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BUOCHS: Die Murmeli sind die Filmstars

Mit «Einä meh» nähert sich Theo Barmettler einem heiklen Thema – mit unkonventionellem Zugang. Ein Murmeltier steht im Zentrum seines Trickfilms.
Filmemacher Theo Barmettler beim Strandbad Buochs-Ennetbürgen, wo heute sein Film läuft. (Bild Corinne Glanzmann)

Filmemacher Theo Barmettler beim Strandbad Buochs-Ennetbürgen, wo heute sein Film läuft. (Bild Corinne Glanzmann)

Matthias Piazza

Die Welt der Murmeltiere gerät aus den Fugen, als plötzlich Mäuse in ihr Imperium dringen. Murmler, der Sohn des Anführers, sieht die vermeintliche Invasion aber nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung, spürt, dass die Begegnung allen nützen könnte. «Einen mehr kann man immer gebrauchen», so sein Standpunkt. Theo Barmettler wagt sich in seinem viereinhalb-minütigen Zeichentrickfilm «Einä meh» zweifellos an ein hochpolitisches Thema.

«Flüchtlingsströme und Masseneinwanderung beschäftigen mich auch privat. Ich versuchte aber gar nicht erst, im Film Antworten auf solch komplexe Themen zu finden, sondern suchte darum einen anderen, unkonventionellen Zugang», erläutert der 27-jährige Buochser. Und so treten eben Tiere an die Stelle von Menschen, ähnlich wie in einer Fabel.

Für Kinder- und Erwachsenenaugen

Und wie in einer Fabel sollen Kinder wie Erwachsene etwas mit der Geschichte anfangen können. «Kinder haben Spass an den drolligen Murmeltieren und Mäusen, während Erwachsene darin eben Erwachsenenthemen erkennen, wie etwa Konflikte zwischen Kulturen oder Ausgrenzung.»

Für die Form des Trickfilms habe er sich entschieden, weil er so eine Verbindung zwischen seinen beiden Leidenschaften Theaterspielen und Zeichnen verbinden und den Figuren eine persönliche Note verpassen könne.

Heute Abend darf er seinen Kurzfilm im Kinospektakel aufführen – ab etwa 21.45 Uhr, vor «Usfahrt Oerlike» als Hauptfilm. Zu diesem Heimspiel kam Theo Barmettler, der kürzlich sein Filmstudium an der Hochschule Luzern – Design und Kunst abschloss, als er den Film im Rahmen seiner Bachelorarbeit produzierte und die Kulturkommission Buochs um finanzielle Unterstützung für die Produktion anfragte. Dies, um Kollegen für ihre Mithilfe zu entschädigen. Dabei geht es laut Barmettler um einen dreistelligen Betrag. Daraus habe sich dann die Gelegenheit ergeben, den Film am Kinospektakel zu zeigen. «Es bedeutet mir sehr viel, dass ich die Premiere meines Filmes im Ort, wo ich aufgewachsen bin, aufführen darf.»

Zwölf Bilder für eine Sekunde

Es ist dies auch der Lohn für 13-Stunden-Arbeitstage. Seit August arbeitete er daran, erstellte am Computer Tausende von Zeichnungen, da pro Sekunde zwölf Bilder nötig sind, damit ein Zeichentrickfilm «laufen lernt» und die feine Mimik der Figuren zur Geltung kommt. «Gegen Ende nahm ich keinen Tag frei», erinnert er sich an die strenge Zeit zurück. Zusammen mit Kollegen verlieh er den Figuren die (schweizerdeutschen) Stimmen. Eine weitere «Freiwillige» sorgte für die musikalische Untermalung.

«Ich hatte nicht erwartet, dass der Film so aufwendig wird», gesteht der ehemalige Filmstudent. Doch es habe sich gelohnt, mit dem Ergebnis sei er glücklich. Filmisch sieht auch seine Zukunft aus. Im nächsten halben Jahr kreiert er in seinem Praktikum als News-Designer Infografiken und Animationen für die «Tagesschau» und die News-Sendung «10 vor 10». «Ich hoffe, dass ich in dieser Branche Fuss fassen kann.»

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