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BUOCHS: Seefeld-Frage löst Schlagabtausch aus

Knapp haben die Buochser an der Gemeindeversammlung einen Antrag angenommen, das Seefeld von der Freihalte- der Grünzone zuzuweisen. Das Gesuch dürfte indes beim Kanton scheitern.
Matthias Piazza
Albert Frank auf der Fläche im Seefeld, die auch künftig unberührt bleiben soll. (Bild: Corinne Glanzmann (Buochs, 24. Mai 2017))

Albert Frank auf der Fläche im Seefeld, die auch künftig unberührt bleiben soll. (Bild: Corinne Glanzmann (Buochs, 24. Mai 2017))

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Das Seefeld, der grüne Flecken nahe der Einmündung der Engelbergeraa in den Vierwaldstättersee, ist bei Spaziergängern, Erholungsuchenden, Sportlern und Hundehaltern beliebt. Und das «Gesicht» dieses Gebiets soll unter allen Umständen so bleiben. Dieser Meinung ist zumindest eine Gruppe Buochser Bürger. Sie hatte einen Antrag eingereicht, die rund 2,5 Hektaren grosse Parzelle von der Freihalte- der Grünzone zuzuweisen. Das Seefeld soll in heutigem Zustand insbesondere auch mit freiem Seezugang für künftige Generationen ungeschmälert erhalten bleiben, so der Antrag, der Anfang Woche an der Gemeindeversammlung für Gesprächsstoff sorgte. Die Bedenken der Gesuchsteller: Bleibt es bei der Freihaltezone, könnte das Aawasserdelta als ökologische Ausgleichsfläche für Aviatikvorhaben auf dem Flugplatz Buochs geöffnet werden, was die heutige Nutzung einschränken würde und mit Verlust von wertvollem Kulturland verbunden wäre.

Der Gemeinderat plädierte vor den Stimmbürgern dafür, das Gesuch abzulehnen. Es bringe keinerlei Vorteile. «Ob der Regierungsrat einer solchen Einzonung zustimmen würde, ist fraglich», so Gemeindevizepräsident Werner Zimmermann in der vollbesetzten Lückertsmatthalle. Eine Rückweisung durch den Regierungsrat wäre auch mit entsprechendem Aufwand und Kosten verbunden, argumentierte Zimmermann weiter.

Abbruch der Diskussion nach einer Stunde

«Sagen wir Buochser Ja zur Grünzone. Es ist die letzte Möglichkeit, das Seefeld und den grünen Quai für die Bevölkerung zu erhalten», gab SVP-Landrat Albert Frank, einer der Antragssteller und Mitglied der IG Pro Seefeld Buochs, Gegensteuer. Nach den «Eröffnungsplädoyers» folgte ein hitziger Schlagabtausch, auch mit zahlreichen Voten aus der mit 200 Bürgern überdurchschnittlich gut besuchten Versammlung (Zum Vergleich: Im Frühling 2016 zählte die Gemeindeversammlung 97 Bürger). Die Diskussion drehte sich um den Erhalt des Erholungsraumes, um Befürchtungen, dass Tümpel in einer ökologischen Ausgleichsfläche zu einer Mückenplage führen würden, aber auch um die Frage, was in einer Freihalte- beziehungsweise in einer Grünzone möglich sei und was nicht.

Nach rund einer Stunde Debatte mit teils sich wiederholenden Voten wurde es einem Bürger zu bunt. Er beantragte Abbruch der Diskussion, da sie sich im Kreis drehe. So gespalten, wie die Versammlung zum Antrag stand, so knapp kam auch das Ergebnis heraus: Mit 98 zu 91 wurde der Antrag der Bürgergruppe gutgeheissen.

Gemeinderat hat keine Ersatzfläche gesucht

Die Umsetzung ist damit aber nicht garantiert. «Es bleibt vermutlich alles beim Alten», erklärt Markus von Holzen, stellvertretender Vorsteher des Amtes für Raumentwicklung Nidwalden, im Nachgang zur Gemeindeversammlung. «Kantone dürfen derzeit nur einzonen, wenn sie eine gleich grosse Fläche auszonen können, dies schreibt das Einzonungsmoratorium des Bundes vor. Dies, bis deren Richtpläne an das neue Raumplanungsgesetz angepasst sind.» Nachdem die Gemeinde keine Ersatzfläche vorschlage, werde eine Genehmigung durch den Regierungsrat voraussichtlich eher schwierig. «Eine Ersatzfläche zum Auszonen suchten wir nicht, das stand für uns nicht zur Diskussion», hatte Werner Zimmermann festgehalten.

Auch abgesehen davon zweifelt Markus von Holzen, ob die ­Initianten ihr Ziel mit dem Antrag erreichen. «Auch in einer Grünzone wäre ein Eingriff in die Landschaft, beispielsweise eine Öffnung des Einmündungsdeltas der Engelbergeraa, grundsätzlich möglich, sofern dies von Seiten Grundeigentümer, Gemeinde und Kanton gewünscht und im öffentlichen Interesse ist.» Da der Flugplatzbetreiber – laut Aussagen des Grundeigentümers – indes an einem anderen Standort eine ökologische Ausgleichsfläche für die Aviatikprojekte des Flugplatzes gefunden hat, stehe das Seefeld für diesen Zweck nicht mehr im Fokus des Kantons.

Antrag muss behandelt werden

Stellt sich die Frage, warum der Gemeinderat einen solchen Antrag an die Gemeindeversammlung bringt, wenn im Voraus klar ist, dass er sich nicht mit dem Einzonungsmoratorium des Bundes und dem kantonalen Richtplan vereinbaren lässt. «Wenn Bürger einen Antrag einreichen, ist der Gemeinderat in der Regel gut beraten, darüber abstimmen zu lassen. Er kann dabei aber seine Haltung kundtun, den Antrag zur Ablehnung empfehlen und darauf hinweisen, dass er wahrscheinlich nicht genehmigungsfähig ist, was er ja auch gemacht hat», erklärt Markus von Holzen. Antragsstellern bliebe nichts anderes übrig, als das (unter Umständen übergeordnete) Verdikt zu akzeptieren.

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