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BUOCHS: Emotionaler Arbeitseinsatz für die Ärmsten

Isabel Christen hat in Indien und Sri Lanka ein Volontariat absolviert. Der Aufenthalt hat die Nidwaldnerin nachhaltig geprägt.
Rosemarie Bugmann
Isabel Christen an einer Behindertenschule im indischen Neendakara. (Bild: PD)

Isabel Christen an einer Behindertenschule im indischen Neendakara. (Bild: PD)

Rosemarie Bugmann

Die rote Bluse mit Perlen und Stickereien fällt sofort auf. Ebenso die dazu passenden Ohrringe. Ein Hauch von Exotik an einem nasskalten Wintertag. Verantwortlich dafür ist Isabel Christen aus Buochs. Die Neunzehnjährige ist vor wenigen Tagen aus Indien und Sri Lanka zurückgekehrt. «Ich wollte nach der Matura und vor dem Studium aus der Schweiz heraus und in einer anderen Kultur Arbeitserfahrung im Unterrichten sammeln», erklärt sie den nicht alltäglichen Auslandaufenthalt.

Als Kind war es ihr grösster Wunsch, Lehrerin zu werden. Indien mit der bunten Vielseitigkeit hat sie schon immer fasziniert. Die beiden Wünsche wollte sie kombinieren. Nach langer Suche stiess sie zufällig auf die Organisation «Voyage-Partage» (siehe Kasten). Gratis Kost und Logis gegen Mithilfe bei verschiedenen Arbeiten, das war die Abmachung. Den Flug und ihre persönlichen Ausgaben bezahlte sie selber.

Erinnerungen wecken Emotionen

Die Erlebnisse während ihres Aufenthaltes haben die junge Frau nachhaltig geprägt. In Indien ist sie in einem Fischerdorf im Süden gelandet, genauer in Neendakara im Staat Kerala. Dort hat sie zehn Wochen gelebt und Kinder mit geistiger und körperlicher Behinderung unterrichtet. Das Wort «Fischerdorf» mag verwirren, denn es zählt 17 000 Einwohner und ist für unsere Begriffe eine Kleinstadt. Nicht so in Indien. «Wenn ich zum Einkaufen ging, haben mich viele erkannt», erwähnt sie. Also doch ein Dorf.

Plötzlich wird Isabel Christen nachdenklich und emotional. «Kinder mit einer Behinderung werden in Indien oft zu Hause eingeschlossen oder unter Drogen gesetzt», erzählt sie. Ausserdem komme es häufig vor, dass Frauen von Männern geschlagen würden. «Trotzdem sind sie so offen», fährt Christen nach einer Pause fort. «What to do», sei die Devise. Oder auf Deutsch: «Was kann man schon machen.» Sie selber hat während ihres Aufenthaltes viel gemacht, mit den Kindern gespielt, gebastelt, ist mit ihnen spazieren gegangen, hat Wärme und Geborgenheit vermittelt. Angst um ihre eigene Sicherheit hatte sie selten. Sie hat sich an gewisse Regeln gehalten und ist keine Risiken eingegangen. «Ich bin nie allein unterwegs gewesen, vor allem niemals nach Einbruch der Dunkelheit», erklärt sie eine dieser Hauptregeln.

In den Bergen von Sri Lanka

Anschliessend trat sie den zweiten Teil des Volontariates an, diesmal in den Bergen von Sri Lanka, acht Autostunden von der Hauptstadt Colombo entfernt. Auch dort erhielt sie die Unterkunft von «Voyage-Partage». Für die dortigen Schwestern findet sie nur gute Worte. Neben verschiedenen sozialen Projekten werden fünfzehn Mädchen im Schulalter betreut. Viele sind Waisenkinder, die dort zur Schule gehen, regelmässige Mahlzeiten und ein Zuhause erhalten. Die Mädchen bleiben, bis sie ins Berufsleben eintreten oder ein Studium beginnen. Die Schweizer Volontärin übernahm die Aufgabe, mit den Mädchen die englische Sprache zu üben. Es kommt nicht von ungefähr, dass Isabel Christen immer wieder von «ihren» Mädchen spricht. Sie hat eine sehr enge Bindung zu ihnen wie auch zu den Schwestern aufgebaut, die grosse Arbeit leisten und die Ärmsten der Armen wie Kinder der Arbeiterinnen auf den Teeplantagen mit Milchpulver unterstützen.

Unterstützung von hier aus

Jetzt ist Isabel Christen wieder in der Schweiz. Ihr erster Eindruck: die Ruhe. «In Indien war alles viel lauter», sagt sie. Noch heute isst sie, wie dort üblich, mit den Händen. «Natürlich nur, wenn ich allein bin», lacht Christen und fährt fort, «früher mochte ich scharfes Essen nicht, heute esse ich sehr gerne Chilis.» Mitgenommen hat sie neben tausend Eindrücken vor allem Gewürze, aber auch Kleider und Schmuck. Nun will sie auf freiwilliger Basis von hier aus die Schwestern in Sri Lanka unterstützen und plant diverse Spendenaktionen.

Hinweis

Am 8. März um 17 Uhr berichtet Isabel Christen im Pfarreiheim Buochs über ihre Erlebnisse.

Soziale Arbeit vor Ort

bur. «Voyage-Partage» ist eine Schweizer Organisation, die mit verschiedenen Orden zusammenarbeitet. Sie bietet Volontariate in diversen Ländern an. Dabei können die Volontäre bei der sozialen Arbeit der Gemeinschaften vor Ort mitarbeiten.

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