Resort beschäftigt. Wie fällt die Bilanz der Zusammenarbeit mit den regionalen Arbeitsvermittlungszentren aus?

Über sie fanden wir 30 Personen. Die Zusammenarbeit war ein Erfolg. Auch unsere Personalabteilung hat da einen ausgezeichneten Job geleistet.

Hinweis

Bruno H. Schöpfer (62) war neun Jahre lang Verantwortlicher für das Resortprojekt auf dem Bürgenstock. Als Managing Director trägt er auch nach der Eröffnung die Gesamtverantwortung. Schöpfer war zuvor 30 Jahre lang als Kadermitglied in verschiedenen internationalen Hotels tätig. Aufgewachsen ist er im Entlebuch.

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