BUOCHS: Feuer unter dem «Dach» bei Familie Storch

Eigentlich sollte das ortsansässige Storchenpaar schon längst am Brüten sein. Schuld, dass der Nachwuchs bislang ausblieb, sind vier «halbstarke» Jungstörche, die dem Paar das Nest streitig machen.

Marion Wannemacher
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Mit dem Brüten im Verzug: Noch ist das Storchennest auf der Pappel leer. (Archivbild: Corinne Glanzmann)

Mit dem Brüten im Verzug: Noch ist das Storchennest auf der Pappel leer. (Archivbild: Corinne Glanzmann)

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@ nidwaldnerzeitung.ch

In Buochs auf der Pappel zwischen Badi und Bootshafen hängt der Haussegen schief. Eigentlich sollte das Storchenpaar, das dort seit 2014 jedes Jahr Junge aufzieht, längst am Brüten sein, doch da tue sich noch nichts, bestätigt Margrith Enggist, Mitglied der Geschäftsleitung von Storch Schweiz. Wenn die Vögel am Brüten sind, erkennt man das daran, dass das Nest ständig besetzt ist und nur ein Elternteil ausfliegt, und das sei nicht der Fall.

«Das ist unüblich», hält sie fest. Schuld daran sind aber wohl nicht der Wintereinbruch und die kalten Temperaturen in den vergangenen Wochen. Margrith Enggist vermutet einen anderen Grund: «In der Nähe sind vier zugewanderte Störche gesichtet worden. Vermutlich muss das Paar diese immer wieder abwehren», sagt die Storchenexpertin. Mit einem Augenzwinkern fügt sie hinzu: «Das sind Halbstarke.»

Storchenpaar wehrt sich gegen die Eindringlinge

Aber das Storchenpaar wehrt sich offensichtlich. Es ist beobachtet worden, wie es mit den Störchen auf dem Buochser Kirchturm gekämpft habe. Nach neuesten Angaben geht die Organisation Storch Schweiz von derzeit 468 Brutpaaren landesweit aus, «das sind so viele wie noch nie», fügt Margrith Enggist hinzu. Auch im Thurgau habe man verstärkt Störungen durch Heimkehrer festgestellt.

Das Storchenpaar jedenfalls zieht über den Winter nicht mehr nach Afrika oder wie viele Störche nur bis nach Spanien, sondern bleibt in heimischen Gefilden. Der Grund könnte sein, dass der eine von beiden in Gefangenschaft geboren und später ausgewildert wurde.

Bei den vier frechen Eindringlingen könnte es sich theoretisch auch um die Nachkommenschaft des Elternpaares handeln. Für den Nachwuchs dieses Jahr hat Margrith Enggist immer noch grosse Hoffnung: «Das ist kein Drama, bis Mitte Mai ist immer noch alles möglich», hält sie fest.