BUOCHS: Für ihn gehen Träume in Erfüllung

Skirennfahrer Marco Odermatt ist der Aufsteiger der Saison. Sogar für ihn selber eine Überraschung. Die Festtage kann er nun mit der Familie und Freunden verbringen, doch schon in wenigen Tagen steht ein erster Saisonhöhepunkt auf dem Programm.

Philipp Unterschütz
Drucken
Teilen
Marco Odermatt mit den beiden Medaillen der Junioren-WM. (Bild: Eveline Beerkircher (Engelberg, 9. März 2016))

Marco Odermatt mit den beiden Medaillen der Junioren-WM. (Bild: Eveline Beerkircher (Engelberg, 9. März 2016))

Philipp Unterschütz

Den schönsten Moment im vergangenen Jahr erlebte der Buochser Marco Odermatt (19) als er im März an der FIS-Juniorenweltmeisterschaft Ski-Alpin in Sotschi zuerst die Bronzemedaille im Super-G holte und darauf im Riesenslalom sogar ganz oben auf dem Podest stand und Juniorenweltmeister wurde. Und diese Überraschung sei zugleich auch der wichtigste Moment für seine Karriere gewesen, sagt Marco Odermatt. «Ich konnte weiter vorne starten und mich Schritt für Schritt weiterentwickeln. Das ist genauso wichtig, wie der einmalige Erfolg.» Und mit seiner ersten Teilnahme an einem Weltcuprennen beim Weltcupfinale in St. Moritz kurz darauf habe sich ein Kindheitstraum erfüllt.

Auch für ihn selber sei es überraschend gewesen, wie schnell er vorangekommen sei. «Ich bin aber auf dem Boden geblieben. Auch der Kaderaufstieg zu älteren noch erfahreneren Kollegen war eine tolle Erfahrung. Wir sind eine Super-Gruppe, und ich bin sehr gut aufgenommen worden.»

Marco Odermatt ist denn auch rundum zufrieden mit dem vergangenen Jahr. «Ich musste keine bittere Pille schlucken, alles ist nach Wunsch verlaufen. Ich weiss, dass ich auf dem richtigen Weg bin und mit den Schnellsten mithalten kann, wenn alles gut läuft.» Die harte Trainingsarbeit im Sommer habe sich gelohnt.

Grösster Wunsch ist die Gesundheit

Weihnachten konnte Marco Odermatt zu Hause in Buochs bei der Familie verbringen. «Wir wollen es ja nicht übertreiben», sagt er schmunzelnd und betont, wie wichtig ihm das sei. «Es tut gut, den Kopf zu lüften und im Kreis der Familie abzuschalten.» Silvester werde er wohl mit Freunden auf der Klewenalp feiern. Und natürlich hofft auch Marco Odermatt, dass es bald Schnee gibt – dann würde er mit der Familie gerne zum Skifahren gehen. Als Skirennfahrer sieht er den Schneemangel aber noch aus einer anderen Perspektive. «Wir Spitzensportler können immer trainieren und finden irgendwo den Schnee. Andere Skifahrer können das nicht. Für sie ist das natürlich nicht schön, und auch für die Skigebiete und die vielen Firmen, die Sportgeräte herstellen.» Da diese auch ihre Sponsoren seien, würden vielleicht später einmal auch die Sportler unter dem Schneemangel leiden.

Fürs kommende Jahr wünscht sich Marco Odermatt vor allem eines: Gesundheit. «Ich habe bis jetzt nie eine schwerere Verletzung gehabt und hoffe, dass das so bleibt. Verletzungen sind schwere Rückschläge in der Weiterentwicklung. Man ist schnell eine Saison weg und braucht viel, um wieder aufzuholen.»

Am Chuenisbärgli erfüllt sich ein Kindheitstraum

Auch im kommenden Jahr wird es Marco Odermatt sicher nicht langweilig. Besonders freut er sich auf das Weltcuprennen in Adelboden am 7. Januar. «Am Chuenisbärgli selber im Riesenslalom mitzufahren ist ein Saison-Highlight für mich. Schon als Kind ging ich dort die Rennen schauen und träumte davon.» Natürlich will Marco Odermatt vor dem heimischen Publikum eine besonders gute Leistung zeigen und hofft dementsprechend, dass es bis dann auch genügend Schnee in Adelboden hat.

Ein weiterer Höhepunkt sei natürlich wieder die Junioren- WM im schwedischen Are im März. Voraussichtlich könne er 2017 auch die meisten Riesenslaloms im Weltcup fahren, aber die Europacup-Rennen hätten ebenfalls weiterhin hohe Priorität.

Wenn die Skisaison Mitte April zu Ende geht, wird sich der junge Mann bis im Sommer hinter die Schulbücher setzen. Dann steht die Matura in der Sportmittelschule Engelberg an. Und Marco Odermatt ist auch in der Schule fit. «Die Nebenfächer habe ich schon erfolgreich abgeschlossen, und auch meine Maturapräsentation (Thema Gletscherschwund) habe ich hinter mir.»