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BUOCHS: Das leistet der 250-Tonnen-Bagger

Noch bis Ende Monat läuft die Testphase für den Seebagger im Aawasserdelta. Vertreter von Firmen und Behörden nahmen einen Augenschein.
Nach dem Sortierprozess landen Sand und Kies auf einem Nauen neben dem Baggerschiff. (Bild Corinne Glanzmann)

Nach dem Sortierprozess landen Sand und Kies auf einem Nauen neben dem Baggerschiff. (Bild Corinne Glanzmann)

Der Seebagger ist testweise vor der Mündung des Engerbergeraa stationiert. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
Kies und Sand holt das Ungetüm aus der Tiefe des Seegrunds. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
Das Material durchläuft mehrere Produktionsprozesse. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
Die gröberen Steine müssen zuerst durch einen Steinbrecher. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
Vertreter von Firmen und der Behörden nahmen am Mittwoch einen Augenschein. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
Sie liessen sich die Wege von Schotter und Sand erklären. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
Diese gleichen – zumindest für Laien – einer Berg- und Talbahn. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
Zwischendurch braucht es einen kontrollierenden Blick. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
Es braucht auch Wasserleitungen, denn das Material wird an Ort und Stelle gewaschen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
Sand und Kies werden auf den Nauen «MLS Stans» geladen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
Der Lastnauen ist auf den Transport der unterschiedlichen Endprodukte ausgelegt. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
370 Kubikmeter Baumaterial – rund eine Tagesproduktion – fasst der Transportnauen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
Kleines Detail, grosse Wirkung: Die Auflager dämpfen die Vibration. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
Maximal sechs Wochen im Jahr soll der neue Seebagger vor Buochs in Betrieb sein. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)
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Testweise Sand und Kies vom Seegrund

Martin Uebelhart

Die Förderanlage liegt nur wenige Meter von der Mündung der Engelbergeraa entfernt im Vierwaldstättersee. Die Konstruktion ist 9 Meter hoch, fast 9 Meter breit, 46 Meter lang und hat ein Gewicht von 250 Tonnen. Das Baggerschiff fördert Wandschotter – Sand und Kies – aus dem Aadelta und verarbeitet es vor Ort zu Gesteinskörnungen für Beton weiter. Ein Greifer holt auf einmal rund vier Kubikmeter Material vom Seegrund. Zunächst werden auf einem Gitter die grössten Steine aussortiert. Mitarbeiter sind zudem damit beschäftigt, Holzstücke aus dem Sand-Stein-Gemisch herauszuholen. «Wir haben hier sehr gutes Material, wenngleich der Holzanteil etwas hoch ist», erklärte André Bircher, Leiter Produktion Zentralschweiz bei der Sand + Kies AG Luzern in Horw. Die Firma ist Abnehmerin des Materials, das mit der Anlage der Flüeler Arnold & Co. AG gefördert wird.

Nach Grösse sortiert

Das Material durchläuft dann verschiedene weitere Produktionsprozesse. Steine über 63 Millimeter Grösse kommen zunächst in einen Brecher. Auch weitere Holzanteile werden herausgefiltert. Am Schluss werden Sand und Kies in verschiedenen Grössen über Förderbänder auf den parallel angelegten Nauen «MLS Stans» verladen. Das Schiff hat ein Fassungsvermögen von 370 Kubikmetern – ungefähr die Menge, die pro Tag gefördert wird. Rund 40 Kubikmeter werden pro Stunde gefördert. Theoretisch wäre mehr möglich – bis zu 100 Kubikmetern in der Stunde, sagte André Bircher gestern an einer Begehung. «Aber dann haben wir einen zu hohen Holzanteil im Betonkies, was zu Problemen in der anschliessenden Betonherstellung führt.» In der Testphase will die Sand+Kies AG unter anderem herausfinden, ob die wirtschaftliche Förderung des Materials möglich ist.

Warten auf die Lärm-Ergebnisse

Die Testphase hat auch noch einen anderen Hintergrund. Im Vergleich zum früher eingesetzten Bagger ist die Förderanlage etwas lauter – nicht zuletzt weil die Verarbeitung des Materials direkt vor Ort passiert.

Den Kiesabbau betreiben die Genossenkorporationen Buochs und Ennetbürgen aufgrund eines althergebrachten Rechts. Das Ausbaggern im Aadelta ist auch nützlich für den Hochwasserschutz.

Die Förderanlage soll maximal während sechs Wochen pro Jahr zum Einsatz kommen. «Mit dem vorherigen Bagger war das nicht mehr wirtschaftlich», sagte der Ennetbürger Genossenpräsident Albert Gabriel im Gespräch mit unserer Zeitung. In der vergangenen Woche seien in der Umgebung des Baggerschiffs Lärmmessungen gemacht worden, so Gabriel. «Jetzt warten wir auf den entsprechenden Bericht.»

Einsprachen, die gegen den Baggerbetrieb eingegangen waren, sind während des Testbetriebs in Absprache mit den Einsprechern sistiert.

Es dreht sich nicht nur um Lärmfragen. Für den Baggerbetrieb braucht es weitere Bewilligungen: für eine Baute ausserhalb Bauzone, für die Gewässernutzung sowie im Bereich Gewässerschutz und Fischereirecht. «Beim Lärm soll der Testbetrieb zeigen, ob die Werte eingehalten werden können», sagte Gérald Richner, Leiter des kantonalen Amts für Umwelt, der gestern ebenfalls an der Besichtigung des Baggerschiffs teilnahm. «Ich bin gespannt, was die Messungen ergeben.» Als neue Anlage müsste die Förderanlage die Planungswerte des Lärmschutzgesetzes einhalten, die tiefer als die Immissionsgrenzwerte sind. Wenn mindestens Letztere eingehalten sind, könnten die Korporationen laut früheren Aussagen Richners vor dem Hintergrund des öffentlichen Interesses am Hochwasserschutz eine Ausnahmebewilligung beantragen.

Die Lösung mit dem Baggerschiff sei wohl die wirtschaftlichste, räumte er gestern ein. Eine andere Lösung wäre der alte Bagger. Das Material würde dann anderswo aufbereitet. Gar keinen Bagger bräuchte es, wenn die Engelbergeraa ein grösseres, natürliches Delta zur Verfügung hätte. «Das wäre auch ökologischer», so Richner.

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