BUOCHS: Pfarrer sagt Tschüss: Nun rufen Tessin und Rasenmäher

Nach 15 Jahren wurde am Sonntag der Buochser Pfarrer Jacques Dal Molin von der reformierten Kirchgemeinde in die Pension verabschiedet.

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Ein wortgewaltiger Pfarrer mit grossem Gottvertrauen: Für Jacques Dal Molin begann am Sonntag das Leben als Pensionär. (Bild: PD)

Ein wortgewaltiger Pfarrer mit grossem Gottvertrauen: Für Jacques Dal Molin begann am Sonntag das Leben als Pensionär. (Bild: PD)

Eigentlich wäre er ganz gerne Coiffeur geworden, doch sein Vater war dagegen. «Das Einzige, was ich gut kann, ist reden», meinte Pfarrer Jacques Dal Molin wohl mit einem Augenzwinkern kürzlich in den «Kirchen-News» Nidwalden. Es habe keinen Schlüsselmoment gegeben, Pfarrer zu werden, doch der Entscheid habe ihn in neue Bahnen gelenkt. Und diese führten ihn von Gstaad her als Pfarrer in die reformierte Kirche Buochs. Am 1. November 2002 trat er seine neue Stelle an. «Tolle Menschen, tolle Kirche, tolle Lage», begründete er den Entscheid für Buochs in den «Kirchen-News». Am Sonntagabend nun wurde Jacques Dal Molin nach 15 Jahren Pfarrtätigkeit in Buochs respektive insgesamt 37 Jahren seelsorgerischen Wirkens, von der Reformierten Kirche Nidwalden in die Pension verabschiedet.

Als wortgewaltiger Pfarrer mit grossem Gottvertrauen habe er im Gemeindekreis bei der Bewältigung der vielfältigen Herausforderungen beste Arbeit geleistet, schreibt die reformierte Kirchgemeinde. Mit seinem Tun und Wirken habe er ein unverwechselbares Profil gezeigt, das in den Gemeinden Buochs, Ennetbürgen, Beckenried und Emmetten sicher Spuren hinterlassen werde.

Als Menschenrechts­beobachter in Kolumbien

Jacques Dal Molin pflegte auch die Gemeinschaft mit den anderen reformierten Kirchen im Kanton – zuerst als Vorsitzender im Pfarrkonvent und Vertreter im Kirchenrat, nachher als Kollege und Berater im Konvent sowie in der Redaktionskommission der «Kirchen-News». Für die Kirchgemeinde Buochs hat er zudem verschiedene Reisen organisiert und seine Qualitäten als Reiseführer und profunder Bibelkenner unter Beweis gestellt.

Wichtig waren ihm auch die Beziehungen zu katholischen Amtskollegen und Mitbürgern. So gehörten ökumenische Gottesdienste in den vier Gemeinden zum festen Bestandteil des Jahresprogramms. Die Weiterbildung war ihm ein stetes Anliegen – sowohl für die Mitarbeitenden wie für ihn persönlich. So verbrachte er im Sommer 2015 als Menschenrechtsbeobachter vier Monate in Kolumbien.

Verschiedene neue Anlässe wurden ins Jahresprogramm der Kirchgemeinde aufgenommen und sind nicht mehr wegzudenken: Januarlochsuppe, Sommerfest, Offene Kirche oder Familienweihnachtsfeier locken viele Menschen in die Kirche. Bei Krippenspielen und an Mitarbeiter­essen zeigte der Pfarrer gerne seine schauspielerischen Fähigkeiten.

Nun steht für ihn noch das Buochser Sommerfest am 9. Juli auf dem Plan. Doch dann – so verriet er den «Kirchen-News» – rufen das Tessin, seine Partnerin Therese, der Rasenmäher und ein guter Tropfen Merlot. (pd/red)