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Buntes Licht verzauberte Stansstad

Mit einer spektakulären Lichtschau startete die Gemeinde ins Jubiläumsjahr.

Edi Ettlin
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Zum Start des 600-Jahr-Jubiläums war in Stansstad eine grosse Lichtshow zu bewundern.

Zum Start des 600-Jahr-Jubiläums war in Stansstad eine grosse Lichtshow zu bewundern.

Bild: Edi Ettlin (Stansstad, 2. Januar 2020)

Feierlich erhob Gemeindepräsident Beat Plüss am Donnerstag bei der Hafenpizzeria das Champagnerglas und wünschte der in grosser Zahl aufmarschierten Bevölkerung ein erfreuliches Jahr. «Heute ist der erste Tag, an dem wir den 600. Geburtstag unseres Dorfes feiern», freute er sich.

Landammann Alfred Bossard kam in seiner Ansprache auf das sechshundertjährige Schriftstück zu sprechen, aus welchem hervorgeht, dass sich die Stansstader Ürte offenbar irgendwann kurz vor dem Jahr 1420 von Stans losgelöst hat. Das Fehlen eines genauen Datums sehen die Stansstader nun als Aufforderung, die Feierlichkeiten auf das ganze Jahr zu verteilen. Gemeindeschreiber Lukas Liem erklärte: «Wir sind vor zwei, drei Jahren auf das Jahr 1420 aufmerksam geworden und haben beim Staatsarchiv abgeklärt, ob es als Aufhänger für ein Jubiläum taugt.» Nachdem man die Vereine zum Mitmachen eingeladen habe, sei ein vielfältiges Programm entstanden. Wie Beat Plüss betonte, ist es genau dieses gemeinschaftliche Anpacken, welches ein gutes Dorf ausmache.

Vom Urknall bis heute

Gespannt warteten die Leute – von der Gemeinde mit Getränken und Risotto versorgt – auf die Hauptattraktion des Abends: die Illuminierung der Stansstader Wahrzeichen durch den bekannten Zürcher Lichtzauberer Gerry Hofstetter. Dem geschichtlichen Anlass angemessen blendete auch die Show zurück in die Vergangenheit und begann mit der Entstehung des Universums. Doch schon bald erschienen ein Pfahlbauerdorf aus der Dunkelheit oder die Engelberger Klosterkirche – eine Referenz ans 900-jährige Kloster. Als Leinwände seine 6000-Watt-Projektoren nutzte Gerry Hofstetter den Schnitzturm, das Hotel Winkelried und diverse Bäume. Die Feuerwehr erzeugte einen Wasserfächer, der ebenfalls als Projektionsfläche diente. Die 20-minütige Show, welche am Berchtoldstag gleich zweimal aufgeführt wurde, bot aber mehr als nur Lichtbilder. Auf einem Ponton vor dem Schnitzturm agierten kostümierte Darstellerinnen und Darsteller. Zentral sind für Hof­stetter, der sich als Komponist des Spektakels bezeichnet, die Schatten, die dadurch entstanden. «Es sind die Schatten der Vergangenheit, die auf dem Schnitzturm sichtbar wurden», erläutert er.

Vor dem Einnachten wirft Gerry Hofstetter nochmals einen Blick auf seinen ausgeklügelten Ablaufplan.
24 Bilder
Alle Requisiten sind griffbereit für den nächtlichen Auftritt am See.
Die Operateure an den Projektoren üben das Auswechseln der Lichtbilder.
Adrian Gander startet mit seinem Graffiti, welches er im Lauf des Jahres mehrmals live übersprayen wird.
Als die Dunkelheit anbricht, versammeln sich die Schaulustigen beim Dorfplatz am See.
In der Hafenpizzeria wird Risotto an die Bevölkerung ausgegeben.
Gemeindepräsident Beat Plüss eröffnet das Jubiläumsjahr und wünscht allen Gästen ein erfreuliches Jahr 2020.
Das Logo des Jubiläums wird dieses Jahr zahlreiche Veranstaltungen begleiten.
Die Gründung des Klosters Engelberg vor 900 Jahren ist ebenfalls ein Thema auf der temporären Seebühne.
Die Illuminierung beginnt mit der Entstehung der Welt und der Menschheit.
Zur Gründung der Eidgenossenschaft taucht Gerry Hofstetter die Szenerie in patriotische Farben.
Der Rütlischwur wirft Schatten auf das Gemäuer des Schnitzturms.
Die Schaulustigen vor dem Hotel Winkelried werden von einer Schar Engel behütet.
Die Projektoren aus Gerry Hofstetters Arsenal bringen 6000 Watt Leistung.
Zwei Wahrzeichen Nidwaldens treffen aufeinander.
Die 600-jährige Eigenständigkeit Stansstads wird mit einem Feuerregen von den Zinnen des Schnitzturms gefeiert.
Ballettänzerin Noelle Christ gibt eine Kostprobe aus dem Schwanensee.
Auch das Trauma Nidwaldens hat seinen Platz: Die Franzosen marschieren auf.
Nach dem Gemetzel triumphieren die französischen Soldaten.
Nach dem Franzosenüberfall steht Nidwalden in Flammen.
Gegen Ende der Lichtschau bricht in Stansstad die Moderne an.
Ein Astronaut blickt vom Schnitzturm auf Stansstad.
Das Stansstader Wappen und sein Vorbild erhellen die Januarnacht.
Am Ende des Spektakels knallt es vom Himmel über Stansstad.

Vor dem Einnachten wirft Gerry Hofstetter nochmals einen Blick auf seinen ausgeklügelten Ablaufplan. 

Bild: Edi Ettlin (Stansstad, 2. Januar 2020)

In lockereren Momenten der Aufführung verwandelte Balletttänzerin Noelle Christ die Szenerie in Tschaikowskis «Schwanensee» oder tanzte die Zuckerfee aus dem «Nussknacker». Ausführlich und mit pyrotechnischen Effekten wurde aber auch das dunkle Kapitel des Franzosenüberfalls von 1798 behandelt. In der Gegenwart angekommen, klang die Show schliesslich aus mit Louis Armstrongs hoffnungsvollem Lied «What A Wonderful World».

Lob an die Stansstader

Nicht nur für das Publikum, sondern auch für den mit einem 14-köpfigen Team angereisten Gerry Hofstetter war der Event in Stansstad etwas Besonderes. Er hat zwar schon Hieroglyphen auf die Pyramiden von Gizeh projiziert oder die Titanic auf einen Eisberg vor Grönland. Doch von den zahlreichen Mitwirkenden aus Stansstads Vereinen, der Feuerwehr und der Polizei zeigt er sich begeistert. «Wenn man so aus dem Vollen schöpfen kann, kann man nur gewinnen», schwärmt er. «Und die Mitwirkenden staunten am Schluss selbst, zu was sie fähig sind.»

Beitrag vom Zentralschweizer Fernsehen Tele 1: