BUOCHS: Jass-Spektakel zog die Leute in Scharen an

Der «Donnschtig-Jass» lockte nicht nur vor den Fernseher. Viele verfolgten die Sendung live auf dem Seeplatz. Es war der Höhepunkt eines organisatorischen Kraftaktes. 35 Tonnen Material brauchte es für die Übertragung.

Matthias Piazza
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Es herrscht ausgelassene Stimmung auf dem Seeplatz unter den Zuschauern. (Bild: Roger Zbinden (Buochs, 3. August 2017))

Es herrscht ausgelassene Stimmung auf dem Seeplatz unter den Zuschauern. (Bild: Roger Zbinden (Buochs, 3. August 2017))

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Bis auf den letzten Platz war der Buochser Seeplatz gestern besetzt, als um Punkt 20.05 Uhr die Livesendung «Donnschtig-Jass» auf SRF 1 unter wolkenlosem Himmel startete. Während rund eineinhalb Stunden erlebten deutlich über 2000 Leute vor Ort und Zuschauer in der ganzen Schweiz vor dem Fernseher, wie die Berner Gemeinden Herzogenbuchsee und Signau im Jassduell um den Sieg und damit um den Austragungsort kämpften. Der prominente Gast, die ehemalige Skirennfahrerin Erika Hess, plauderte aus dem Nähkästchen, verriet etwa, dass sie hier vor 29 Jahren bei ihrer Heirat das Schiff bestieg mit ihrer Hochzeitsgesellschaft. Dr Eidgenoss berührte das Publikum mit «Ich mecht diär dankä sägä». Und Ben Zucker erlebte in Buochs gar eine Premiere. Der Berliner trat zum ersten Mal in der Schweiz auf.

Vorbereitungen liefen zweigleisig

Dass die ganze TV-Nation am Buochser Jass-Event teilnehmen konnte, ist neben dem lokalen OK den zahllosen Mitarbeitern von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) und dem SRG-Produktionsdienstleister TPC Switzerland AG zu verdanken. Sie stellen sieben Mal im Sommer irgendwo in der Deutschschweiz einen «Donnschtig-Jass» auf die Beine – ein logistischer und technischer Kraftakt. Der erste Kontakt mit den möglichen Austragungsorten fand bereits im vergangenen Herbst statt. Weil erst am letzten Donnerstag die Entscheidung gefallen war, dass der nächste «Donnschtig-Jass» in Buochs und nicht in Dallenwil stattfindet, mussten die Vorbereitungen zweigleisig laufen.

Fragen mussten geklärt werden, so etwa, ob sich der Platz für eine Fernsehsendung eignet. «Die Zuschauer sollen einen typischen Eindruck vom Austragungsort erhalten, ein Industriequartier würde sich dafür nicht eignen», sagte TPC-Projektleiter Gilles Cantor vor der Sendung gegenüber unserer Zeitung. Anwohner mussten mit ins Boot geholt werden, da sie teilweise Einschränkungen in Kauf nehmen mussten. Gilles Cantor wand den Buochsern ein Kränzchen. «Die Zusammenarbeit mit dem lokalen OK und den Anwohnern war fantastisch, wir wurden sehr herzlich aufgenommen.»

Als eine der grössten Herausforderungen einer Aussensendung strich er das Logistische hervor. «Wir müssen alles mitnehmen und vor Ort aufbauen.» Am Montag starteten die Aufbauarbeiten. Fünf Lastwagen mit zwei Anhängern lieferten 35 Tonnen Material aus Zürich an, unter anderem das Jasszelt, die Showbühne, die Beleuchtung und das Kranpodest. Am Dienstag wurde das ganze Festgelände aufgebaut. Tags darauf fanden die ersten Proben statt, gestern Nachmittag die Generalprobe. «Für eine Livesendung braucht es zwingend eine Generalprobe, damit der Moderator auch ein Zeitgefühl für die einzelnen Sequenzen bekommt und nötigenfalls seine Texte auch noch anpassen kann. Wir dürfen nicht überziehen, damit ‹10 vor 10› pünktlich beginnen kann», so Cantor. Rund 40 Leute von SRF und TPC standen gestern für eine reibungslose Sendung im Einsatz. Elf Kameras fingen Bilder ein.

«Man lernt unbekannte Ecken kennen»

Seit elf Jahren leitet Gilles Cantor in technischer Hinsicht den «Donnschtig-Jass». Die Sendung ist für ihn das Highlight des Sommers. Und Redaktor Tino Zimmermann meinte: «Man lernt unbekannte Ecken in der Schweiz kennen, produziert die Sendung draussen, ist dem Wetter ausgeliefert. Das macht für mich den Reiz des ‹Donnschtig-Jass› aus.» Und diesen Reiz erleben Macher und Publikum bereits wieder am nächsten Donnerstag, wenn die Sendung in der Gemeinde des Siegers ausgetragen wird, nämlich in Herzogenbuchsee.

Die Jassrunde ist konzentriert an der «Arbeit». (Bild: Roger Zbinden (Buochs, 3. August 2017))

Die Jassrunde ist konzentriert an der «Arbeit». (Bild: Roger Zbinden (Buochs, 3. August 2017))

Moderator Roman Kilchsperger im Gespräch mit der ehemaligen Skirennfahrerin Erika Hess. (Bild: Roger Zbinden (Buochs, 3. August 2017))

Moderator Roman Kilchsperger im Gespräch mit der ehemaligen Skirennfahrerin Erika Hess. (Bild: Roger Zbinden (Buochs, 3. August 2017))