BUOCHS: «Du schenkst Hoffnung für ihr Leben»

Die Mitarbeiter von Hison haben an Weihnachtsmärkten alle Hände voll zu tun. Bereits planen sie neben dem Hilfsprojekt in Ghana ein weiteres in Burkina Faso.

Drucken
Teilen
Hilfe für Ghana. Von links: Doris Schnyder (Präsidentin), Vreni Hiltbrunner und Doris Ineichen-Addo sortieren Ware für die Weihnachtsmärkte. (Bild Marion Wannemacher)

Hilfe für Ghana. Von links: Doris Schnyder (Präsidentin), Vreni Hiltbrunner und Doris Ineichen-Addo sortieren Ware für die Weihnachtsmärkte. (Bild Marion Wannemacher)

Der Kellerraum des Wohnhauses von Doris Schnyder in der Rigistrasse in Buochs quillt über: Bunte geflochtene Körbe, exotische Schnitzereien, Schmuck und Schüsseln aus Holz stapeln sich. Der in mühevoller Arbeit selbst gesammelte und getrocknete Engelberger Alpenkräuter-Tee aus 16 Ingredienzien liegt fertig abgepackt parat. Mittendrin sortieren Doris Ineichen-Addo, Vreni Hiltbrunner und Doris Schnyder die Ware. Die Weihnachtsmärkte in Horw, Hergiswil und Stans stehen vor der Tür – Hochsaison für Hison.

Von der Hand in den Mund

Hison steht für «Help the Isolated Needy» (Helft den Einsamen, Bedürftigen). Das Hilfswerk richtet sich vor allem an Waisenkinder und deren Angehörige in Westafrika. Die Menschen dort leben von der Hand in den Mund. Ohne Bildung erwartet sie ein bitteres Schicksal: Junge Frauen werden früh schwanger, sind häufig alleinerziehend und kommen mit ihren Kindern kaum über die Runden. Die Hilfsorganisation ermöglicht den Waisen vor allem Schulbesuche und eine Erstausbildung, «Hilfe zur Selbsthilfe», heisst es auf der Website.

Zum Beispiel Ohene Adu. «Seine Mutter hat ein Bein verloren und hat zwei Kinder von zwei Vätern. Als wir ihn zum ersten Mal sahen, war er ein dreijähriger Bub. Er schaute so traurig», erzählt Vreni Hiltbrunner, Präsidentin von Hison. «Seine Hände und Füsse waren geschwollen, sein Bauch ganz dick – ein Zeichen von Unter- oder einseitiger Ernährung», ergänzt Doris Ineichen-Addo. Sie stammt aus Ghana, setzt sich seit 1995 für die Menschen in ihrer Heimat ein und hat 2001 den Verein gegründet. Die damalige Delegation von Hison beschloss, den kleinen Buben in ihre Patenschaftskartei aufzunehmen. Er wurde vermittelt. Mutter und Schwester werden seitdem ebenfalls mit einer Patenschaft unterstützt. Im Herbst trafen die Vereinsmitglieder Ohene Adu nach sechs Jahren wieder – als fröhliches, gesundes Schulkind. «Das ist ein grosses Geschenk, wenn du siehst, was aus dem Buben hat werden dürfen», freut sich Vreni Hiltbrunner.

Hoffnung für 55 Franken

55 Franken kostet so eine Patenschaft im Monat. Damit werden Schulgeld, Schuluniform, Essen während der Schulzeit, Lehrmaterialien und die medizinische Betreuung finanziert.

Drei Koordinatoren, zwei pensionierte Lehrer und ein Pfarrer kümmern sich dort in den sehr ländlichen Regionen in Abetife – das liegt in einem südlichen Distrikt – und in Dormaa im Norden um die Arbeit vor Ort. 65 Patenschaften laufen derzeit aktuell über Hison. «18 weitere haben wir auf unserer Reise im Herbst aufgenommen», berichtet die Präsidentin. Alle drei Jahre reisen Vorstandsmitglieder auf eigene Kosten nach Ghana, besuchen dort alle Patenkinder, kaufen ein und kontaktieren die Koordinatoren. Eine Vergnügungsreise ist das nicht. Die Fahrten führen über Rüttelpisten zum Ziel. Notwendig für ihre Arbeit sind die Reisen aber auf jeden Fall. «Es ist wichtig für eine gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen vor Ort», sagt Doris Ineichen.

Alles in Fronarbeit

Mit der Hilfe für die Menschen in Ghana ist es für den Vorstand von Hison nicht getan: Seit zwei Jahren unterstützt die Organisation in Burkina Faso zwei Schulen, eine weitere kommt nun dazu. In Burkina Faso haben Doris und Sepp Schnyder vor 24 Jahren gelebt und gearbeitet. In dem neu gestarteten Hilfsprojekt zahlt Hison das Baumaterial. Künftig werden Sponsoren gesucht, die Fenster, Türen, Dach oder Schulbänke finanzieren. Beeindruckt war die Delegation von der Einsatzbereitschaft der Einwohner. «Die Dorfbevölkerung leistete alles in Fronarbeit.»

Sie wissen wofür

Die Mitarbeiter von Hison arbeiten ehrenamtlich. «Alles wird zu 100 Prozent investiert», betont Doris Schnyder. Wer sich engagiert, weiss, wofür er sich einsetzt: «Ich habe selbst Freude, zu wissen: Ich kann etwas bewegen», sagt Vreni Hiltbrunner. «Für mich ist es so, wie es in der Bibel steht», zitiert Doris Ineichen: «Das, was du für einen von diesen getan hast, das hast du für mich getan.» Und Doris Schnyder ist überzeugt: «Du schenkst ihnen Hoffnung für ihr Leben.»

Marion Wannemacher

Hinweis

www.hison.ch. Die Organisation hält auf Einladung Vorträge. Zudem ist sie auf folgenden Märkten präsent: 29./30. 11. Horw und Hergiswil, 13./14. 12. Stans.