BUOCHS: Er hilft den Ärmsten in den Slums

Auf eigene Kosten hilft Giovanni Balmelli die Not von 60 südafrikanischen Waisenkindern zu lindern. Im September reist er in eine Township nach Johannesburg.

Philipp Unterschütz
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Giovanni Balmelli arbeitet als Mechaniker in der Betriebsgarage der Pilatus-Werke Stans. (Bild Philipp Unterschütz)

Giovanni Balmelli arbeitet als Mechaniker in der Betriebsgarage der Pilatus-Werke Stans. (Bild Philipp Unterschütz)

«Mich hat das Schicksal dieser Waisenkinder dermassen berührt, dass ich einfach nicht anders konnte, als mich für diesen Hilfseinsatz zu melden», schildert der Buochser Giovanni Balmelli seinen Gemütszustand, nachdem er eine Fernsehreportage über südafrikanische Waisenkinder gesehen hatte. «Ich will helfen, die Not zu lindern.»

Kinderhort in schlechtem Zustand

Der Beitrag zeigte, wie die Stiftung Jam in der Township Orange Farm in Johannesburg die Kindertagesstätte Neo führt. Fünf Erzieherinnen und eine Köchin betreuen 60 Kinder. Aber die Tagesstätte muss dringend renoviert und ausgebaut werden. Die Wellblechhütte mag äusserlich gut aussehen, doch bei Regen leckt das Dach. Das WC-Haus ist in schlechtem Zustand. Geld steht nur für das Nötigste zur Verfügung, nicht aber für Schulmaterial und Spielsachen. Den Mittagsschlaf müssen die Kinder auf dem Boden auf alten Teppichen halten.

«Ich weiss, was mich erwartet»

Giovanni Balmelli bewarb sich auf den Aufruf des Hilfswerks, das in der Reportage tatkräftige Unterstützung zur Verbesserung der Zustände und Spenden dafür suchte. Vom 12. bis 19. September reist er nun mit einem Team nach Johannesburg. Den Flug und die Verpflegungskosten zahlt jeder Helfer aus der eigenen Tasche, total fast 2000 Franken. «Zudem gebe ich dafür zehn Tage von meinen Ferien», erzählt Giovanni Balmelli. Angst vor einem Schock über die Zustände in der Township hat er keine. «Ich weiss, was mich erwartet. Ich kenne Slums aus Ägypten, ich kenne den üblen Geruch, der leider allzu oft der Gestank des Todes ist.»

Den Kindern eine Zukunft bauen

Die Helfer bauen in ihrem Einsatz ein neues isoliertes Fertighaus mit vier Räumen auf einem Betonfundament. Zudem gibt es eine Küche und ein Toilettenhaus. Die offene Seite des Geländes wird mit einem Zaun gesichert. Das Team sorgt auch für die Bemalung, errichtet einen Spielplatz, legt einen Gemüsegarten an und richtet die Räume mit Mobiliar und Matratzen ein. Für die Kinder gibt es pädagogisches Spiel- und Lernmaterial. «Ich freue mich, zu helfen, diesen Waisenkindern eine bessere Zukunft zu bauen», meint Giovanni Balmelli.

Helfer und Spenden gesucht

Es gibt eine Menge zu tun. Noch sucht die Stiftung weitere Helfer, die wie Giovanni Balmelli auf eigene Kosten bei diesem Hilfseinsatz mitmachen: «Wir brauchen immer noch rund zehn Personen, die im September nach Südafrika mitkommen und uns unterstützen. Vielleicht hilft dieser Bericht, weitere tatkräftige und engagierte Helfer für diesen guten Zweck zu finden. Falls sich Leute interessieren, dürfen sie sich gerne an mich wenden.» Auch für die Projektkosten von insgesamt 49 000 Franken sind noch Spenden gefragt.

Hinweis

Weitere Informationen gibt Giovanni Balmelli unter gbiovanni@hotmail.com