BUOCHS: Der «Burestadl» bekommt bald einen Bruder

Die Erneuerungswelle im ehemaligen «Postillon» kommt bei den Gästen an. Direktor Jürgen Betsch ist mit dem Geschäftsgang zufrieden. Ab Juli will er auch noch das Hotel und Restaurant auf dem Langis pachten.

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Der total sanierte Wintergarten im «Burestadl». (Bild: Corinne Glanzmann (Buochs, 9. August 2016))

Der total sanierte Wintergarten im «Burestadl». (Bild: Corinne Glanzmann (Buochs, 9. August 2016))

Der Schriftzug «Postillon» ist fast nicht mehr zu erkennen, der Eingangsbereich wurde komplett umgestaltet, der im vergangenen Jahr total sanierte Wintergarten hat neue Sitze und Tische bekommen. Die Verwandlung des rund 30-jährigen «Postillon» in den «Burestadl» im Hobiel nahe der Autobahn in Buochs ist in vollem Gange. Abgesehen vom Posthorn-Logo auf dem Dach erinnert nur noch wenig an die Vergangenheit. Jürgen Betsch hat seit Frühling des vergangenen Jahres als Direktor die Fäden in der Hand, nun bleibt fast kein Stein mehr auf dem anderen. Auf rund 3 Millionen Franken schätzt der gebürtige Bayer den Sanierungsbedarf. Die Rede ist von einem baufälligen Zustand, veralteten Geräten und Fenstern. «Das Gebäude ist wirklich alt, es hat sich viel Erneuerungsbedarf angestaut», meint er.

Doch er glaube an den Erfolg des neuen Konzepts mit einer total überarbeiteten Menükarte, die mehr Spezialitäten aus der Region enthält, so etwa die Buochser und Stanser Röschti. Dass die Zutaten aus der Region kämen und frisch zubereitet würden, sei gar keine Frage.

Er kämpft gegen den Irrtum mit dem Konkurs

Seit Ende Jahr bekannt wurde, dass die Vorgängerfirma, die Hotel Postillon AG, in Konkurs ging, müsse er öfters gegen den Irrtum ankämpfen, dass es seinen «Burestadl» betreffe. «Viele Leute sprechen mich darauf an, zögern mit Reservierungen, weil sie glauben, dass ich in Konkurs gegangen bin. Dies ist komplett falsch. Das sind zwei verschiedene Firmen», hält Jürgen Betsch fest, der nicht verhehlt, dass er als Pächter des Restaurant- und Hotelbetriebs ebenfalls einen finanziellen Schaden erlitten habe. Er spricht von gegen 1 Million Franken Vorleistungen, die er als Pächter erbracht habe, weil die Hotel Postillon AG nicht mehr genügend liquid war, um etwa für die Löhne des rund 40-köpfigen Personals aufzukommen. Die Rede ist auch von einer zu tiefen Abschreibung der Liegenschaft.

«Tatsache ist, dass das Geschäft gut läuft», hält er fest. «Von den Einheimischen erhalte ich viel Zuspruch, in der Regel verkaufen wir zwischen 60 und 70 Mittagessen.» Auch wenn es in flaueren Zeiten wie jetzt rund 20 seien. Dies tue aber der guten Zwischenbilanz keinen Abbruch. Besonders hebt er die Steigerung bei den Gesellschaften um etwa 300 Prozent seit Frühling hervor. «Fast jeden zweiten Tag dürfen wir einen Anlass für einen Fussballverein, eine Generalversammlung oder sonst eine Gesellschaft durchführen.» Zumindest in den Sommermonaten würden je rund die Hälfte der Gäste aus Durchreisenden und Einheimischen bestehen.

Er will «Burestadl» kaufen und das «Langis» pachten

Möglichst bald will er nun den Betrieb mit Restaurant und 58 Hotelzimmern kaufen und weitere Neuerungen anstossen. So unter anderem auch den Bau eines Stadls, der dem Betrieb auch den Namen gab. In dieser Art Scheune auf dem jetzigen Parklatz sollen Bauern aus Nidwalden, Obwalden und Uri dereinst ihre Produkte verkaufen können. Im Obergeschoss dieses Zusatzbaus sind Versammlungssäle geplant, die Autoparkplätze sollen unter den Boden. Der bayrische Charme soll bald auch auf dem Langis Einzug halten. Jürgen Betsch will ab Juli die Pacht für das Hotel mit Restaurant übernehmen. «An diesem schönen und gut frequentierten Naherholungsgebiet, oft über dem Nebel, gibt es viel Potenzial.» Dabei betrachtet er die beiden Restaurants nicht für sich.

Seine Vision: Die Gäste gehen von Buochs aus auf die Paddeltour, dieses Angebot laufe schon sehr gut, und geniessen auf dem Langis die Sonne.

 

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch