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BUOCHS: Kampf gegen Leukämie: Sie meisterte eine besonders schwere Prüfung

Bianca Lanz hat die Lehrabschlussprüfung unter ganz besonderen Umständen geschafft. Während ihrer Lehre musste sie gegen Leukämie ankämpfen. Aufgeben kam für die Karatesportlerin nicht in Frage.
Matthias Piazza
Bianca Lanz berät sich mit Mitarbeiter Roger Eichenberger. (Bild: Matthias Piazza (Stans, 13. Juli 2017))

Bianca Lanz berät sich mit Mitarbeiter Roger Eichenberger. (Bild: Matthias Piazza (Stans, 13. Juli 2017))

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Als eine grosse Erleichterung bezeichnet Bianca Lanz den Moment, als sie am vergangenen Freitagabend das begehrte Fähigkeitszeugnis als Kauffrau entgegennehmen durfte. Die bestandene Lehrabschlussprüfung ist ja auch unter «normalen» Umständen Grund genug, mächtig stolz auf sich zu sein. Schliesslich ist das Diplom ein Nachweis, dass man sich die praktischen und theoretischen Kenntnisse, in diesem Fall als Kauffrau, angeeignet hat.

Für Bianca Lanz (22) hat das Fähigkeitszeugnis eine besondere Bedeutung. Sie blickt auf eine dramatische Zeit zurück. Es war im März 2015, in ihrem ersten Lehrjahr, als sie plötzlich einen Druck auf der Brust spürte und Atemprobleme hatte. Die niederschmetternde Diagnose: akute Leukämie. «Es war für mich ein Schock. Ich lebe gesund, rauche nicht, trinke nicht, betreibe spitzensportmässig Karate», erinnert sie sich zurück. Es folgte ein halbjähriger Spitalaufenthalt. «Ich konnte nicht arbeiten, die Berufsschule nicht besuchen, war zeitweise so schwach, dass ich an den Rollstuhl gefesselt war.» Eine schmerzvolle Chemotherapie musste sie über sich ergehen lassen. «Ich ging körperlich und psychisch durch die Hölle. Die Therapie kostete viel Energie. Die Zeit möchte ich nicht noch einmal erleben.» Doch aufgeben war für sie keine Option – in keinerlei Hinsicht. Blickte sie von ihrem Zimmer im Kantonsspital Luzern aus dem Fenster, sah sie den Friedhof.

«Sterben kommt für mich nicht in Frage»

«Diesen Weg will ich nicht gehen. Sterben kommt für mich nicht in Frage», waren ihre Gedanken. Ihre Willenskraft machte sich bezahlt. Der Gesundheitszustand verbesserte sich. Sie durfte nach Hause. Das erste Lehrjahr wollte sie aber nicht wiederholen. «Dann wäre ich immer an die Krankheit erinnert worden.» Dank der Unterstützung durch den Leiter Hauptagentur Helvetia Versicherung in Stans und der Praxisbildnerin entschied sich die Buochserin, den versäumten Schulstoff zu Hause nachzuholen – parallel zum Besuch der Berufsschule, welchen sie nur schon wegen des Schulweges und der schweren Schulsachen als Kraftakt empfand. Geschwächt von der Krankheit, litt sie unter Konzentrationsschwierigkeiten, sie musste sich eine neue Lernstrategie zulegen.

Warum hat sie das alles auf sich genommen? «Meine Lehre lasse ich mir nicht nehmen. Ich gebe nicht auf, das habe ich als Karatekampfsportlerin und Trägerin des schwarzen Gurtes mit eiserner Disziplin gelernt. Mein Lehrabschluss und meine Gesundheit sind meine Europameisterschaft. Ich war schon mehrmals Teilnehmerin an Europameisterschaften im Karate.» Unterstützt hätte sie dabei auch ihre Familie.

Das einschneidende Erlebnis habe sie geprägt: «Die Krankheit hat mein ganzes Leben relativiert. Ich bin lockerer geworden, habe gelernt, dass es nicht immer perfekt sein muss, sondern, dass auch einmal ein ‹gut› völlig okay sein kann.»

Hinweis

Die Lehrabschlussbeilage erscheint in der Ausgabe von Samstag.

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