BUOCHS: Flugunfall: Pilot ist mit grauem Star geflogen

Der tödliche Zusammenstoss zwischen einem Propellerflugzeug und einer Radfahrerin auf dem Flugplatz Buochs im Juli 2004 ist geklärt. Laut dem nun veröffentlichten Untersuch­ungsbericht war die Sehfähigkeit des Piloten eingeschränkt.

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Sichtverhältnisse aus dem Cockpit unmittelbar nach dem Aufsetzen, Links die Barriere 9, in der Bildmitte eine Person auf dem Feldweg. (Bild bfu)

Sichtverhältnisse aus dem Cockpit unmittelbar nach dem Aufsetzen, Links die Barriere 9, in der Bildmitte eine Person auf dem Feldweg. (Bild bfu)

Der damals 66-jährige Pilot hatte die Radfahrerin zu spät gesehen, wie aus dem Bericht des Büros für Flugunfalluntersuchungen (BFU) hervorgeht. Einige Wochen zuvor war bei ihm grauer Star diagnostiziert worden, nachdem anlässlich einer fliegerärztlichen Untersuchung eine verminderte Sehfähigkeit festgestellt worden war. Aus terminlichen Gründen unterzog sich der Pilot aber erst im Herbst 2004 einer Operation.

Kontrollflug am Vortag bemängelt
Laut BFU ist es «bemerkenswert», dass dem Piloten ein Tauglichkeitszeugnis erteilt wurde, obschon er nicht mehr über das erforderliche Sehvermögen verfügte. Zudem sei schwer nachvollziehbar, weshalb er weiter als Schlepppilot für Segelflugzeuge eingesetzt worden sei. Denn am Tag vor dem Unfall beanstandete ein Segelfluglehrer die Schleppflüge, weshalb ein Motorfluglehrer, der auch Sachverständiger des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL) war, mit dem Piloten einen Kontrollflug machte. Auch dabei wurde Verschiedenes bemängelt und der Motorfluglehrer empfahl, den Piloten vom nächsten Jahr an nicht mehr als Schlepppiloten einzusetzen.

Fragen bleiben unbeantwortet
Als ungenügend bezeichnet das BFU das Betriebsverfahren des Flugplatzes bei Segelflugbetrieb. Um die Landepiste zu sichern, hatte ein Flugverkehrsleiter die Barrieren zwar wenige Minuten vor der Landung des Propellerflugzeugs geschlossen. Unklar bleibt aber laut dem Untersuchungsbericht, ob die Radfahrerin auf das Flugplatzgelände fuhr, als die Barriere bereits geschlossen oder noch offen war. Laut einem Augenzeugen sah die 77-Jährige nach links in Richtung Ennetbürgen, als sich das Flugzeug von rechts näherte.

ap