BUOCHS: Buochsern droht Auswärtsspiel

Das Cup-Fest ist wegen unbespielbarem Terrain vorerst vertagt worden. Sollte das nächste Woche nicht besser sein, müsste der SC Buochs nach St. Gallen reisen.

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Da gab es noch Hoffnung, das Cupspiel durchzuführen: Schiedsrichter und Vertreter der Teams inspizierten am Dienstagnachmittag bei Sonnenschein den Platz. Am Mittwoch folgte dann die Absage. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Da gab es noch Hoffnung, das Cupspiel durchzuführen: Schiedsrichter und Vertreter der Teams inspizierten am Dienstagnachmittag bei Sonnenschein den Platz. Am Mittwoch folgte dann die Absage. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Seit Tagen gab es in Buochs praktisch kein anderes Gesprächsthema mehr als den Cup-Viertelfinal gegen Superligist St. Gallen. Alles war angerichtet für ein grosses Fussballfest gestern Abend – und der sensationelle 1:0-Sieg im Sechzehntelfinal gegen YB weckte bei den Buochser 2.-Liga-Spielern Hunger auf eine neuerliche Überraschung. Doch daraus wird vorerst nichts. Nach einer Platzinspektion auf dem Seefeld entschieden die Offiziellen des Schweizerischen Fussballverbandes und ein Vertreter des Schiedsrichterteams gestern Morgen, den Cup-Hit abzublasen. Die Partie wird gemäss einer Mitteilung des Fussballverbandes von gestern Abend definitiv nächsten Mittwoch um 20 Uhr nachgeholt.

Sollte sich zeigen, dass das Terrain erneut kein Spiel zulässt, würde der Match in St. Gallen steigen, wie der Verband gestern Ernst von Büren, dem Präsidenten des SC Buochs, mitteilte: «Das ist leider so.» Der Entscheid wird am Montag fallen. «Das wäre für Spieler, Fans und den Verein ein Super-Gau.» Kein Wunder, hat von Büren unmittelbar nach der Spielabsage bereits die Langzeitwetterprognosen konsultiert. Und diese stimmen ihn zuversichtlich: «Wenn es so bleibt und in den Tagen vor der Partie nicht zu viel Regen fällt, sollte einem Anpfiff auf dem Seefeld nichts im Weg stehen.»

«Platz wäre kaputt gewesen»

Auch wenn ihn die gestrige Spielverschiebung «wurmt», kann der Buochser Clubpräsident den Entscheid nachvollziehen. «Das nasse Wetter in der Nacht auf Mittwoch hat dem Rasen, der ohnehin schon tief war, stark zugesetzt. Bei dieser Unterlage wäre die Verletzungsgefahr zu gross gewesen.» Die Zuschauer hätten womöglich einen richtigen Cup-Fight vorgesetzt bekommen, aber kaum ein ansehnliches Spiel mit gepflegtem Kombinationsfussball. «Zudem wäre der Platz nachher sicher kaputt gewesen», so Ernst von Büren.

Auf der anderen Seite beschert die Absage dem Verein nun einen beträchtlichen Mehraufwand. «Es ist unsicher, ob uns die Helfer auch in einer Woche wieder zur Verfügung stehen», nennt der Präsident ein Beispiel. Auch die Bestellung für die Verpflegung der Fans muss von neuem aufgegleist werden. Festwirt Roger Ernst vom Chalet Seefeld hatte die Ware, darunter Bratwürste für 3500 Leute, am Dienstagabend geordert, nachdem sich die Verantwortlichen bei der ersten Platzbegehung noch optimistisch gezeigt hatten. «Ich konnte zum Glück in die Wege leiten, dass die Produkte für den umgehenden Verzehr anderswo nachgebraucht werden.»

Spannung wieder neu aufbauen

Anders verhält es sich mit der zusätzlichen Tribüne oder den Sicherheitselementen wie Absperrgitter. Diese können eine Woche an Ort und Stelle verbleiben. Für den Verein hält sich auch deswegen der finanzielle Schaden «sehr in Grenzen», so von Büren. Laut dem SCB-Präsidenten dürfte bei den eigenen Spielern zurzeit die Enttäuschung über die Absage überwiegen. «Ich bin selber Fussballer und weiss, was es heisst, wenn die kontinuierlich aufgebaute Spannung auf ein Highlight abrupt unterbrochen wird.» Er ist jedoch überzeugt, dass der Trainerstab dies wieder hinbiegen wird. «Aus sportlicher Sicht sehe ich keine Nachteile.» Er geht auch davon aus, dass alle Spieler wieder an Bord sein werden. «Es sind alles Amateure, doch spüren wir bei den Arbeitgebern grosse Unterstützung.» Ein Fragezeichen setzt er noch hinter die Studenten im jungen Team. «Ich hoffe, sie haben keine Prüfungen – oder dass die Lehrer ein Auge zudrücken.» Immerhin gehe es um den Match ihres Lebens.

Oliver Mattmann