BUOCHS: Der «Autofriedhof» verschwindet

Die Parzelle bei der Aawasserbrücke soll bald überbaut werden. Bis dann dürfen nur verkehrstüchtige Autos dort abgestellt werden, wie die Gemeinde verfügt.

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Der Abstellplatz gestern Montag: Künftig dürfen dort maximal 19 Fahrzeuge parkiert sein. (Bild Philipp Unterschütz)

Der Abstellplatz gestern Montag: Künftig dürfen dort maximal 19 Fahrzeuge parkiert sein. (Bild Philipp Unterschütz)

Philipp Unterschütz

Passanten und Anwohner zeigten sich irritiert von den rostenden, alten Autos auf dem Platz unmittelbar neben der Aawasserbrücke und befürchteten Umweltschäden. Die Behörden waren ebenfalls auf den «Autofriedhof» aufmerksam geworden (wir berichteten).

Nun ist es schnell gegangen. «Am 11. März hat eine Begehung mit dem Inhaber des Geländes, dem Mieter und Vertretern der Gemeinde und des Kantons stattgefunden», sagt Christoph Erni vom kantonalen Amt für Umwelt. «Dabei zeigte sich, dass die Bedenken nicht ganz aus der Luft gegriffen waren.» Auf dem Kiesbelag der Parzelle könnten Flüssigkeiten ungehindert versickern. Das Abstellen von Reparatur-, Unfall- und nicht fahrtüchtigen Fahrzeugen ist auf versickerungsfähigen Belägen aber nicht erlaubt.

Grösser als bewilligt

Patrik Dommen, Leiter des Buochser Bauamts, war an der Begehung dabei und schildert die angetroffene Situation so: «Es bestand zwar kein akut umweltgefährdender Zustand, es waren aber nicht alle abgestellten Fahrzeuge in fahrtüchtigem oder betriebssicherem Zustand. Zudem war eine Fläche von rund 450 Quadratmetern mit abgestellten Fahrzeugen belegt, bewilligt hatte die Gemeinde im April 2009 nur 300 Quadratmeter.»

Gemeinde verfügt Auflagen

Der Gemeinderat hat darauf am 23. März eine Verfügung erlassen. Darin steht, dass Fahrzeuge mit Mängeln beispielsweise an Motor, Getriebe, Aufhängung, Beleuchtung oder Rost – als nicht betriebssicher gelten und deshalb auch nicht auf dem Gelände abgestellt werden dürften. Künftig dürfen auf dem Kiesplatz maximal 19 Fahrzeuge gemäss einer definierten Parkanordnung abgestellt werden. Die Verfügung trete Mitte April in Kraft, bis dann müssten die Vorgaben umgesetzt sein. Ein Teil der Fahrzeuge sei mittlerweile auch bereits entfernt worden. Eigentümer und Mieter hätten sich kooperativ gezeigt und erklärt, die Auflagen künftig einzuhalten. Die Gemeinde werde nach Inkrafttreten der Verfügung eine Vollzugskontrolle machen.

Parzelle soll überbaut werden

Samuel Zgraggen, Eigentümer der Parzelle, betont, dass bis jetzt keine Schäden verursacht worden seien. «Es ist aber klar, dass die geltenden Vorschriften eingehalten werden müssen. So stand es auch im Vertrag, den wir mit unserem Mieter abgeschlossen hatten.» Und es sei in seinem Interesse, dass das auch künftig so bleibe. Schliesslich wird der Abstellplatz laut Samuel Zgraggen bald verschwinden. «Wir wollen auf dem Gelände eine Überbauung mit Mietwohnungen realisieren. Das Projekt ist bereits weit fortgeschritten. Wir haben mit der Schreinerei, die auf der anderen Seite des Geländes steht, einen Vertrag, der bis November 2016 läuft.» Diesen Sommer wolle er die Baueingabe bei der Gemeinde machen, damit nach Ablauf dieses Vertrages ein bewilligtes Bauprojekt vorliege.

Laut Christoph Erni vom kantonalen Umweltamt behalten die Behörden das Gelände im Auge. «Es gilt offiziell als ‹Verdachtsfläche› und ist im Kataster der belasteten Flächen auch so registriert.» Falls die Parzelle also irgendwann überbaut werden soll, prüfen die Behörden vorgängig, ob Altlasten im Boden vorhanden sind. Diese müssten dann beseitigt werden. «Für unser Bauprojekt werden wir sowieso mindestens zwei Meter abtragen müssen», sagt Samuel Zgraggen.