BUOCHS: Firmanden begegnen Weidliband

Der Fasnacht-Gottesdienst in der katholischen Kirche hat Tradition. Dieses Mal trafen sich Menschen mit Behinderung und Jugendliche, die sich auf dem Firmweg befinden.

Rosmarie Berlinger
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Die Firmlinge tanzen mit Mitgliedern der Weidliband.

Die Firmlinge tanzen mit Mitgliedern der Weidliband.

Rosmarie Berlinger

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Nicht Guuggenklänge erfüllten anlässlich des Sonntag-Vorabendgottesdienstes die Buochser Pfarrkirche, sondern leisere, von Gesang und Rhythmusinstrumenten geprägte Musik-Improvisationen der Weidliband. Es war ein eindrücklicher Sound, den diese mit behinderten Menschen besetzte Musikformation bot. Unter der Leitung von Bernhard Zenhäusern spielte und sang die 10-köpfige Weidliband bekannte Hits und Melodien aus Volksliedern und Schlagern. Auffällig am Konzert war die Beteiligung von vier jungen Buochserinnen, die sich auf die Firmung im Juni vorbereiten. «Singen und Musizieren stehen nebst andern Themen im Zentrum des diesjährigen Firmwegmottos ‹The Voice of Buochs›», erklärte Marco Baumgartner, Jugendseelsorger und Firmleiter. «Unsere Firmanden machen während ihrer Vorbereitung ein Kirchenpraktikum, bei dem sie in einer Musikformation nach Wahl mitwirken.» Sie sollen dort erleben, wie über Musik und Gesang Gemeinschaft und Harmonie entstehen.

Musik machen kennt keine Behinderung

Eine Firmgruppe hatte sich für das Kennenlernen und Mitwirken bei der Weidliband Stans entschieden. Diese Musikformation ist ein Angebot der Stiftung Weidli, die es als Aufgabe sieht, Freude an der Musik zu wecken und das musikalische Potenzial ihrer Klienten zu fördern. «Musik machen kennt keine Behinderung», lautet das Motto. Und dieses bekamen auch die Firmanden zu spüren. «Während vier Wochen haben wir die Proben der Weidliband besucht, unser Mitwirken eingebracht und nachhaltige Begegnungen erlebt», erzählte Firmandin Paula Niess. So wurde auch ein Tanz einstudiert, den das Quartett mit Jana von Holzen, Nicole Ambauen, Rebecca Gander und Paula Niess zusammen mit Mitgliedern der Weidliband aufführte. Die ganze Feierstunde beeindruckte mit besinnlichen Gedanken über das Zusammentreffen von Jugendlichen und Menschen mit einer Behinderung, Gedanken und Einstellung zur Fasnacht und zur gelebten und lebendigen Kirche. Später war von Firmwegbegleiter Pius Blättler zu vernehmen, dass eine grössere Anzahl Firmanden ihr mögliches gesangliches Talent beim Jodlerklub Buochs entdecken könne. Eine weitere Gruppe soll nach Ostern beim Kirchenchor Gast sein, wo das Einstudieren einer Jazzmesse für den Firm-Festgottesdienst auf dem Programm steht.