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BUOCHS: Beckenrieder Künstler Mino stellt seine neuesten Werke vor

Seine Bilder erzählen von weiten Reisen und Lebensthemen. Der Beckenrieder «Mino» – mit bürgerlichem Namen Pietro Antonio Tignonsini – stellt am Freitag seine neuesten Werke vor.
Marion Wannemacher
Mino in seiner Ausstellung per obliqum. Bild Marion Wannemacher, 27. Februar, Buochs. (Bild: Marion Wannemacher (Buochs, 27. Februar 2018))

Mino in seiner Ausstellung per obliqum. Bild Marion Wannemacher, 27. Februar, Buochs. (Bild: Marion Wannemacher (Buochs, 27. Februar 2018))

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@obwaldnerzeitung.ch

Dem Betrachter eröffnen sich bunte Farbwelten. Expressionistisch ausdrucksstark setzen sie verschiedene, teils surreale Elemente zueinander in Beziehung, vermitteln Dynamik und Wesenszustände. «Per obliqum» heisst Minos Ausstellung, die am Freitag eröffnet. Das ist lateinisch und bedeutet «seitwärts, schräg». Der 56-jährige Künstler selbst versteht darunter «querbeet», denn seine Ausstellung gibt Überblick über sein Schaffen.

Seit 1999 hat sich Mino der Kunst verschrieben. Mit bürgerlichem Namen heisst er Pietro Antonio Tignonsini. Doch von klein auf nannten ihn alle Mino, weil er so gern den Hit des italienischen Schlagersängers Mino Reitano «Una chitarra, cento illusioni» sang. Aufgewachsen in Beckenried als Sohn eines Italieners und einer Mutter mit tschechischen und deutschen Wurzeln hätten ihn zwei Bücher in der Bibliothek seiner Eltern fasziniert, erzählt er. «Das eine war eine Kunstenzyklopädie, das andere ein Weltatlas.»

Nach der Weltreise nun wieder in Beckenried

Nach einer Lehre im Gastgewerbe, in dem Mino zwölf Jahre lang arbeitete, war er 20 Jahre im Aussendienst unter anderem als Verkaufschef für Basler Läckerli tätig und hatte dreissig Jahre lang mit Partnerin und Tochter seinen Lebensmittelpunkt in der Romandie. Doch zog es ihn in die weite Welt. Auf die Frage wohin, kontert er: «Fragen Sie mich, wo ich nicht war.» Seit sieben Jahren lebe er nun wieder in heimischen Gefilden und sei froh darüber, wie er betont.

Seine anfänglichen Malversuche waren keineswegs von Erfolg gekrönt. Den Durchbruch brachte eine Italienreise, als er in einem Café einen alten Mann beobachtete, der mit Spachteln zu Werke ging. Wieder daheim, besorgte er sich Spachtel und legte los. «Es war Liebe auf den ersten Blick», schildert er. Der Autodidakt, der nie einen Kunstkurs besucht hat, schildert sich als reinen Gefühlsmaler. «Es kommt in mich, ich gebe es heraus, erklären kann ich es nicht. Der Spachtel ist wie eine verlängerte Hand.»

In seinen Bildern wiederholen sich gewisse Grundmuster: «Das sind retrospektivische Bilder von Reisen in Städte wie Buenos Aires, zu einem indischen Palast, Landschaften, bildliche Motive. Ausserdem Themen wie fliessende Energie oder der «Circle of Life», der Lebenskreis. Auch fasziniert ihn der Überlebenskampf von Bäumen, vor allem Mangroven, aber auch Kakteen. Er erinnert sich an eine Gegend in Nordargentinien, wo er Kakteen direkt neben einem Dschungel entdeckt habe.

Das immerwährende Pulsieren von Buenos Aires

Eindrücklich auch Minos Ansicht von Buenos Aires: Fröhlichkeit und Lebenslust neben Traurigkeit, Licht und Schatten und das immerwährende Pulsieren einer Grossstadt. Ein anderes Werk zeigt das «Rückgrat des Universums», wie es der Künstler selbst benennt. Es weist deutlich surrealistische Züge auf. Mino arbeitet mit Ölfarben, vom Hinter- zum Vordergrund. Manche seiner Bilder geben Einblick in Erlebtes, der 56-Jährige verarbeitet darin Schicksalsschläge.

Mittlerweile widmet sich Pietro Antonio Tignonsini ganz seiner Kunst. Das Verfassen von Gedichten und Prosa gibt seinen philosophischen Gedanken Raum. Zahlreiche Ausstellungen in Ob- und Nidwalden, aber auch in Aarau, Zürich und in Italien reihen sich aneinander. Weitere sind für dieses Jahr in Lausanne und in Estavayer-le-Lac geplant. Es sei nicht einfach, von der Kunst zu leben, erklärt er. Doch wie hat ihn Galeristin und Künstlerin Karin Antoniucci-Hentschke beschrieben, die auch die Laudatio bei der Vernissage halten wird: «In einigen seiner Bilder drückt der Künstler Überlebenswille, Überlebenskraft, Urinstinkt aus und versinnbildlicht, wie er seine eigenen Wurzeln vertieft, um sich weiter zu entwickeln und in seiner Suche nie aufzugeben.»

Hinweis
Ausstellung «per obliqum» von Mino, 2.–18. März, Kunstatelier & Kunstgalerie Buochs, am Freitag um 19 Uhr öffentliche Vernissage.

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