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BUOCHS: Kaltes Wasser heizt bald die Wohnungen

Die Genossen­korporation läutet mit dem Wärmeverbund ein neues Zeitalter ein. Die Leitung verläuft unter der Strasse – eingebaut per gesteuerter Bohrung.
Nur Trottoir wird aufgerissen: Das Rohr für den Wärmeverbund wird in Buochs mit gesteuerter Bohrung unter der Stanserstrasse verlegt (kl. Bild). (Bilder Matthias Piazza)

Nur Trottoir wird aufgerissen: Das Rohr für den Wärmeverbund wird in Buochs mit gesteuerter Bohrung unter der Stanserstrasse verlegt (kl. Bild). (Bilder Matthias Piazza)

Matthias Piazza

Futuristisch mutet das Gefährt an, das neben der Stanserstrasse im Einsatz ist. Auffällig ist vor allem das Rohr, das aus dem Fahrzeug ragt und unendlich zu sein scheint. Unendlich ist es zwar nicht, aber das andere Ende ragt 70 Meter weiter auf der anderen Strassenseite aus dem Boden heraus. Mit diesem Metallrohr wurde vergangene Woche ein Leitungsrohr eingezogen. Die Wahl dieses «bergmännischen» Vorgehens dürfte vor allem die Autofahrer gefreut haben, da so die Strasse nicht aufgerissen werden musste. Einige Meter weiter in Richtung Stans wurde dasselbe Prozedere durchgeführt. Die beiden Rohre sind dereinst sozusagen die Hauptschlagader des neuen Wärmeverbundes: Von der alten Brunnenanlage Schürmatt fliesst Grundwasser durch die zwei unterirdischen Rohre zu den Häusern auf der gegenüberliegenden Strassenseite. Wärmepumpen entziehen dem 8 bis 10 Grad kalten Wasser Wärmeenergie und heizen so die Wohnungen und das Wasser.

Die Ölheizungen sind veraltet

Ans Netz angeschlossen werden die Überbauung Städeligarten 18 und 22, Alpenstrasse 1/3/5, das Alterswohnheim und voraussichtlich auch das Mehrfamilienhaus an der Stanserstrasse 14 und 16. Das sind über 100 Wohnungen. Später kommen zwei weitere geplante Überbauungen dazu.

«Dank des feinkörnigen, teils lehmigen Bodens, der frei von Findlingen ist, liess sich der Roboter sehr gut steuern», meint Josef Bucher, Geschäftsführer der Genossenkorporation Buochs, der Bauherrin des Projektes und Grundstückbesitzerin dieser Liegenschaften. Ökologische Überlegungen trugen massgeblich zur Umstellung von Öl auf den Wärmeverbund bei. «Zudem sind viele Ölheizungen über 20 Jahre alt und haben damit das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Sie müssten also ohnehin in Kürze ersetzt werden.» Käme hinzu, dass das Alterswohnheim selbst auf eine alternative Lösung zur Ölheizung gedrängt habe.

Rund 600 000 Franken betragen die Investitionskosten ins Kaltwassernetz. Auch wenn die Heizkosten für den Verbraucher leicht steigen, habe sich der Wärmeverbund mit Trinkwasser als wirtschaftlichste unter den ökologischen Lösungen herauskristallisiert.

Holzschnitzelheizung zu teuer

Zur Diskussion stand anfänglich eine Holzschnitzelheizung kombiniert mit Grundwasser. Dies habe aber nicht überzeugt. «Zwar hätten wir genug Holz in unserem Buochser Wald, aber die Lösung wäre zu teuer geworden, wegen der Energieverteilung in massiv isolierten Rohren.» Diese unbeweglichen Rohre wären auch wegen der vielen Werkleitungen, die unter der Strasse hindurchführen, auch sehr schwer zu verlegen gewesen. «Die Besitzer der Liegenschaften waren nicht bereit, so viel für den Energiebezug zu bezahlen. Wir mussten eine kostengünstigere Lösung finden.» Und diese wurde nun gefunden. Die Energiekosten liegen gemäss Bucher rund 40 Prozent niedriger als bei einer kombinierten Wärmeerzeugung aus Holzschnitzel und Grund­wasser.

Für die Grundwassernutzung spreche ausserdem, dass die Quelle mehr Wasser hergebe als gebraucht werde. Heute fliessen an dieser Stelle gut 2000 Liter pro Minute ungenutzt über den Geribach in den See. Zudem könne das Wasser, nachdem es durch den Wärmeaustauscher geflossen sei, einfach beispielsweise in den nächsten Bach geleitet werden und brauche nur kurze Rückleitungen.

Bereits Mitte August sollen die ersten Liegenschaften an den Wärmeverbund angeschlossen werden, das Altersheim folgt im nächsten Jahr.

Rund 50 000 Liter Heizöl gespart

«Der Stiftungsrat hat nach alternativen Heizsystemen gesucht und in der Genossenkorporation einen verlässlichen Partner gefunden, der einen Wärmeverbund mit unserem Haus anbieten kann», meint Markus Barmettler vom Stiftungsrat der Altersfürsorge Buochs, der Betreiberin des Alterswohnheims. Vor allem aus ökologischen Gründen habe man sich entschieden, das Warmwasser und die Heizung mit einer Grundwasser-Wärmepumpe zu betreiben.

«Bis heute verbrauchten wir jährlich etwa 50 000 Liter Heizöl, was nun in Zukunft nicht mehr der Fall sein wird. Somit können wir künftig auf die fossilen Brennstoffe verzichten.»

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