BUOCHS: Armee hilft, Brandkatastrophe zu verhindern

Das Katastrophenhilfe-Bataillon 2 übte in der Innerschweiz den Ernstfall. Am östlichen Teil des Bürgenberges wurde das Löschen eines grösseren Waldbrandes geübt.

Richard Greuter
Merken
Drucken
Teilen
Die Rettungskompanie 2/3 beim Entladen der Boote für die Übung zum Löschen eines grösseren Waldbrandes. (Bild: Richard Greuter (Buochs, 6. März 2017))

Die Rettungskompanie 2/3 beim Entladen der Boote für die Übung zum Löschen eines grösseren Waldbrandes. (Bild: Richard Greuter (Buochs, 6. März 2017))

Nach einer längeren Trockenzeit wüten an zahlreichen Orten in der Innerschweiz grössere Waldbrände. In Nidwalden ist der Wald oberhalb der Unter Nas im Gebiet Rappersfluh und Scharti­grat in Brand geraten. Die Feuerwehren sind seit Tagen im Einsatz, doch ihre Kapazitäten reichen längst nicht mehr aus. Was sich wie eine Brandkatastrophe anhört, war die Ausgangslage einer zweitägigen Übung des Katastrophenhilfe-Bataillons 2 von Anfang Woche im Raum Buochs, Malters und Zug.

Am östlichen Teil des Bürgenberges breiteten sich die Flammen von der Rappersfluh und dem Schartigrat aus Richtung Unter Nas. Einzig in der Nähe der Kapelle St. Jost standen Leute der Feuerwehr im Einsatz, die das Feuer Richtung Rappersfluh bekämpften. Prekär war die Lage bei der Unter Nas. Der Zugang für Löschequipen war praktisch nur vom See aus möglich. Zudem sah das Szenario vor, dass in der ehemaligen Festung Unter Nas mit Personen zu rechnen sei, die es zu retten galt.

Wie der Kommandant der Rettungskompanie 2/3 Simon Scheller berichtete, erhielten die Feuerwehren durch zwei schwimmende Plattformen östlich vom Buochli und bei der alten Festung Unter Nas Unterstützung. In ­Buochs hievte die Armee diese beiden Plattformen mit einer Grösse von 6 auf 10 Metern mittels eines grossen Krans ins Wasser. Gleichzeitig stellten die Wehrmänner sechs Motorboote bereit. Sie dienten dem Personen- und Materialtransport. Beide Plattformen wurden mit zwei dieselbetriebenen Pumpen mit einer Leistung von 4000 Litern pro Minute bestückt. Bei der Plattform Buochli wurde das Löschwasser über eine Leitung den Hang hinaufgepumpt. Bei der Festung Unter Nas bekämpfte die Armee das Feuer mittels Wasserwerfer und Strahlrohren direkt von der Plattform aus.

Notbrücke in Malters und lange Löschleitungen in Zug

In Malters war eine Brücke über die kleine Emme unpassierbar geworden. Aufgrund dieser Ausgangslage erstellte die Sappeurkompanie bereits in den frühen Morgenstunden vom vergangenen Montag eine Notbrücke über die Kleine Emme. Innerhalb von vier Stunden war die Brücke mit einer maximalen Länge von 46 Metern passierbar. In Zug ging die Übungsleitung davon aus, dass drei Waldflächen in Brand geraten sind. Die Rettungskompanie 2/2 hatte die Aufgabe, drei Leitungen über eine Gesamtlänge von 10 Kilometern zu erstellen. Am Endpunkt wurde ein grösseres Becken bereitgestellt, von wo die Zuger Feuerwehr das Wasser für ihre Löscharbeiten beziehen konnte.

Diese Szenarien gehören zum eigentlichen Aufgabengebiet des Katastrophenhilfe-Bataillons 2, bei dem insgesamt 1000 Armeeangehörige zur Verfügung stehen. Neben Waldbränden sind auch Einsätze nach Hochwasserkatastrophen oder Räumungen von Trümmerfeldern vorgesehen. Und auch die Ortung und Rettung von Personen gehören zum Aufgabengebiet.

Dank Personalkapazität 24-Stunden-Betrieb möglich

Laut dem Medienverantwortlichen Francisco Droquett ist es Aufgabe der Armee, die örtlichen Feuerwehren und Polizeiorgane zu unterstützen. «Wir können den Wassertransport über län­gere Strecken und in grossen Mengen übernehmen», erklärte Francisco Droquett. Zudem verfüge die Armee über wesentlich grössere Mannschaftsbestände als die zivilen Organe: «Dank grossen Personalkapazitäten ist bei uns ein 24-Stunden-Betrieb möglich.» Das eigentliche Löschen sei dann Aufgabe der Feuerwehr. «Sie sind die Fachleute», so der Medienverantwortliche. Ein weiteres Hindernis sind die oft ungenügenden Ortskenntnisse der Armeeangehörigen. Da ist man auf die Zusammenarbeit mit den zivilen Organisationen angewiesen.

Richard Greuter

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch