BUOCHS: Höchstens 6 Wochen pro Jahr im Einsatz

Die Förderanlage im Aawasserdelta nimmt am 24. August den Testbetrieb auf. Fachleute messen den Lärm und seine Verteilung.

Philipp Unterschütz
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Der Schwimmbagger bei seinem Einsatz im vergangenen Jahr im Aawasserdelta. (Bild: PD)

Der Schwimmbagger bei seinem Einsatz im vergangenen Jahr im Aawasserdelta. (Bild: PD)

Die moderne Förderanlage, die im vergangenen Jahr zum ersten Mal den alten Bagger im Aawasserdelta vor Buochs und Ennetbürgen ersetzte, wird ab 24. August bis Ende September wieder in Betrieb sein. «Wir hoffen, dass wir wie letztes Jahr wieder mindestens 12 000 Kubikmeter Material fördern können», sagt Josef Bucher, Geschäftsführer der Korporation Buochs. «Im Sinn des Hochwasserschutzes wäre eine noch grössere Menge zwar nützlich, aber das hängt sehr davon ab, wie viel Holz im ausgebaggerten Material ist. Dieses diktiert die Verarbeitungsgeschwindigkeit, damit das Material später für die Betonherstellung geeignet ist.» Das Material wird nach der Sortierung auf dem See ausschliesslich per Nauen an die Kieswerke geliefert, vor allem nach Horw.

Aus Lärmschutzgründen konnte die Gemeinde den Korporationen Buochs und Ennetbürgen den Einsatz vorerst nur als Testbetrieb bewilligen (wir berichteten). Die kantonalen Auflagen verlangen, dass während des Betriebes Lärmmessungen vorgenommen werden. «Wir haben das Messkonzept der externen Fachleute dem Kanton vorgelegt. Die Behörden haben es als sinnvoll erachtet und genehmigt», führt Josef Bucher aus. Laut diesem Konzept werden während des Betriebs mit speziellen Lärmmessgeräten in einem Abstand von 50 bis 60 Metern rund um den Seebagger und von Messstellen an Land der Lärm und seine Ausbreitung über den See gemessen.

Anpassungen während Betrieb

Ab Montag, 18. August, beginnt das Einrichten des Schwimmbaggers und der Transport nach Buochs. Die Kiesförderung ab 24. August läuft während maximal 8 Stunden pro Tag, wobei mindestens eine Stunde Mittagspause gemacht wird. Es könnte laut Josef Bucher durchaus möglich sein, dass während der Betriebsphase auch schon einzelne, kleinere Modifikationen zur Verbesserung des Lärmschutzes an der Förderanlage vorgenommen werden. «Das könnten beispielsweise höhere Seitenbleche sein oder der Einbau von weiteren isolierenden Materialien.» Man könne diese aber nur soweit vornehmen, wie sie die Schwimmsicherheit des Seebaggers nicht beeinträchtigen würden.

Die Korporationen hoffen nun, dass die Messwerte künftig den regelmässigen Einsatz der neuen Förderanlage ermöglichen. In ihrer Mitteilung zur Orientierung der Bevölkerung heisst es, dass diese Art der Seebaggerung aus Sicht der Korporationen Buochs und Ennetbürgen ein Gewinn für alle sei. Nicht nur weil die Abbaumengen den Zielen des Hochwasserschutzes entsprächen, sondern auch, weil sich die Arbeiten auf eine kurze Zeit von höchstens sechs Wochen pro Jahr beschränken würden (ausserhalb Sommer- und Badesaison) und die restliche Zeit kein Bagger mehr im Flussdelta das Naturerlebnis trübe.

Philipp Unterschütz