BUOCHS: Musikschülerinnen jodeln erstmals vor Publikum

Jodeln für Erwachsene gehört seit zwei Jahren zum Angebot der Musikschule. Am Montagabend meisterte eine 23-köpfige Jodlerschar ihren ersten Auftritt. 120 Zuhörer genossen das Novum.

Rosmarie Berlinger
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Die Jodlerinnen der Musikschule Buochs mit Doris Bertschinger am Schwyzerörgeli.

Die Jodlerinnen der Musikschule Buochs mit Doris Bertschinger am Schwyzerörgeli.

«Jodlä, Juizä, Singä», was für ein einladendes Motto, mit dem die Musikschule Buochs zum ersten Konzert ihrer Frühlings-/Sommerkonzertreihe eingeladen hat. «Wenn ich jodeln könnte, würde ich den heutigen Abend mit einem Juchzer eröffnen», meinte Musikschulleiter Martin Schleifer humorvoll in seiner Begrüssung. Seit Januar 2015 bietet die Musikschule das neue Angebot «Jodeln für Erwachsene» an. Dabei sei man mit Anmeldungen von Interessierten richtiggehend überrannt worden, freute sich Martin Schleifer rückblickend. Das neue Angebot decke ein breit festgestelltes Bedürfnis, das Singen und Jodeln kennen zu lernen, ab.

Für die Durchführung steht die junge Gesangspädagogin, Sängerin und kompetente Jodelkennerin Rita Barmettler im Einsatz. In grösseren und kleineren Gruppen-Formationen sei das «kleine Jahreskonzertli» eingeübt worden, ergänzte diese. Viele besuchten die Kurse seit Beginn, die Jüngsten sind seit einem halben Jahr dabei. Auffallend bei der bunten 23-köpfigen Sängerschar ist die Übermacht der Frauen. Ein einziger Herr hatte sich keck dazwischengestellt. Und wie sich später bei den Vorträgen zeigte, hat er das Jodeln schon ordentlich im Griff. Begeistert vom Kursangebot Jodeln gab sich beispielsweise Monika Kamber: «Ich bin seit zwei Jahren dabei, und es macht Spass.» Das Auswendig­lernen der Liedtexte sei zudem bestes Hirntraining.

Eigenes Cheerli ist Diskussionsthema

Es war ein gefälliges, mit zahlreichen bekannten und beliebten Kompositionen bestücktes Konzert, das von den Jodel-Debütanten geboten wurde – unterstützt wurde es oftmals von Musiklehrerin Doris Bertschinger am Akkordeon. Im Gesamtchor erklang der «Gämsjäger» von Ruedi Rymann stimmungsvoll und sogar mit einem überraschenden Knall zum Schluss. Auch den «Geburtstags­juiz» von Fredy Wallimann gab’s zu hören. Als interessant im Hinblick auf die gesangliche Harmonie oder die vielen Techniken des Jodelns entpuppten sich die Vorträge in verschiedenen kleinen Gruppen. Da gefiel etwa das beliebte Lied «Guggerzeytli» besonders oder der aktuelle Hit von Ruedi Bieri «Deyni Seel ä chley la bambälä lah» ebenso. Einige Jodelschülerinnen wagten sogar (etwas zu) schwierige Interpretationen von Naturjuiz und eines Appenzeller Zäuerlis. Sehr gelungen und schon mit beeindruckender Interpretation gaben zwei Kursteilnehmerinnen das Lied «Anneli, wo bisch geschter gsi» zum Besten.

Insgesamt sorgten 18 Vorträge für schöne Abwechslung. Nach begeistertem Schlussapplaus bedankte sich der Gesamtchor mit dem Lied «Uf de Alpe obe isch äs herrlichs Läbe». Bereits wird unter den Kursteilnehmenden von der Gründung eines Musikschul-Jodlercheerlis geschwärmt. Viel üben macht’s möglich.

Rosmarie Berlinger

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch