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BUOCHS: In Sachen Beschleunigung trocknen sie jeden Ferrari ab

Dem Vormarsch der Elektromobilität kann auch der Regen nichts anhaben: Am Elektro-Fun-Day zeigte die Branche, was in ihr steckt – ganz ohne Kurzschluss.
Die Elektromobile werden auf Herz und Nieren geprüft am Elektro-Fun-Day in Buochs. Auf einer 90 Meter langen Strecke wird gemessen, wie lange die Fahrzeuge von null auf hundert Stundenkilometer benötigen. (Bild Roger Grütter)

Die Elektromobile werden auf Herz und Nieren geprüft am Elektro-Fun-Day in Buochs. Auf einer 90 Meter langen Strecke wird gemessen, wie lange die Fahrzeuge von null auf hundert Stundenkilometer benötigen. (Bild Roger Grütter)

Triebwerke heulen auf, eine PC-21 der Pilatus-Flugzeugwerke gibt Gas. Aber auch auf der benachbarten Piste des Flugplatzes Buochs geht es zur Sache. Nur um einiges rasanter – und fast lautlos. Der Jet, der bloss einen Rolltest machte, war keine Konkurrenz für die am gestrigen Elektro-Fun-Day präsentierten Teslas und weiteren Elektroautos. «Nicht schlecht», lautet denn auch Yves Morets Kommentar zur Power der batteriebetriebenen Gefährte. Der 22-Jährige ist Bergrennfahrer und weiss, wovon er spricht: Von 0 auf 100 können die Elektroautos mit meinem Rennauto mithalten, sagt er. Mit einem Benziner wohlgemerkt. Bewiesen hat das Moret als Gewinner des gestrigen Beschleunigungswettbewerbs mit einem Tesla SP85D. Für die 90 Meter lange Strecke benötigte er gerade mal 4,2 Sekunden. Sein Rekordtempo lag bei 126 Stundenkilometern.

Flugzeugstart ohne Motorenlärm

«Wie bei einem Flugzeugstart wird man in den Sitz gedrückt», schwärmt Cristina Gogliucci aus Zofingen vom emotionalen Erlebnis. Beim Beschleunigen mit einem Elektroauto höre man den Fahrtwind pfeifen und das Drehen der Räder am Boden – keinen Motorenlärm. «Absolut genial.»

Die 36-Jährige und ihr Partner fahren seit drei Jahren einen Tesla. 80 000 Kilometer haben sie damit bereits zurückgelegt – ohne merkliche Probleme oder Einschränkungen.

Im Gegenteil: «Weil es auf längeren Strecken so oder so eine Pause fürs Aufladen braucht, ist man viel relaxter unterwegs», ergänzt Rainer Erismann. Die beiden gehören quasi zur Avantgarde: Schon nur wegen seines Berufes denke er «in der Zukunft», sagt der 32-jährige Informatiker. Er glaube fest daran, dass der Elektroantrieb das Potenzial hat «alles Bisherige zu ersetzen». Die Batterietechnik werde sich in den nächsten Jahren gewaltig verändern, sagt Rainer Erismann. Anstehen an der Tankstelle kennt er nicht. Er dockt sein Auto zwei Mal pro Woche an die heimische Steckdose an. «Das kostet mich gerade mal 15 Sekunden Zeit» und einen Bruchteil des Benzinpreises.

Vom Batman-Töff bis Stehroller

Wer beim Thema Elektromobil aber automatisch an Tesla denkt, hat den Elektro-Fun-Day mit Sicherheit verpasst. 20 weitere Aussteller waren bei der Austragung des «ersten batteriebetriebenen Auto- und Motorradevents der Schweiz» dabei und boten Probefahrten an. Die Firma Johammer zeigte einen futuristischen Töff, der an ein Gefährt aus Star-Wars erinnert, auf dem sich auch Batman wohlfühlen dürfte. «Magic-Bike» stellte ihre erschwinglichen elektrischen Stehroller für den Nahverkehr vor und «BMW» den Sportflitzer «i8», der für 160 000 Franken zu haben ist. Auch elektrische Schneetöffs oder Versicherer und «Zapfsäulen»-Hersteller waren anzutreffen.

Die Stanser Organisatoren Manuel und Adi von Büren von der Extablish AG zeigten die Energica-Töffs, «die einen Ferrari in Sachen Beschleunigung abtrocknen – da müsste schon ein Bugatti her», frohlockte Manuel von Büren. Kostenpunkt: Rund 30 000 Franken. Apropos Abtrocknen: Das Vater-Sohn-Gespann hinter dem Anlass war trotz des miserablen Wetters zufrieden mit dem Besucheraufmarsch. Rund 2500 erwarteten sie. Ihr eigentliches Ziel haben sie auf jeden Fall erreicht: «Wir wollen den Leuten zeigen, dass Elektrogefährte keine Zukunftsmusik sind. Das, was es gibt, ist mehr als brauchbar», so Manuel von Büren. Der 27-Jährige ist überzeugt: «Die Akzeptanz für Elektromobilität ist auf dem Vormarsch.» Die Leute jedenfalls nutzten die Möglichkeiten für Probefahrten rege. Der Anlass soll darum auch im nächsten Jahr wieder stattfinden.

Christoph Riebli

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